Mitsubishi verkleinert sich in Trebur. Archivfoto: rke
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Mitsubishi verkleinert sich in Trebur. Archivfoto: rke

Gewerbe

Was wird aus dem Mitsubishi-Areal?

  • Anna Grösch
    vonAnna Grösch
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Rund 50 Mitarbeiter verlassen den Standort - Trebur verliert damit einen wichtigen Steuerzahler.

Das Mitsubishi-Entwicklungszentrum in Geinsheim wird aufgegeben. Eine Überraschung ist das vielleicht nicht unbedingt angesichts der Ankündigungen des japanischen Autobauers, sein Europageschäft ganz einzustellen oder in abgespeckter Version weiterzuführen.

Für die Gemeinde Trebur ist die Nachricht trotzdem unerfreulich. "Mitsubishi gehört zu den Top Ten der Gewerbesteuerzahler", heißt es im Bericht des Gemeindevorstands vom 5. März. Außerdem werde der Personalbestand des Autobauers in Geinsheim um 80 Prozent verringert. Dabei handele es sich um rund 50 Mitarbeiter. Diese seien freigestellt worden, sagt Ralph Grimm von Mitsubishi Motors auf Anfrage.

Nachdem sich die Neuigkeiten der Umstrukturierung im Betrieb ausgebreitet hatten, hätten manche Mitarbeiter sich aber auch schon vorher etwas Neues gesucht. "Die Leute gehen jetzt nach und nach", sagt Grimm.

Die Einigung mit dem Betriebsrat sei bereits im Dezember erfolgt.

In Geinsheim sei in den vergangenen Jahren an der Forschung und Entwicklung für den europäischen Markt gearbeitet worden. Nun werde weiterhin am Design gearbeitet - wenn auch in kleinerem Maße, so Grimm. "Wir warten nun ab, was die Zukunft bringt."

Die Gemeinde Trebur erfuhr von der Schließung erst, als sich ein Kaufinteressent meldete, so Bürgermeister Jochen Engel (Freie Wähler).

"Es gab eine Anfrage zum Bebauungsplan des Areals. Dann haben wir bei Mitsubishi nachgefragt." Der Kaufinteressent sei aber wohl etwas "nach vorne geprescht". Der Kauf von diesem Interessenten sei wohl wieder vom Tisch.

"Mitsubishi hat uns bislang noch keinen Grundstückskäufer vorgestellt und wir haben auch keine Infos, dass der Kauf schon über die Bühne gegangen ist", so der Bürgermeister.

Mitarbeiter ziehen um

Für die Gemeinde ist der Weggang des internationalen Autokonzerns natürlich unerfreulich, auch die Nachricht, dass Trebur einen seiner größten Gewerbesteuerzahler verliert, klingt besorgniserregend. Doch Engel beruhigt: "Glücklicherweise sind unsere Gewerbesteuererträge auf viele, insbesondere mittelständige, Gewerbesteuerzahler verteilt." Die Gemeinde Trebur habe nicht das "alles entscheidende Unternehmen", von dem die Gemeinde abhängig sei. Deshalb erwartet die Gemeinde auch keine gravierenden Änderungen im laufenden Haushaltsjahr. "Zudem unterliegt die Gewerbesteuer ohnehin starken konjunkturbedingten Schwankungen, so dass man ohnehin nicht mit jährlich gleichbleibenden Zahlungen einzelner Unternehmen rechnen kann."

Das Areal, das nun bald verlassen sein wird, ist rund vier Hektar groß. Die verbliebenen Mitsubishi-Mitarbeiter werden in Mieträumen in der Diamantstraße untergebracht werden.

So steht es im Bericht des Gemeindevorstands vom März. Weiter heißt es dort außerdem: "Mitsubishi ist bereits mit potenziellen Käufern für das Grundstück des Entwicklungszentrums im Gespräch und strebt eine Lösung an, bei der die erst kürzlich umgebauten und erweiterten Gebäude weiter genutzt werden können."

Kaufen könne das Areal grundsätzlich natürlich jeder, dies könne allerdings nicht einfach anders als im Bebauungsplan vorgesehen genutzt werden. Eine grundsätzlich andere Nutzung müsse die Gemeinde zunächst absegnen. Dass es dazu kommt, glaubt Bürgermeister Engel nicht, derzeit lägen auch keine Anfragen in dieser Richtung vor. Anna Grösch

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