Jan Bachmann (Freie Wähler) ist neuer Erster Beigeordneter von Trebur. Foto: Ralph Keim
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Jan Bachmann (Freie Wähler) ist neuer Erster Beigeordneter von Trebur.

Interview

"Wir sind ein gut funktionierendes Gremium"

Treburs Erster Beigeordneter Jan Bachmann über die Herausforderungen in seinem neuen Amt

Mit Jan Bachmann (Freie Wähler) amtiert seit der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung ein neuer Erster Beigeordneter. Unser Mitarbeiter Ralph Keim sprach mit dem Diplom-Verwaltungswirt über dessen neue Herausforderung.

Herr Bachmann, wie haben Sie sich in das neue Amt eingelebt?

Ich habe mich sehr gut in das neue Amt eingelebt. Per Mail habe ich mich bei allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Gemeinde schon einmal kurz vorgestellt. Der persönliche Austausch ist mir allerdings sehr wichtig. Deshalb werde ich versuchen, trotzdem noch möglichst viele von ihnen, gerade außerhalb der Gemeindeverwaltung, persönlich kennenzulernen. Einige Mitarbeiter konnte ich bereits an meinem "Einführungstag" im Rathaus kurz nach meiner Wahl kennenlernen. Viele im Rathaus habe ich allerdings schon in der Vergangenheit kennenlernen dürfen. 2019 absolvierte ich im Rahmen meines Studiums zum Diplom-Verwaltungswirt ein dreimonatiges Pflichtpraktikum im Fachdienst Sicherheit, Ordnung und Bürgerdienste.

Wie haben Sie sich als Politikneuling eigentlich auf die Aufgabe vorbereitet?

Bereits in der letzten Legislaturperiode besuchte ich Fraktionssitzungen der Freien Wähler, außerdem Ausschusssitzungen und Sitzungen der Gemeindevertretung. Zudem nahm ich als Zuschauer an allen Haushaltsberatungen für das Haushaltsjahr 2021 teil. Dadurch konnte ich bereits Einblicke erhalten, welche Projekte oder Aufgaben 2021 und in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollen. Gerade die Haushaltsberatungen 2021 fand ich für mich im Kommunalwahlkampf wichtig, um im Falle einer Wahl in ein politisches Amt, ob als Gemeindevertreter oder Beigeordneter, bestmöglich vorbereitet zu sein. Auch durch mein Praktikum hatte ich bereits Informationen darüber, wie in der Gemeindeverwaltung Trebur gearbeitet wird und kannte gewisse Verwaltungsprozesse. Damals war an ein Amt des Ersten Beigeordneten oder als Gemeindevertreter noch gar nicht zu denken. Trotzdem half es mir, mich auf die neue Aufgabe vorzubereiten.

Kommt Ihnen Ihr Studium zugute?

Von der fachlichen Seite her ist es sicherlich ein enormer Vorteil, dass ich über mein Studium fachliche Inhalte vermittelt bekam, etwa aus dem Kommunalrecht, dem Haushaltsrecht, dem Arbeitsrecht und dem Verwaltungsrecht. Zudem bilde ich mich gerade im Bereich der kommunalen Bauleitplanung weiter, da ich hier noch kein fachliches Hintergrundwissen besitze.

Wie hoch würden Sie das monatliche Pensum als Erster Beigeordneter einschätzen, einschließlich der Gremiensitzungen?

Das ist jetzt nur schwer einschätzen. Dies liegt auch daran, dass wegen Corona auch keine Veranstaltungen stattfinden. Aber klar ist, dass es ein eher zeitintensives Ehrenamt ist. Derzeit nehme ich jeden Montag an Fraktionssitzungen der Freien Wähler teil. Mittwochs findet meine wöchentliche Rücksprache mit Bürgermeister Jochen Engel statt. Bei dieser Gelegenheit arbeite ich auch meine Unterschriftenmappe durch. Außerdem tagen mittwochs der Gemeindevorstand und gegebenenfalls die Ausschüsse, an einigen Freitagen im Jahr die Gemeindevertretung. Demnächst stehen dann noch Teilnahmen oder Sitzungsleitungen bei verschiedenen Kommissionen an. Diese tagen allerdings eher unregelmäßig. Nicht zu vergessen die internen Sitzungen der Gemeindeverwaltung, so weit es zeitlich mit dem Beruf vereinbar ist. Viel Zeit nimmt natürlich die Vorbereitungen auf die Sitzungen in Anspruch. Es müssen Unterlagen gelesen werden, um sich eine eigene Meinung zu verschiedensten kommunalpolitischen Themen zu erarbeiten.

Wie würden Sie die Stimmung im Gemeindevorstand beschrieben?

Die Stimmung im Gemeindevorstand empfinde ich derzeit als sehr angenehm. Wir sind ein gut funktionierendes, kollegiales Gremium. Außerdem finde ich die Mischung aus erfahrenen und neuen Mitgliedern des Gemeindevorstandes sowie jüngeren und älteren Mitgliedern sehr gut. Es wird sachlich und zielorientiert gearbeitet. Ich bin froh, Teil des Gemeindevorstandes zu sein, da hier tolle Persönlichkeiten vertreten sind.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit Bürgermeister Jochen Engel?

Die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut. Er nimmt sich in unseren Rücksprachen viel Zeit, um mich über die aktuellsten Verwaltungsangelegenheiten und kommunalpolitischen Themen zu informieren. Außerdem erklärt er mir komplexe Themen ausführlich. Das macht es mir natürlich einfacher, in diese Themen einzusteigen und mir ein Meinungsbild zu erarbeiten. Sicherlich auch von Vorteil ist, dass zwischen uns kein großer Altersunterschied liegt. Außerdem sind wir beide Mitglied derselben politischen Vereinigung. So entsteht beispielsweise keine Konkurrenz. Ich schätze Jochen Engel persönlich als Menschen. Dies ist sicherlich auch eine gute Basis für eine gute Zusammenarbeit.

Wäre ein Engagement als Berufspolitiker eine Option für Sie?

Mit 23 Jahren sollte man nie etwas für die Zukunft grundsätzlich von vorne herein ausschließen. Derzeit ist es aber keine Option für mich. Zurzeit bin ich sehr zufrieden mit meinem Beruf als Verwaltungsbeamter beim Landeswohlfahrtsverband Hessen und dem politischen Ehrenamt als Erster Beigeordneter.

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