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Landwirtschaft

Viel Kondition für die Kohlernte

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Spätherbst, die beste Zeit für die Kohlernte. Wir haben den Bauschheimer Landwirt Herbert Jung und seine Erntehelfer auf den Acker begleitet.

Schon nach dem fünften Kohlkopf protestiert der Rücken, nach dem siebten machen sich die Oberschenkel bemerkbar. Wer Rot- und Weißkohl ernten will, muss Kondition haben – so, wie die zwei Erntehelfer des Jung’schen Hofs in Bauschheim, die eingespielt einen rötlich-blau schimmernden Kopf nach dem anderen zu ihren Kollegen auf dem Anhänger befördern.

Flink und präzise

Bis zu acht Kilogramm wird ein großer Weißkohlkopf schwer. Mit Leichtigkeit und beeindruckend flink geht das voran, oben bei den Erntekisten stehen zwei weitere Helfer und fangen die Kohlköpfe auf.

Die Nachmittagssonne scheint, es sind gute 16 Grad auf dem Acker – viel zu warm, findet auch Herbert Jung, der am Steuer des Traktors sitzt und alle paar Minuten den Anhänger ein Stück nach vorne, zum nächsten Kohlkopf-Berg fährt.

„Der Regen der letzten Tage war gut“, sagt er. Insgesamt sei die Situation des ganzen Jahres ziemlich schlecht gewesen. „So was hatten wir Landwirte noch nie“, sagt er.

Der Kohl, der Ende Juni gepflanzt wurde und seit gut einer Woche geerntet wird, habe quasi keinen natürlichen Niederschlag abbekommen. „Wir mussten ständig berieseln“, so Jung. „Das Jahr hat manch einen von uns schon ratlos gemacht“, sagt er seufzend. Dem Kohl geht es trotzdem gut, die Ernte ist so, wie sie sein soll. Rund 25 Kisten à 400 Kilogramm werden täglich geerntet. Dazu sind mehrere Arbeitsschritte nötig: „Zuerst drückt man eines der äußeren Blätter mit der Faust nach unten“, erklärt Jung direkt am Objekt.

Effizient organisiert

Dann schneidet er den Kohlkopf mit einem präzisen Messerhieb ab und legt ihn zwischen die Reihen. Dort liegen bereits viele andere Köpfe, überall auf dem Feld finden sich solche Haufen.

Wenn anschließend der Traktor samt Anhänger durch die Spuren fährt, können die Erntehelfer so effizient arbeiten.

Die Blätter der Pflanze bleiben stehen – als Humus. „Wir pflanzen später im Jahr noch Weizen, der ist dankbar für die gute Erde“, sagt Jung.

Sind die Kisten im Anhänger voll, geht es zurück zum Hof. Mit dem Gabelstapler lädt der Bauschheimer eine Kiste nach der anderen ab und fährt sie in die Halle. „Kohl ist ein Lagergemüse“, erklärt Herbert Jung. Was nicht zu Rot- und Sauerkraut verarbeitet wird, kann theoretisch im Kühlhaus bis April lagern. „Bis zum Frost sollte alles reingeholt sein.“

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