OB Udo Bausch (links) und Radverkehrsbeauftragte Brit Scherer (rechts) zeichneten die erfolgreichsten Teilnehmer aus.

Stadtradeln 2018

Der Umwelt 24 Tonnen CO2 erspart

Die Stadt hat die erfolgreichsten Teilnehmer des dreiwöchigen Stadtradelns 2018 geehrt. Insgesamt legten im Sommer 761 Radler in 40 Teams über 170 000 Kilometer zurück – ein wertvoller Beitrag für die Umwelt.

8000 Kilometer im Jahr? Für Thomas Kovacs kein Problem. Als er von dem Aufruf der Kommune hörte, dass es dieses Jahr wieder ein Stadtradeln geben werde, tat sich Kovacs kurzerhand mit seinem ebenfalls radfahrbegeisterten Kollegen Guido Flauaus zusammen. Der Rüsselsheimer und der Griesheimer meldeten sich als „Team Griesselsheimer“ (eine Wortschöpfung aus beiden Städtenamen) an und traten im Sommer drei Wochen lang kräftig in die Pedale. Zusammen schafften sie 1266 Kilometer.

Für diese Leistung gab es jetzt eine Urkunde in Gold. Denn Thomas Kovacs und Guido Flauaus radelten sich mit diesen 1266 Kilometern in der Kategorie „Fahrradaktivstes Team mit den meisten Kilometern pro Teilnehmer“ an die Spitze.

Hätten sie ein Auto genommen, hätten sie damit knapp 180 Kilo Kohlenstoffdioxid in die Luft geblasen. Aber die beiden waren selbstverständlich nicht die einzigen, die bewiesen, dass sie stramme Waden haben, dass sie Wind und Wetter (wobei es in diesem Jahr eher die permanente Hitze war) trotzen und das Auto nach Möglichkeit stehen lassen.

Als Oberbürgermeister Udo Bausch (parteilos) am Montagabend in der Rathaus-Rotunde die erfolgreichsten Teilnehmer des Stadtradelns auszeichnete, hatte er einige Urkunden zu verteilen. Unter den begeisterten Stadtradlern war auch Gerhard Dörr vom Radfahrer-Verein Opel.

Direkt aus Frankfurt

Der 75-jährige Senior war direkt vom Frankfurter Weihnachtsmarkt gekommen – selbstverständlich mit dem Rad. „Wir unternehmen jeden Mittwoch eine Radtour“, erzählte er. Jedes Jahr 7000 bis 8000 Kilometer mit dem Drahtesel zurückzulegen, ist für ihn ebenfalls eine Selbstverständlichkeit. 761 Radlerinnen und Radler hatten sich in 40 Teams in diesem Sommer am Rüsselsheimer Stadtradeln beteiligt. Zusammen legten sie 170 735 Kilometer zurück und ersparten der Umwelt in und um Rüsselsheim rund 24 Tonnen Kohlenstoffdioxid. Damit hat Rüsselsheim, das 2009 mit gerade einmal 38 Teilnehmern in zwei Teams erstmals am Stadtradeln teilnahm, das viertbeste Ergebnis der eigenen Stadtradel-Historie hingelegt.

Das freute nicht nur den Oberbürgermeister, der das Team Magistrat beim Stadtradeln verstärkt hat. Auch die Rüsselsheimer Radverkehrsbeauftragte Brit Scherer war begeistert. Für sie war es ebenfalls eine Selbstverständlichkeit, beim Stadtradeln teilzunehmen. Ihr Ergebnis: 465 Kilometer. „Aber ich fahre praktisch jeden Tag mit dem Rad“, bekräftigte sie.

Auch sicher abstellen

Bausch nutzte die Gelegenheit, über die aktuellen Entwicklungen in Rüsselsheim zu berichten. Der Trend gehe mehr und mehr dazu, die Radwege parallel zur Straße zu verlegen, also weg von der Idee, ihn auf dem Gehweg verlaufen zu lassen. Die Stadt werde dies beispielsweise in Königstädten umsetzen. Bausch verschwieg allerdings nicht die Probleme, die damit verbunden sind und verwies darauf, dass Fahrradwege oft von Kraftfahrzeugen blockiert würden, beispielsweise durch Paketdienste. „Das ist eine Herausforderung, der wir uns stellen müssen.“

Bausch sprach sich außerdem für sichere Abstellmöglichkeiten nahe des Bahnhofs aus und brachte ein Fahrradparkhaus ins Gespräch.

Der OB zitierte aus einer Studie, wonach derjenige, der mit dem Rad in die Innenstadt komme, mehr Geld ausgebe als derjenige, der die City zu Fuß aufsuche. „Der Radler muss aber auch wissen, dass er sein Fahrrad sicher abstellen kann.“ Der Termin für das Stadtradeln 2019 steht bereits fest. Vom 1. bis 21. Juni.

von RALPH KEIM

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