„Wir brauchen eine zukunftsfähige Lösung“

Dass sowohl die altehrwürdige Hugenottenhalle als auch die Stadtbibliothek in die Jahre gekommen sind und einer dringenden Sanierung bedürfen, ist unverkennbar.

Dass sowohl die altehrwürdige Hugenottenhalle als auch die Stadtbibliothek in die Jahre gekommen sind und einer dringenden Sanierung bedürfen, ist unverkennbar. Doch die technische Infrastruktur, was Heizung, Lüftung und auch Elektrik betrifft, ist derart verwoben, dass eine Einzelreparatur nicht nur Stückwerk, sondern auch technisch wesentlich aufwendiger wäre als eine Komplettsanierung. Vor drei Jahren wurde schon mal ein Architektenentwurf vorgelegt, der aus der Kegelbahn im Keller weitere Nutzungsräume für die Bibliothek machen sollte. Dieses Flickwerk wurde mittlerweile verworfen und man geht die Sache nun größer an. Dies schlägt sich jedoch auch auf die Kosten nieder, die auf rund 20 Millionen Euro geschätzt werden. „Wir wollen keine Erweiterung oder sogar ein neues Gebäude hinstellen, das nach der Fertigstellung doch wieder nur mit alt bezeichnet werden kann“, sagt Theo Wershoven, der eine zukunftsfähige Lösung fordert. Wie diese aussieht, kann er selbst nicht sagen. „Darüber sollen sich andere den Kopf zerbrechen und uns entsprechende Vorschläge unterbreiten“, so seine Einstellung. Jetzt wurde erst einmal der Magistrat beauftragt, eine Analyse hinsichtlich des Raumbedarfs, aber auch im Hinblick auf eine künftige Ausrichtung als kultureller Mittelpunkt der Stadt zu erstellen. „Man muss auch mal entsprechende Objekte in anderen Städten, vielleicht sogar in anderen Ländern besuchen und auf deren Erfahrungen aufbauen“, fordert der Kulturdezernent.

Jutta Duchmann, die Leiterin der Stadtbibliothek, verwies darauf, dass sich die Institution Bibliothek derzeit in einem Umbruch befindet. „Bibliothek ist nicht mehr der Ort, an dem viele Bücher aufbewahrt werden, aus denen man sich informieren kann oder aus denen man seinen Lieblingsroman auswählen kann. Die Bibliothek der Zukunft ist ein dritter Ort des Aufenthalts, an dem moderne Medien zwar ein breites Informationsangebot darstellen, aber an dem es auch viele lebendige Bildungsveranstaltungen gibt“, beschreibt Duchmann ihre künftige Wirkungsstätte. Ob zwanzig Millionen Euro ausreichen werden, hängt wohl auch von der finanziellen Situation der Stadt Neu-Isenburg selbst ab. „Aber wir dürfen nicht immer nur drumherumreden, wir müssen endlich dieses Thema anpacken und umsetzen“, fordert Kulturdezernent Theo Wershoven. lp

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