Insgesamt ein Hektar groß sind allein die Blühstreifen, die Roland Kraft angelegt hat
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Insgesamt ein Hektar groß sind allein die Blühstreifen, die Roland Kraft angelegt hat

Artenschutz

Wo sich Insekten richtig wohlfühlen

Landwirt Kraft hat in Trebur insgesamt einen Hektar an Blühstreifen angelegt. Das freut nicht nur die Bienen.

Trebur -Insekten, besonders die Bienen, finden hier alles, was sie für ihr emsigen Tun brauchen. Hasen und Rebhühnern bieten sie Unterschlupf. Wer mit offenen Augen durch die Gemarkung von Trebur fährt oder spazieren geht, dem fallen die vielen Blühstreifen zwischen Äckern und Feldern mit Sicherheit auf.

Dem Menschen bieten diese Farbtupfer eine Wohltat fürs Auge. Und wer sich diesen wilden Gärten nähert, kann das Brummen und Summen der Insekten deutlich hören. Roland Kraft gehört zu den Landwirten in der Großgemeinde Trebur, die auf ihren Feldern solche Blühstreifen angelegt haben. Insgesamt bewirtschaftet er 50 Hektar. 45 Hektar davon sind Ackerland, fünf davon Wiesen.

Und auf insgesamt einem Hektar hat Roland Kraft 2019 erstmals Wildblumen-Samen ausgesät. An dem blühenden Ergebnis erfreuen sich im Sommer Mensch und Tier gleichermaßen.

Trebur: Unterschiedliche Blumensorten

Mit seinem nachhaltigen Engagement beteiligt sich Roland Kraft an dem "Feldflurprojekt Rheinauen bei Trebur", in dessen Rahmen die Biodiversität in Hessen gefördert werden soll, die zuletzt zum Teil dramatisch zurückgegangen war. Für seine Blühwiesen, die zulasten des Getreideanbaus gehen, bekommt Roland Kraft vom Land Hessen jährlich 1300 Euro als Ausgleichszahlung. "Die entsprechenden Samen muss ich allerdings aus eigener Tasche bezahlen", unterstreicht der Landwirt, der für die CDU auch in der Gemeindevertretung sitzt.

Und bei der Auswahl des Samens sei es ihm wichtig, dass möglichst viele unterschiedliche Blumensorten - es dürften an die 30 sein - über mehrere Monate blühen. "Somit ändert sich das Bild, das sich dem Spaziergänger bietet, ständig.

Ansonsten wird der Blühstreifen sich selbst überlassen." Und damit auch der Spaziergänger darüber informiert wird, hat er zudem entsprechende Hinweisschilder am Rand der Blühstreifen aufgestellt. Untersuchungen im Rahmen des Feld-Flur-Projektes haben erheben, dass sich beispielsweise die Population des Rebhuhns erholt hat. Auch die Haubenlerche profitiere von den Blühstreifen, außerdem Wildtiere.

Und die Hasen, die über die Wiesen, Felder und Wege der Treburer Gemarkung hoppeln, laben sich am Klee, den Roland Kraft eigens für sie gepflanzt hat. Und geht es dem Hasen gut, hat auch der Fuchs ausreichend Nahrung.

Neben einem der Blühstreifen von Roland Kraft reifen gerade Zuckerrüben heran. Auch hier hat der Landwirt ein kreatives Schild aufgestellt: "Sonnenkraftwerk Rübe", heißt es darauf und weiter: "Ein Hektar Zuckerrüben bindet 35 Tonnen Kohlendioxid und setzt 26 Tonnen Sauerstoff frei." Es ist nämlich dem Landwirt wichtig, den Bürger und damit den Verbraucher aus erster Hand über die regionale Landwirtschaft zu informieren.

Dazu zählt auch Aufklärungsarbeit: Da ein bekannter Lebensmittelmarkt, der auch in Trebur eine Filiale hat, bei Kohlrabi eine handliche Größe verlange, komme es vor, dass übergroßer Kohlrabi auf den Feldern verrotte, nennt er ein Beispiel.

Hunderte Liter Wasser zur Ernte in Trebur

"Wer möchte, kann mit mir gerne in die Felder kommen", bietet er fundierte Informationen direkt vor Ort an. Er selbst baut Mais, Gerste und Getreide an. Bei solchen Besuchen von Hof und Acker würde der Verbraucher beispielsweise erfahren, dass es 400 Liter Wasser braucht, um ein Kilo Weizen zur Ernte zu bringen.

Auf seinem Hof auf halbem Weg Richtung Geinsheim hält Roland Kraft zudem einige Schweine. Die sind selbstverständlich die Attraktion, wenn Schulklassen zu ihm auf den Hof kommen.

Und dann zeigt Roland Kraft den Jungen und Mädchen auch, wie eine Zuckerrübe aussieht, wie Gerste und Weizen aussehen und welche Lebensmittel daraus gemacht werden. Von Ralph Keim

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