Wie geht es mit dem Areal hinter Jochen Engel und Petra Martin weiter? Martin vertritt die Hessenauer Bürger, die das geplante Projekt "Wohnen am See" ablehnen. Bürgermeister Jochen Engel hat ein offenes Ohr für ihre Bedenken und sucht weiterhin den Dialog. Foto: Ralph Keim
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Wie geht es mit dem Areal hinter Jochen Engel und Petra Martin weiter? Martin vertritt die Hessenauer Bürger, die das geplante Projekt "Wohnen am See" ablehnen. Bürgermeister Jochen Engel hat ein offenes Ohr für ihre Bedenken und sucht weiterhin den Dialog.

Wohnen

"Wohnen am See": Das ganze Konzept steht jetzt auf dem Prüfstand

Anwohner im Treburer Ortsteil Hessenaue üben schon lange Kritik an dem Bauvorhaben "Wohnen am See" in ihrer direkten Nachbarschaft. Die Skepsis hat nun auch weite Teile der Politik erreicht.

Wie wird es im Ortsteil Hessenaue mit dem Projekt "Wohnen am See" weitergehen? Geplant sind vier Neubauten. Bürgermeister Jochen Engel (Freie Wähler) hat ein passenden Bild parat: "Dazu haben wir vor der Kommunalwahl auf den Pausenknopf gedrückt." Ginge es nach den Vorstellungen und dem Willen von Petra Martin ist die Sache einfach: "Wir wollen nicht, dass das Grundstück am See bebaut wird." Damit spricht die Hessenauerin für nach eigenen Angaben rund 170 weitere Bürger, die die geplante Bebauung mit vier Wohnhäusern ablehnen und dies bereits mit ihren Unterschriften bekräftigt haben.

Bei einem Ortstermin unterstrich Petra Martin, dass es sich bei dem Areal an der Feldstraße um ein landschaftliches Juwel handele, um ein Stück Natur, das Vögeln und ungefiederten Kleintieren wertvollen Lebensraum bietet. "Daher wollen wir nicht, dass es bebaut wird. Die geplante Bebauung passt einfach nicht hierher." Im Zuge der Diskussionen um die geplante Wohnbebauung war immer wieder diese pauschale Ablehnung "das passt nicht zum überwiegend ländlich geprägten Hessenaue" geäußert worden. Landwirt Günter Kemmer befürchtet als gegenüberliegender Nachbar, dass an der Feldstraße geparkte Autos seine Ausfahrt behindern könnten.

Investor weiterhin gesprächsbereit

Die Skepsis hat mittlerweile auch weite Teile der Politik erreicht. Noch vor der Kommunalwahl Mitte März wurde daher das städtebauliche Konzept für den Ortsteil Hessenaue auf den Prüfstand gestellt und genauer unter die Lupe genommen. "Dieses Konzept war ja die Grundlage für den Bebauungsplan, der für ,Wohnen am See' aufgestellt werden muss", erläutert Bürgermeister Engel. Das städtebauliche Konzept sehe vor, dass ein Grundstück mit maximal zwei neuen Häusern bebaut werden darf, ein Eckgrundstück mit vier Häusern.

"Aber ein Eckgrundstück ist ja hier bei Wohnen am See nicht gegeben", bekräftigt Bürgermeister Engel. Immerhin seien der Grundstückseigentümer und der Investor weiterhin zu Gesprächen bereit, versichert der Bürgermeister. Die aktuelle Pause will die Kommune grundsätzlich nutzen, eventuell einen Bebauungsplan für das komplette Hessenaue-Gebiet aufzustellen. "Denn bislang wurde für jedes einzelne Bauvorhaben ein eigener Bebauungsplan aufgestellt."

Bürgerinformation online geplant

Dazu habe die Verwaltung die Grundstückseigentümer kontaktiert und nach in absehbarer Zeit geplanten Bauvorhaben gefragt. "Die Rückmeldungen laufen noch." Von einem allgemeinen Bebauungsplan soll jedoch "Wohnen am See" ausgeklammert werden, da der Prozess schon zu weit fortgeschritten sei und man es dem Investor ersparen wolle, noch einmal von vorne zu beginnen.

Der gesamte Themenkomplex "Neubauvorhaben im Ortsteil Hessenaue" soll in die ersten Ausschüsse nach der am 23. April anstehenden Konstituierung der Gemeindevertretung gebracht werden. Nach aktuellem Sitzungskalender wäre das frühestens Anfang Mai. Als nächsten Schritt plant die Verwaltung eine Online-Bürgerinformation, ähnlich wie schon einmal zur Verkehrssituation rund um das Alte Rathaus in Geinsheim.

Der vergleichsweise kleine See an der Feldstraße wurde, wie vielerorts in diesem Teil von Trebur, in den 1950er Jahren ausgebaggert. Zu einem tragischen Unfall kam es vor rund 60 Jahren, als dort ein Kind ertrank. Der dann neue Eigentümer ließ das Areal einzäunen und verpachtete es später zu Freizeitzwecken. Davon zeugen, so weit man das eingegrünte Areal einsehen kann, Hütten in Größen von Gartenhäuschen.

Da der Satzungsbeschluss zu "Wohnen am See" immer noch aussteht, kann ein Platzen des Vorhabens nicht ausgeschlossen werden. Oder der Investor zieht sich von sich aus zurück. Auch das kann der Bürgermeister nicht ausschließen. Dann herrscht erst einmal weiterhin "still ruht der See". Denn nach Beobachtungen der Anwohner halten sich die dortigen Freizeitaktivitäten auch im Sommer in Grenzen. (Ralph Keim)

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