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Der ständig zunehmende Lärmpegel in vielen Gegenden der Welt veranlasst die Menschen sich eine Art Taubheit anzutainieren.

Fluglärm

Viel Lärm um die Obergrenze

Die Politiker im Kreistag diskutierten über eine Obergrenze beim Fluglärm. Grundsätzlich waren sich die Parteien einig.

Einige Anträge der Opposition beschäftigten den Kreistag Groß-Gerau bei seiner jüngsten Sitzung. Darunter war eine Beschlussvorlage der FDP-Freie Wähler-Fraktion mit der Forderung, der Kreisausschuss solle sich für eine „absolute Lärmobergrenze“ einsetzen. Dies fand einige Zustimmung aus den Reihen der Abgeordneten, aber mit Änderungsanträgen der CDU-Fraktion zum einen und der Koalition aus SPD und Grünen zum anderen, hatten FDP und Freie Wähler keine Chance auf viele Lorbeeren. „Die FDP, stellt gemeinsam mit den Freien Wählern, einen im Ansatz guten Antrag“, lobte Christiane Böhm, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Die Linke/Offene Liste. „Offensichtlich aber wird sie nun auf Nachdruck anderer Parteien zurückrudern“, so Böhm.

Gisela Schlüter (FDP) warb nochmals für die Vorlage ihrer Fraktion im Hinblick eines gleichzeitig dem Kreistag zur Kenntnis vorgelegten Lärmminderungskonzepts. „Hier wird Lärm verteilt, aber es wird nicht weniger. Wir brauchen in dieser Region einen Wert des Lärms, auf den die Bürger vertrauen können“, erklärte sie. Damit „die Diskussion um den Wachstumsmotor Flughafen in diesem stark besiedelten Gebiet zu befrieden“ ginge, müsse es klare Zahlengrundlagen geben, meinte Schlüter.

Christiane Böhm ging dieser Ansatz nicht weit genug. Norbert Schaffner (Grüne) bedankte sich zunächst bei seinen Vorrednern, lehnte den Antrag jedoch ab mit der Begründung: „Das ist polemisch. Wir brauchen zwar eine Lärmobergrenze, aber die Definition dafür ist schwierig.“ Lärm beschränke sich nicht nur auf Flugzeuge, sondern würde von anderem Verkehr wie Straße und Bahn erzeugt. „Bahnlärm muss genauso begrenzt werden“, forderte er. Sowohl Flugzeuge als auch Züge müssten künftig leiser werden.

Günter Schork (CDU), Mitglied des Landtags und Fraktionsvorsitzender seiner Partei im Kreistag, verwies auf bestehende gesetzliche Grundlagen. „Es steht doch alles im Planfeststellungsbeschluss, den übrigens ein CDUler unterschrieben hat. Wir müssen uns an Recht und Gesetze halten.“ Er meinte, es schade nicht, wenn der Kreis das derzeit heftig diskutierte Lärmpausenmodell ausprobiere. Der Grüne und hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir hatte bekanntgegeben, dass dies vom 23. April am Flughafen getestet werde. Es sei unter anderem vorgesehen, die Nordwestlandebahn zwischen 22 und 23 Uhr nicht zu benutzen. Darauf habe sich die Fluglärmkommission geeinigt.

Zähe Verhandlungen

waren der Entscheidung vorausgegangen. „Letztlich sind wir uns doch einig darüber, dass es eine Lärmgrenze geben muss“, sagte Schork bei der Diskussion im Kreistag.

(fnp)

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