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Stolze Tümpel-Möglichmacher: Ingmar Stelzig, Alfred Kunert und Sandra Wolf vom Nabu mit der Treburer Umweltbeauftragten Anne Koszela und Maria Brohm von der Unteren Naturschutzbehörde (von links).

Laubfrösche

Auf der Wiese hinter dem Fritz-Becker-Bad entsteht dank der Nabu-Ortsgruppe ein Amphibientümpel

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Die Nabu-Ortsgruppe hat sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass zwei Amphibientümpel in Trebur und Geinsheim angelegt werden. Jetzt heißt es: Warten auf die Bewohner.

Noch ist kein Quaken zu hören, nur verschiedene Vogellaute, die über die Wiese hallen. Auch zu sehen gibt es noch nicht allzu viel, aber doch schon etwas, und das freut die anwesenden Naturschützer: In dem rund einen Meter tiefen Erdkrater hat sich Wasser gesammelt. Die umliegenden, kahlen Bäume spiegeln sich in der glatten Wasseroberfläche.

Kleines Biotop

„Das ist Grundwasser“, erklärt Alfred Kunert aus dem Vorstand der Treburer Nabu-Ortsgruppe. Dank des Regens der letzten Tage ist der Wasserspiegel noch mal ordentlich gestiegen – so, dass man erkennen kann, was hier entsteht: ein Tümpel, ein kleines Biotop und eine Oase für Laubfrösche.

Das zumindest hoffen Kunert und seine Mitstreiter. Im Juni 2016 hatte man völlig unverhofft erstmals seit Jahrzehnten wieder Laubfrösche auf der Wiese hinter dem Fritz-Becker-Bad, die der Nabu von der Gemeinde Trebur gepachtet hat, quaken hören.

Eine kleine Sensation, vermutlich bedingt durch das damalige Hochwasser des Schwarzbachs. Kurzerhand setzten die Umweltschützer alle Hebel in Bewegung, um den Fröschen genug Lebensraum zum Ansiedeln zu geben.

Rund zwei Jahre später hat es dann geklappt: „Ohne die Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde (UNS) und der Gemeinde hätten wir das nicht geschafft“, weiß Kunert. Das Land fördere mit der Hessischen Biodiversitätsstrategie Projekte wie dieses, erzählt Maria Brohm, Biologin der Unteren Naturschutzbehörde.

Bis die Förderung allerdings bewilligt und der Aushub auf der Wiese genehmigt war, habe es seine Zeit gedauert. Umso schneller sei dann das Ausheben des Tümpels selbst gegangen, sagt Ingmar Stelzig vom Nabu. „Nachdem die Zusage kam, haben wir in einer Art Nacht- und Nebelaktion noch schnell auf der Wiese farbig markiert, wo der Tümpel hin soll“, erzählt Stelzig. Übernommen habe das vor gut zwei Wochen das Treburer Unternehmen Rödner – nicht mehr als einen Tag hätten die Arbeiten mit dem Bagger gedauert. Die Kosten für den Treburer Tümpel und einen weiteren, ebenfalls knapp 100 Quadratmeter großen in Geinsheim belaufen sich auf 2500 Euro.

Mögliche Kennzeichnung

Bedenken wegen Störungen oder Vandalismus durch das im Sommer stattfindenden Trebur Open Airs, dessen Camper direkt auf der Nachbarwiese zelten, haben die Naturschützer keine. „Wir denken, dass es eher im Winter wichtig ist, dass wir den Tümpel kennzeichnen“, so Ingmar Stelzig.

Wenn die Fläche überschwemmt ist und zufriert, mache Einbrechen beim Schlittschuhlaufen auf der flachen Wiese wenig aus, im Tümpel aber schon. Wie genau eine Kennzeichnung aussehen könnte, soll noch überlegt werden.

Jetzt heißt es so oder so erst einmal abwarten: „Wir gucken nun, was passiert“, freut sich Ingmar Stelzig. Neben der Fauna ist Alfred Kunert besonders gespannt auf die Pioniervegetation, die sich als Erstes auf der rohen Erde am Rand des Tümpels ansiedelt.

Die Nabu-Aktiven erwarten unter anderem auch Teichmolche, Knoblauch- und Wechselkröten. „Die ersten Tiere erwarten wir im März oder April“, so Stelzig. Bis dahin und auch darüber hinaus soll der Tümpel sich selbst überlassen werden; die aufgeschüttete Erde neben dem Loch soll mit gesammelten Pflanzensamen bestreut und bewachsen werden.

In jedem Fall will die Ortsgruppe weitermachen: „Über die nächsten ein bis zwei Jahre wollen wir weitere Tümpel beantragen“, sagt Ingmar Stelzig.

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