Wie verschlammt sind die Straßen wirklich? Bürgermeister Jochen Engel (links) und Dyckerhoff-Manager Matthias Derstroff machen sich an Ort und Stelle ein Bild von dem Problem.
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Wie verschlammt sind die Straßen wirklich? Bürgermeister Jochen Engel (links) und Dyckerhoff-Manager Matthias Derstroff machen sich an Ort und Stelle ein Bild von dem Problem.

Kiebertsee-Verfüllung

"Wie geleckt wird es nie aussehen"

Schlammige Straßen bleiben weiterhin ein Problem, obwohl Dyckerhoff eine Reifenwaschanlage in Betrieb genommen hat. Jetzt hat das Unternehmen einen Vertrag zur zusätzlichen Reinigung der Straßen abgeschlossen.

Trebur -Die Regenmassen, die seit vielen Wochen herunterkommen, mögen vielleicht die ziemlich aufgezehrten Grundwasserspeicher auffrischen. Sie haben allerdings - zumindest in einigen Straßen von Geinsheim - einen ziemlich unangenehmen Nebeneffekt: Die vom Kiebertsee kommenden Laster - und das sind am Tag nicht wenige - tragen einiges an Schlamm auf die Straßen. Auch die eine oder andere Hausfassade an der besonders betroffenen Oppenheimer Straße bekommt davon etwas ab.

Kehrmaschine täglich unterwegs

Das Problem ist schon länger bekannt und sorgt besonders bei den Anwohnern noch immer für Ärger. Zwar hat Dyckerhoff mit einer Reifenwaschanlage für die vom Kiebertsee wegfahrenden Laster schon vor mehr als zwei Monaten nicht nur eine Gegenmaßnahme getroffen. Im Auftrag des Unternehmens ist zudem täglich drei mal eine Kehrmaschine unterwegs. Der braune Schlammfilm ist zeitweise dennoch nicht zu übersehen. "Wir werden es nun einmal nicht hinbekommen, dass die Straßen wie geleckt aussehen", stellte Bürgermeister Jochen Engel (Freie Wähler) bei einem Termin an Ort und Stelle mit Matthias Derstroff, Mitglied der Geschäftsleitung der am Kiebertsee tätigen Dyckerhoff Beton GmbH, fest. Die hat in Absprache mit der Gemeinde nahe des Kiebertsees inzwischen auch den unbefestigten Platz absperren lassen. Diese überdimensionale Schlammpfütze, die von Lasterfahrern gerne als Parkplatz genutzt wurde, hatte in den ersten Wochen nach der Inbetriebnahme der Reifenwaschanlage diese ad absurdum geführt.

Verfüllung wird eingestellt

Dennoch hat der Vor-Ort-Termin (wenige Stunden nach einem ausgiebigen Regen) gezeigt: "Klinisch sauber" kommt kein Laster vom Kiebertsee. "Wir haben jetzt mit einem ortsansässigen Unternehmen einen Vertrag zur zusätzlichen Reinigung der Straßen abgeschlossen", informierte Matthias Derstroff, der bei der Gelegenheit daran erinnerte, wie es zu dem erhöhten Lasteraufkommen und den damit verbundenen Problemen kam: Nach einem entsprechenden politischen Beschluss begann im Frühjahr 2016 die Verfüllung des Kiebertsees. Seitdem bringen Unternehmen, die Bauschutt loswerden müssen, diesen zum Beispiel an den Kiebertsee.

"Eigentlich haben wir damit nichts zu tun. Wir investieren dennoch in die Maßnahmen zur Eindämmung des Schlamm-Problems", unterstrich der Dyckerhoff-Manager. Doch mit der Verfüllung wird mit Ende des Jahres Schluss sein. "Die entsprechenden Verträge liegen den Juristen noch vor, aber wir gehen davon aus, dass es nur eine Formsache ist", bekräftigte Bürgermeister Engel bei der Gelegenheit.

So lange aber werden noch Kiebertsee-Laster durch Geinsheim fahren und bei Regen Schlamm mitbringen, bei Trockenheit Staub. Eine mögliche Ausweichroute durch die angrenzenden Felder ist nach Aussage von Bürgermeister Engel vom Tisch. "Dort liegt ein Reiterhof. Das wäre dann ein zu großes Risiko."

Immerhin: Sollten die Touren der Verfüll-Laster der Geschichte angehören, können die betroffenen Anwohner laut Aussage des Bürgermeisters darauf hoffen, dass ihre verdreckten Hausfassaden gereinigt werden. Ralph Keim

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