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Der Treburer Wald – hier nahe der A5 bei Zeppelinheim – wird von Hessen-Forst bewirtschaftet. Ob die Kommune zur Forstbetriebsgemeinschaft Rhein-Main wechselt, ist noch nicht entschieden.

Treburer Wald

Wer vermarktet das geschlagene Holz des Treburer Wald?

Die Themen Waldbewirtschaftung und der Geinsheimer Grünabfallplatz standen auf der Tagesordnung der Ausschusssitzung am Mittwoch. Beim Thema Holzvermarktung sieht sich die Kommune bald zum Handeln gezwungen.

Noch lässt Trebur seinen Waldbesitz vom Landesbetrieb Hessenforst bewirtschaften und den Holzeinschlag vermarkten. Doch möglich wäre, den Bewirtschafter zu wechseln, um dadurch Kosten zu sparen. Dies hat die GLT bereits zu Beginn des Jahres beantragt. Doch der Antrag zirkuliert noch immer in den Gremien. Daran wird sich auch so schnell nichts ändern.

Bei der jüngsten Ausschusssitzung standen Reinhard Ebert, Zweiter Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Rhein-Main, und Frank Zabel, Geschäftsführer der für die FBG zuständige Dienstleister Forstservice Taunus GmbH, den Fraktionen Rede und Antwort. Auf Antrag der GLT soll Trebur der Forstbetriebsgemeinschaft Rhein-Main beitreten, was Andreas Swirschuk im Ausschuss noch einmal bekräftigte.

Prognosen zu den Kosten

Die CDU stellte jedoch erfolgreich den Ergänzungsantrag, dass die Verwaltung erst einmal belastbare Zahlen und Prognosen zu den Kosten für die kommenden Jahre liefern soll. Vorher sollte über den Antrag der GLT und damit über einen Wechsel zur FBG nicht abgestimmt werden. Daher muss der GLT-Antrag weiter in der Warteschleife verharren.

Doch Trebur muss auf alle Fälle bald handeln. Denn nach einem Urteil des Kartellamts darf Hessenforst ab dem 1. Januar keine zusammenhängende Waldflächen von mehr als 500 Hektar vermarkten, was auf Trebur mit seinen rund 530 Hektar zutrifft. Allerdings gibt es eine Übergangsfrist bis 30. September 2019. Nach Auskunft des zuständigen Bauamtsleiters Alois Diel sei für Trebur eine Selbstvermarktung des geschlagenen Holzes nicht möglich.

Die Forstbetriebsgemeinschaft würde den Treburer Waldbesitz für 53 Euro netto pro Jahr und Hektar bewirtschaften, teilte Ebert mit. Dieser Preis decke die komplette forstwirtschaftliche Betreuung ab und erhöhe sich jährlich um 1,5 Prozent. Verträge würden auf zunächst fünf Jahre abgeschlossen.

Schäden setzen sich fort

Ziel sei, für die Kommunen auch in schwierigen Jahren gute Ergebnisse zu erwirtschaften. Und solch ein schwieriges Jahr liege jetzt hinter den Waldbesitzern. „Es war ein extrem schwieriges Jahr“, erläuterte Ebert mit Blick auf die monatelange Dürre. „Die Schäden werden sich auch im nächsten Jahr fortsetzen.“ Der Vorteil für Trebur sei, dass es in seinen Wäldern viel Laubholz gebe. Und das sei bei weitem nicht so schlimm in Mitleidenschaft gezogen wie Nadelhölzer.

Ein anderes Thema betraf die breite Zustimmung, die ein Antrag der Freien Wähler fand. Der Geinsheimer Grünabfallplatz solle so abgesichert werden, dass illegales Müllablagern nicht mehr möglich ist. Nach Auskunft von Alois Diel sei eine Kameraüberwachung gestattet. Eine Alternative wäre die Sicherung mit einem Tor. Der Ergänzungsantrag der GLT, die zuständige Abfall-Wirtschafts-Service GmbH dazu zu bewegen, in Geinsheim einen Wertstoffhof einrichten zu lassen, wurde im Ausschuss abgewiesen.

Ralph Keim

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