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Ende einer fast sieben Jahrzehnte währenden Ära: Der Familienbetrieb Herrnbrod & Ständecke hat seinen Laden in der Hauptstraße geschlossen.

Nach 67 Jahren

Familienbetrieb Herrnbrod & Ständecke gibt Metzgerei in Innenstadt auf

Das ist ein weiterer herber Verlust für die Innenstadt: Der Familienbetrieb Herrnbrod & Ständecke hat nach 67 Jahren seine Metzgerei in der Innenstadt von Dreieich aufgegeben. Hotel, Gaststätte und Catering bleiben erhalten.

Dreieich - Nach der Schließung der Metzgerei des Familienbetrieb Herrnbrod & Ständecke gibt es im größten Dreieicher Stadtteil mit Nolle’s in der Frankfurter Straße nur noch eine klassische Metzgerei.

Die Entscheidung ist nach den Worten von Jonas Derlich einer „prekären Personalsituation“ geschuldet. „Wir haben einige schlaflose Nächte gehabt“, sagt der zukünftige Geschäftsführer des alteingesessenen Familienunternehmens. Doch aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels und der Aussicht auf die baldige Verrentung erheblicher Teile des Stammpersonals sei der Schritt unumgänglich gewesen. 

Dreieich: Metzgerei in Innenstadt schließt

Beispielsweise habe man ein Dreivierteljahr ergebnislos eine Fachverkäuferin gesucht. Ähnlich sei es mit Metzgern. „Die Entscheidung ist uns unheimlich schwer gefallen. Wir arbeiten hier mit Herzblut und Stolz. Aber ohne das entsprechende Personal können wir unsere eigenen hohen Qualitätsansprüche nicht erfüllen“, führt Derlich aus. Der 33-Jährige betont, es habe nicht an mangelndem Umsatz gelegen. „Der Laden ist betriebswirtschaftlich gelaufen.“

Zum Erliegen kommt die Produktion von Fleisch- und Wurstwaren im eigenen Haus allerdings nicht, sie wird nur deutlich runtergefahren. Das übernimmt ein Metzgermeister, der laut Derlich aber nur in Teilzeit tätig ist. Die Gaststätte ist laut Homepage das letzte noch im Familienbesitz verbliebene Restaurant mit hauseigener Metzgerei in Dreieich.

Dreieich: Metzgerei schließt wegen Personalmangel

Das Traditionsunternehmen legt den Fokus zukünftig noch stärker auf die drei anderen Geschäftszweige. Da ist zum einen die 1882 gegründete Gaststätte, die unter anderem für ihre regionalen Spezialitäten und Gänse-Menüs in der Vorweihnachtszeit bekannt ist. Das Restaurant hat aktuell Betriebsferien, aber vom 19. August an wird im ersten Stock des Gebäudekomplexes an der Hauptstraße wieder aufgetischt.

Ein weiteres Standbein ist das Hotel. „Wir hatten im vergangenen Jahr mehr als 12.000 Übernachtungen“, berichtet der Geschäftsführer in spe. Die Tendenz sei weiter steigend. Dritter Schwerpunkt ist das Catering, das stark gefragt sei. „Gerade dieses Angebot wurde in den letzten Jahren bereits stark ausgebaut und bildet mithin einen wichtigen Betriebszweig neben Gaststätte und Hotel“, so Derlich.

Es tue ihm vor allem leid um die vielen Stammkunden, sagt Jonas Derlich. „Wenn mich Kunden fragen, verweise ich auch auf die beiden Wochenmärkte. Dort gibt es gute Qualität.“

VON FRANK MAHN

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