Unwetter in Hessen

Wehr leistete Schwerstarbeit

Im Dauereinsatz: Die Feuerwehren in den Kreisen Offenbach und Groß-Gerau hatten am Wochenende alle Hände voll zu tun. Sie mussten wegen des Unwetters zahlreiche Keller auspumpen.

Von OLIVER KMETEC

Das Tief „Elvira“ hat in den vergangenen Tagen für mehrere schwere Unwetter gesorgt. Auch in der Nacht von Sonntag auf Montag mussten die Feuerwehren in den Kreisen Groß-Gerau und Offenbach teilweise Schwerstarbeit verrichten.

Im Kreis Offenbach wurden insgesamt mehr als 500 Einsätze abgearbeitet, von denen alleine in Rodgau mehr als 200 nötig waren. Dort brannte auch ein Dachstuhl aufgrund eines Blitzeinschlags vollständig ab. In Neu-Isenburg kam es lediglich zu 18 Einsätzen. Zwischen 23.13 und 3.13 Uhr war die Feuerwehr wegen zweier Fehlalarmen automatischer Brandmeldeanlagen und mehrerer vollgelaufener Keller im Einsatz. Darüber hinaus unterstützten die Einsatzkräfte mehrfach die Kollegen in Dietzenbach und Heusenstamm. Insgesamt waren 57 Kräfte mit elf Fahrzeugen aus Neu-Isenburg und Zeppelinheim im Einsatz. Am Montagmorgen wurden weitere vier Keller ausgepumpt.

In Dreieich wurde bei einem Einsatz in der Kläranlage in Buchschlag ein Feuerwehrmann durch einen Stromschlag leicht verletzt. Mehrere vollgelaufene Räume, darunter auch Technikräume, hatten den Einsatz notwendig gemacht. Der Verletzte wurde von einem Notarzt untersucht und zur Beobachtung in eine Klinik eingeliefert. Außerdem mussten die Feuerwehren zwischen 0.50 und 7.30 Uhr zehn vollgelaufene Keller auspumpen. Insgesamt waren 25 Kräfte mit sieben Fahrzeugen im Einsatz. Da es in Dreieich relativ ruhig blieb, konnten 35 Einsatzkräfte mit vier Fahrzeugen zur Unterstützung nach Dietzenbach entsendet werden. Von 8.45 bis 14 Uhr wurden zehn weitere Keller ausgepumpt.

In Langen war die Feuerwehr zwischen 0.41 und 11.25 Uhr fünf Mal im Einsatz. Außerdem wurden die Kollegen in Dietzenbach und Rodgau bis in den Morgen bei diversen Unwettereinsätzen unterstützt.

Die Leitstelle des Kreises Groß-Gerau verzeichnete von Freitagabend bis Montagmorgen um 9 Uhr rund 300 Einsätze. Sowohl am Freitagabend als auch in der Nacht von Sonntag auf Montag musste die Leitstelle personell verstärkt werden. „Es wurde am Wochenende nie wirklich ruhig, auch wenn die Schwerpunkte eindeutig am Freitagabend und Sonntagnacht waren“, berichtete Kreisbrandinspektor Friedrich Schmidt.

In Mörfelden ging der erste Notruf um 23.53 Uhr ein. Wegen eines Stromausfalls in der Cranachstraße wurde eine Alarmhupe von der Feuerlöscheinrichtung ausgelöst. Die Hausbewohner hatten dies als Feueralarm der Brandmeldeanlage gedeutet und die Floriansjünger alarmiert. Diese stellten die Hupe ab und verständigten den zuständigen Hausmeister.

Jeweils um 0.25 und um 3.50 Uhr rückte die Feuerwehr erneut aus, weil in fünf Häusern in der Rubenstraße, der Daimler Straße und der Darmstädter Straße Keller mit Wasser vollgelaufen waren. Um 10.54 Uhr war noch ein Einsatz in der Langgasse notwendig, weil sich auf einem Flachdach Wasser angesammelt hatte. Der Besitzer hatte befürchtet, dass die Wasserlast zu hoch für die Decke sei. Nachdem die Feuerwehr drei verschmutzte Ablauföffnungen gesäubert hatte, konnte das Wasser problemlos ablaufen.

In Kelsterbach blieb es nach rund 70 Unwettereinsätzen am Freitag relativ ruhig. Die Feuerwehr rückte in der Nacht lediglich ein Mal, aufgrund einer undichten Stelle an einem Dach, aus. Dabei war jedoch kein Eingreifen der Einsatzkräfte nötig. Am Morgen wurde noch ein Keller ausgepumpt.

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