Umzug in Egelsbach

Viel Radau und der Himmel so blau

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Donald Trump versprach vom Motivwagen herunter, eine Mauer zwischen Egelsbach und Erzhausen zu bauen. Und neben süßen Versprechen gab es jede Menge Bonbons für die Kleinen und Sekt für die Großen.

Prinz André der Erste, Artist de doublage, Allerdurchlauchtigster autoschraubender Graf Gourmet mit dem Auge des Gesetzes, und seine Prinzessin Bianca die Erste, Hochwohlgeborene Hupfdohle aus dem Geschlechte der Urbanus, Königliche Hoheit über die begnadeten Lido Girls, hätten es sich nicht schöner erträumen können. Der Höhepunkt der närrischen Kampagne, der große Umzug am Faschingssamstag durch Egelsbach, startete um 15.11 Uhr bei absolutem Kaiserwetter.

So war es kein Wunder, dass Tausende toll kostümierte Egelsbacher und Gäste aus Langen und der Umgebung die Gassen säumten und dem Hochwagen mit den Tollitäten zujubelten. Ihre Lieblichkeit Prinzessin Bianca und seine Herrlichkeit Prinz André dankten es mit einem wahren Bonbon-Feuerwerk. Insgesamt waren es 29 Zugnummern mit rund 475 Akteuren, die sich am Berliner Platz beginnend durch die Gassen schlängelten.

Den musikalischen Schwung brachte der Musikzug der SG Weiterstadt an den Anfang des Zuges. Dicht darauf folgten die Kanoniere, die mit lauten Kanonenschlägen so manch einen Zugbesucher ordentlich erschreckten. Der Vogelschutz- und Zuchtverein lief mit seinen Mitgliedern in zauberhaften Pinguin-Kostümen auf. Die närrischen Vögel hatten nicht nur Süßigkeiten für die Kleinen, sie schenkten auch Sekt für die Großen aus.

Die Kerbborschen 2017 übten sich schon einmal im Fahnenschwenken – und wie sollte es anders sein, die Jungs marschierten mit großen Ebbelwoi-Kanistern durch die Menge. Die Garden grüßten mit feuerrot geschminkten Lippen mit Helau, und der Spielmannszug der Feuerwehr Sprachbrücken spielte im Chinesen-Kostüm närrische Märsche. Die „zwanzig Freunde“ gingen als überdimensionierte Weintrauben auf den Umzug und die „wilden Weiber und ihre Männer“ als plüschig-bonbonfarbene Teddybären.

Der Mallorca-Fanclub – laut wie immer mit stampfender Karnevalsmusik – hatte sich einen besonders schönen Spruch für den riesigen Laster ausgedacht. Donald Trump zierte ihren Motivwagen. Der frisch angetretene amerikanische Präsident fordert „Make Elschbach great again“ und verspricht auch, eine Mauer zwischen Egelsbach und Erzhausen zu bauen, welche die ungeliebten Nachbarn bezahlen werden. Der Egelsbacher Elferrat winkte von hoch oben, die Kappen hatten besonders viel süße Munition geladen, und die Aktiven des Äppliclubs zogen als gut gelaunte Schneemänner durch die Straßen.

Der Samstag als Umzugstag habe sich etabliert, so Hans Joachim Jaxt vom Organisationsteam, der zu der Entscheidung steht, das Spektakel von Dienstag auf Samstag gelegt zu haben. „Wir haben es so viel leichter Akteure zu gewinnen, weil sich niemand extra freinehmen muss“, sagt Jaxt. Seinen Job als Moderator war er allerdings los. Die große Bühne gegenüber der Kirche wurde nicht aufgebaut, weil es für die 15 Minuten zu viel Aufwand gewesen wäre, den Wagen und die Technik aufzubauen. Die Besucher bedauerten das, weil jetzt an der Kirche die Wartezeit auf den Umzug nicht mit Musik überbrückt wurde. Gefeiert wurde aber doch genug, und nach dem großen Kamellenwerfen ging es im Bürgerhaus mit der großen Zugparty weiter.

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