Björn Becker, stellvertretener Wehrführer der Feuerwehr Hessenaue, zeigt das Einsatzboot, das von den Kollegen der Kerngemeinde übernommen wurde. Foto: Ralph Keim
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Björn Becker, stellvertretener Wehrführer der Feuerwehr Hessenaue, zeigt das Einsatzboot, das von den Kollegen der Kerngemeinde übernommen wurde.

Rettungskräfte

Viele Einsätze führen an den Rhein

Bilanz der Feuerwehr weist hohe Zahl an Badeunfällen auf

Zahlreiche Einsätze hatte die Freiwillige Feuerwehr des Ortsteils Hessenaue auch im vergangenen Jahr, darunter fünf am und auf dem Rhein. Dies geht aus dem Jahresbericht 2020 hervor, den der Stellvertretende Wehrführer Björn Becker während der Jahreshauptversammlung am Sonntag vortrug.

Trauriger Rekord: Am 27. Juni 2020 waren neun Aktive mit zusammen 27 Einsatzstunden damit beschäftigt, eine Person vor dem Ertrinken zu bewahren. Wenige Tage zuvor konnte bei einem Badeunfall das Opfer nur noch leblos geborgen werden.

Die erste Jahreshauptversammlung nach langer Corona-bedingter Pause stand ganz im Zeichen der Pandemie, die auch bei der Wehr des Ortsteils Hessenaue einiges verhinderte, beispielsweise die jährliche Atemschutzübung in Groß-Gerau, selbstverständlich aber nicht die Einsätze. Einer dieser Einsätze - insgesamt waren es 20 - führte zwei Hessenauer Wehrleute am 23. April nach Ginsheim, wo eine Lagerhalle brannte.

Weniger Einsatzboote

Schulungsabende seien Corona-bedingt online abgehalten worden, führte Becker in Vertretung von Wehrführer Daniel Gebert weiter aus. Erfreulich sei, dass dank der Spende einer Bank eine neue Wärmebildkamera angeschafft werden konnte. Der Mannschaftsraum sei mit neuen Tischen und Stühlen ausgestattet worden. Im Zuge einer Umstrukturierung sei die Zahl der Einsatzboote aller vier Wehren der Kerngemeinde von vier auf zwei reduziert worden. Hessenaue habe dabei das Boot der Kerngemeinde übernommen.

Nach dem Bericht von Kassenwart Udo Hinn erfolgte die einstimmige Entlastung des Vorstands. Neuwahlen standen diesmal nicht auf der Tagesordnung. Nach der Jahreshauptversammlung schloss sich ein Familientag an, der von schönstem Spätsommerwetter profitierte.

Wie die Verwaltung bereits in der Woche zuvor im Haupt- und Finanzausschuss mitteilte, stehen im Gerätehaus der Feuerwehr Hessenaue wichtige Maßnahmen an: Für die Ausbesserung der Bodenplatte, für die elektrische Anlage und den dringend notwendigen Notstromanschluss stehen insgesamt 40 000 Euro zur Verfügung. Die entsprechenden Prüfungen seien bereits beauftragt. Die Untersuchungen der Bodenplatte seien bereits erfolgt, der Notstromanschluss werde geplant.

Umbau noch nicht abgeschlossen

Hintergrund ist, dass das Gerätehaus nasse Wände hat, die Bodenplatte mehrere Risse. Dies werde durch einen externen Gutachter bearbeitet, wofür zusätzliche 3000 Euro bereitgestellt werden.

Bürgermeister Jochen Engel (Freie Wähler) erinnerte an den laufenden Umbau des Gerätehauses, der sich allerdings über mehrere Jahre hinziehe. "Es ist noch einiges zu tun, aber wir bleiben am Ball, es tut sich was", bekräftigte der Rathauschef, der sich erfreut darüber zeigte, dass die Aktiven der Feuerwehr auch in den mitunter schwierigen Corona-Zeiten zusammenhalte.

Dem schloss sich der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Andreas Mars (GLT), an. Dieser Zusammenhalt sei nicht überall der Fall. Mars erinnerte an den Bedarfs- und Entwicklungsplan für die Feuerwehren der Großgemeinde, der noch vor Corona durchgebracht worden war und der auch die Feuerwehr in Hessenaue einschließe.

Bedenklich befand Mars die hohe Zahl der Badeunfälle. Es gebe genug Freibäder in der Region, unter anderem auch in Trebur, in denen man den Badespaß gefahrlos genießen könne. Er bot der Feuerwehr an, ihn bei Problemen und Anliegen jederzeit zu kontaktieren. Ralph Keim

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