Durch einen Zufall

Besitzer von zwei Bienenstöcken: Vom Honigliebhaber zum Imker

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Durch einen Zufall ist Alexander Fuchs zur Imkerei gekommen. Inzwischen hält er Vorträge für Kinder und will Honigliebhaber und regionale Imker mit Hilfe einer Homepage zusammenbringen.

Vorsichtig hebt Alexander Fuchs den Deckel an einem seiner Bienenstöcke an. „Eigentlich störe ich die Tiere jetzt nicht mehr. Wenn es so kalt wird, werden sie sehr ruhig“, erklärt der begeisterte Isenburger Imker. Und tatsächlich: Die kleinen Insekten bewegen sich beinahe in Zeitlupentempo rund um die wachsigen Waben. Zwischen 10 000 und 15 000 Tiere krabbeln jetzt in der Styroporbox umher. Im Sommer sind es 40 000 bis 50 000 pro Stock.

Es ist faszinierend, wie das Ökosystem der Bienen rund um ihre Königin funktioniert. Davon war auch Alexander Fuchs vom ersten Moment an gefesselt. Dabei war es eigentlich einem Zufall zu verdanken, dass der Geschäftsführer eines Frankfurter Unternehmerverbands jetzt selbst zwei Bienenstämme, die viel Honig produzieren, sein Eigen nennen darf. „Ich esse einfach gerne Honig und wollte ihn regional kaufen. Auf einer Radtour mit meinem Sohn in Richtung Buchschlag sind wir auf Alexander Schuppe gestoßen, der gerade sein Bienenvolk am Waldrand versorgte“, erzählt der zweifache Familienvater.

Immer wieder kam das Vater-Sohn Gespann zu dem erfahrenen Bienenzüchter, schaute ihm über die Schulter und stellte viele Fragen. Schnell war klar: Die beiden waren mit dem „Bienen-Virus“ infiziert. Dem 44-Jährigen spielt dann das neue Paten-Imker-Programm des Bienenzuchtvereins Dreieich in die Hände: Alexander Schuppe wird sein „Imker-Vater“. Zwei Bienenstöcke ziehen auf dem Nachbargrundstück ein, er bekommt wertvolle Ratschläge von seinem erfahrenen Kollegen.

Drei Jahre ist das jetzt her – und Jakob und Alexander Fuchs konnten nach guter Pflege ihrer Bienen schon drei Mal Honig ernten. „Dieses Jahr war ein besonders gutes Jahr“, freut sich Fuchs. Mehr als 20 Kilo Honig kann er pro Stamm gewinnen. Einen Teil gibt er den Bienen für die Winterernährung zurück.

„Eigentlich sollten uns die Bienen ein Vorbild sein. Sie sind das perfekte Team. Immer steht das gesamte Volk im Fokus, nie die einzelne Biene“, schätzt der Imker das Teamwork und das funktionierende Sozialgefüge seiner Insekten. Die jungen Tiere beginnen als „Putzfrauen“ im Stock, später übernehmen sie die Kinderbetreuung, und der ultimative Aufstieg ist der Auftrag, als Sammlerin nach draußen zu fliegen. „Sie sind wirklich viele, viele Kilometer unterwegs, schwer bepackt. Sie schuften sich dann auch im wahrsten Sinne des Wortes zu Tode“, weiß der Bienenfreund. Die Frühlingsbienen leben nur ein paar Wochen, die Winterbienen haben ein paar Monate im warmen Stock.

Die schwarz-gelben Tierchen des Isenburgers sind brav: „Ich habe sehr sympathische und liebe Bienen. Meine Kinder rennen mit ihnen durch den Garten. Die Freunde meiner Kinder sind da eher ängstlich“, erzählt Fuchs. Und bei ihnen kann Jakob Eindruck schinden, im Frühjahr, wenn die Männchen geboren werden. „Die Drohnen sind dicker und brummeliger. Man kann sie richtig anfassen. Da sind die anderen Kinder immer ganz beeindruckt, dass Jakob sich das traut“, sagt Alexander Fuchs schmunzelnd. Der Sohnemann klärt den vermeintlichen Mut dann aber meist auf: Die Männer der Bienenkönigin haben keinen Stachel und sind damit ganz und gar ungefährlich.

In den vergangenen drei Jahren hat sich Alexander Fuchs so viel

Fachwissen angeeignet

, dass er inzwischen für Kinder selbst schon einen Imker-Vortrag über das Leben der Bienen gehalten hat. Die Veranstaltung in der Stadtbibliothek sei sehr gut angekommen. Auch sonst hat Fuchs ein großes Interesse daran, für die Bienen und ihren Lebensraum zu werben. Er engagiert sich beim Bienenzuchtverein und auch bei der Kooperation mit dem Dreieicher Kräutergarten. Mit einer eigenen Internetseite unter will er Honigliebhaber und regionale Imker zusammenbringen.

„Ich habe selbst immer Imker in meiner Nähe gesucht und fand das eine gute Idee“, so Fuchs. Die sehr schön gestaltete Internetseite hat noch nicht ganz den gewünschten Erfolg. Der Neu-Isenburger muss noch mehr Werbung machen bei seinen Imker-Kollegen – sie seien nicht ganz so Internet-affin. Er hofft aber, dass die potenziellen Honig-Kunden bald mehr Auswahl von Imkern auf seiner Seite haben: „Die meisten meiner Vereinskollegen haben auch schon ihre Stammkundschaft. Aber ich bleibe dran.“

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