Sommer, Sonne, Festival: Bei gutem Wetter lockt das Trebur Open Air viele Tausend Besucher an. Ob das beliebte Musikfestival in diesem Jahr stattfindet, soll sich Ende Mai, Anfang Juni entscheiden.
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Sommer, Sonne, Festival: Bei gutem Wetter lockt das Trebur Open Air viele Tausend Besucher an. Ob das beliebte Musikfestival in diesem Jahr stattfindet, soll sich Ende Mai, Anfang Juni entscheiden.

Festival

Wunsch nach klaren Vorgaben

Der Macher des Open Air hat das Bündnis "Festivals in Hessen" initiiert.

Trebur -Das Trebur Open Air (TOA) soll vom 6. bis 8. August über die Bühne gehen. Doch kann die Veranstaltung, die bei schönem Wetter viele Tausend Besucher anlockt, vor dem Hintergrund der immer noch vorherrschenden Corona-Pandemie überhaupt stattfinden? Oder muss das Festival - wie schon im vergangenen Jahr - abgesagt werden?

Zu beiden Fragen kann Merlin Jost derzeit keine Antworten geben. Jost gehört zum Team der Macher des Open-Air-Festivals, das derzeit sozusagen in der Luft hängt. Das Programm steht zwar längst. Aber die Organisatoren des Treburer Festivals müssen die Fans notgedrungen hinhalten. Und nicht nur sie. Kein Festival-Veranstalter in Hessen kann derzeit verbindliche Aussagen zum Musik-Sommer 2021 treffen. Vor diesem Hintergrund hat Merlin Joost ein neues Aktionsbündnis ins Leben gerufen, das hessenweit die Interessen von Machern und Veranstaltern von mehr als 40 Festivals vertritt. Dieses Bündnis "Festivals in Hessen" fordert die Politik zum öffentlichen Diskurs auf. Konkret soll die Politik Vorgaben und Rahmenbedingungen liefern, wie Festivals im zweiten Corona-Sommer stattfinden können.

Viele Fragen bleiben ungeklärt

Merlin Jost ist überzeugt, dass Festivals auch in diesen Zeiten der Pandemie möglich sind. "Aber es fehlen klare Regelungen, etwa zu Hygienekonzepten", kritisiert Jost. Nicht geklärt sei beispielsweise auch die Frage, wie eine Großveranstaltung definiert ist. Zu diesen und anderen Fragen sollen die Veranstalter aber unbedingt einbezogen werden.

Zudem fordert das Aktionsbündnis nachhaltige Förderprogramme. Existierende Programme würden oft nur "aufs Blaue hinaus" zielen und an den Realitäten vorbeigehen. "Viele Festivals fallen durch das Raster", weiß Jost aus zahlreichen Gesprächen, bei denen er auf Ratlosigkeit und auch Wut gestoßen sei.

Die Macher weisen die Politik ausdrücklich darauf hin, dass viele Festivals ehrenamtlich organisiert werden. "Beispielsweise das Trebur Open Air mit insgesamt rund 200 Helfern", bekräftigt Jost. Aber auch die Festivals, bei denen der kommerzielle Gedanke keine Rolle spielt, müssen sich wirtschaftlich tragen.

Schützenswertes Kulturgut

Unter der Überschrift "Bühnen eine Bühne geben" hat das Aktionsbündnis ein zehnseitiges Positionspapier verfasst, das inzwischen die Landtagsabgeordneten - mit Ausnahme der AfD - erhalten haben. Darin ist unter anderem die Rede davon, dass es sich bei der hessischen Festivallandschaft um ein schützenswertes Kulturgut handele, das eigentlich weit oben stehen müsste.

"Leider fühlen wir uns von der Politik missachtet und keinesfalls wahrgenommen - ungeachtet der Größe des Festivals", so der Wortlaut des Papiers. Immerhin seien die ersten Rückmeldungen durchaus positiv gewesen, kann Merlin Jost vermelden.

Turbostaat, Radio Havanna, Black Mirrors, Petro Girls - das sind nur vier von knapp 20 Bands und Gruppen, die beim Trebur Open Air den Besuchern einheizen wollen. Hinzu kommt ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Noch bis Ende Mai, spätestens bis Anfang Juni will das TOA-Team abwarten. Wenn bis dahin keine Signale der Politik kommen, würde das Festival erneut notgedrungen abgesagt. Die Tickets würden dann erstattet werden. Ralph Keim

Weitere Informationen zum Festival gibt es unter www.treburopenair.de, zum Aktionsbündnis unter www.live-in-hessen.de.

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