Sie sind vielerorts unterwegs - und damit ideale Werbefläche für Botschaften zur Abfallvermeidung: Zwei Müllautos sind nun mit großen Plakaten gestaltet, die Schüler entworfen haben.
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Sie sind vielerorts unterwegs - und damit ideale Werbefläche für Botschaften zur Abfallvermeidung: Zwei Müllautos sind nun mit großen Plakaten gestaltet, die Schüler entworfen haben.

Schülerprojekt

Botschaften gegen Müll an Bord

Der Dienstleistungsbetrieb (DLB) druckt Gewinnerplakate des Schülerwettbewerbs im Großformat auf Autos.

Neu-Isenburg - Einige Müllwagen in Neu-Isenburg und Dreieich transportieren neben Abfall ab sofort auch Botschaften. "Stoppe Müll Verschmutzung" ist da in großen Lettern auf einer bunten Grafik zu lesen, daneben Sätze wie "Mehrweg statt Einweg" oder, mit Bezug auf den Supermarkt-Einkauf, "Unverpackt statt eingepackt". Auch der Kleidungskauf wird im Appell "Nachhaltiger Lifestyle statt Fast-Fashion!" thematisiert.

Der Clou: Die Plakate, auf deren Basis die großen Fahrzeug-Aufdrucke entstanden sind, stammen nicht aus der Feder irgendeiner Werbeagentur. Vielmehr sind sie das Ergebnis eines Schülerprojekts, mit dem sich der Dienstleistungsbetrieb (DLB) im November an der Europäischen Woche der Abfallvermeidung beteiligt hatte. Mit dem Jahresmotto "Wertschätzen statt wegwerfen - miteinander und voneinander lernen" ging es vor allem um Bildung im Bereich Abfallvermeidung.

Neu-Isenburg / Dreieich: Siegerplakat von 12-Jähriger

Der DLB hatte Schulklassen und einzelne Schüler aufgerufen, Plakate zu gestalten, die zeigen, wie es jeder schafft, weniger Müll zu produzieren. Ziel sei es, den Nachwuchs für das Thema zu sensibilisieren, erklärt Petra Klink, Chefin des DLB für Neu-Isenburg und Dreieich: "Denn Abfallvermeidung fängt im Kleinen an. Jeder Einzelne kann etwas tun - darauf wollen wir aufmerksam machen." Einige der Ergebnisse sorgen nun seit einigen Tagen dafür, dass in Isenburg und Dreieich zwei derart schmucke Müllautos unterwegs sind, wie sie selten in der Region sein dürften. Denn die besten Motive, die eine Jury ausgewählt hat, sind als dauerhafter Aufdruck im Großformat auf zwei DLB-Fahrzeugen zu sehen. "Die Schüler können mit ihrer Botschaft nun ein breites Publikum erreichen", freut sich Klink.

Der Siegerentwurf des Schülerwettbewerbs stammt von Emma Herbarth. 

Das mit klarem Vorsprung gewählte Siegerplakat stammt von der zwölfjährigen Emma Herbarth von der Goetheschule. Lehrerin Catrin Grigat hatte das Projekt in der dortigen Umwelt-AG thematisiert. "Das Siegerplakat zeigt deutlich, dass sich die Schülerin und die Gruppe der AG viele Gedanken zum Thema gemacht haben", lobt Klink. "Verschiedene Themenbereiche der Abfallvermeidung sind bildlich umgesetzt und regen zum Nachdenken an." Auch Lutz van Putz, das lustige DLB-Maskottchen, ist neben den Plakaten abgebildet und weckt zusätzlich Aufmerksamkeit.

Auf den zweiten Platz hat es das Mädchencafé aus Dreieich geschafft. Dort haben sich die Schülerinnen mit dem Thema Plastik auseinandergesetzt, haben Skulpturen gebastelt und diese fotografisch ins Plakat integriert. Platz drei holte sich das KIZ Gravenbruch: Mit einem Müll-Vulkanausbruch weisen Jette Singer (11), Victoria Arici (10) und Isabelle Schmidt (11) auf die zunehmende Vermüllung der Umwelt hin. Die Idee zum Bild, erzählen die drei Mädchen, sei ihnen an Silvester gekommen, als sehr viele Raketen-Überreste in den Straßen herumlagen.

Neu-Isenburg/Dreieich: Keine einmalige Aktion?

Der DLB habe da eine tolle und wichtige Aktion gestartet, betonte gestern bei der Preisverleihung auch Sylvia Tornow. Die Leiterin des Gravenbrucher Kinderzentrums berichtet, dass die Kinder des KIZ sich seit geraumer Zeit mit den Themen Müll, Abfall und Recycling befassen. Es gab und gibt Müllsammelaktionen, Gespräche und beispielsweise auch Besuche beim DLB, um den Nachwuchs für das Thema Umweltverschmutzung zu sensibilisieren. Auch ist der Gravenbrucher KIZ-Nachwuchs an jedem letzten Montag im Monat ab 14 Uhr im Stadtteil unterwegs, um den achtlos weggeworfenen Müll anderer Leute aufzusammeln. Weitere Mitstreiter seien gerne gesehen, sagt Tornow.

Etwas mehr Mitstreiter für die Premiere des DLB-Wettbewerbs zur Abfallvermeidung hätte sich auch Petra Klink gewünscht, deutete sie gestern beim Pressetermin an. Man habe zuerst alle weiterführenden Schulen angeschrieben, den Kreis dann später noch erweitert, indem auch vierte Klassen zugelassen waren. "Wir haben auch einige Anmeldungen von Schulen aus Dreieich und Neu-Isenburg erhalten, zum schlussendlichen Abgabetermin hat sich jedoch die ein oder andere Schule wieder abgemeldet." Trotzdem ist der DLB nicht leer ausgegangen; zwischen sechs Plakatmotiven konnte die Jury am Ende wählen.

Dass das Schülerprojekt keine einmalige Aktion gewesen sein muss, deuteten gestern Dreieichs Bürgermeister Martin Burlon und Isenburgs Erster Stadtrat Stefan Schmitt an, die zum DLB gekommen sind, um mit Petra Klink und den Kindern die bedruckten Fahrzeuge zu präsentieren. "Wir haben noch viel Platz auf den Autos", sagt Schmitt. hov

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