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Der Neubau passt farblich ganz gut in die Umgebung. Das dreigeschossige kellerlose Gebäude ist in nur sechs Monaten bezugsfertig geworden. Die ersten Bewohner sollen in diesem Monat einziehen.

In sechs Monaten gebaut

Das ist die neue Unterkunft für Obdachlose in Dreieich

Die neue Unterkunft für Obdachlose in Sprendlingen ist für 28 Bewohner ausgelegt. Die ersten von ihnen sollen noch im Mai einziehen.

Dreieich - Die Modulbauweise macht es möglich. In nur sechs Monaten ist an der Schlagfeldstraße in Sprendlingen eine neue Obdachlosenunterkunft hochgezogen worden. Das dreigeschossige Gebäude mit Flachdach ersetzt die aus den 80er und 90er Jahren stammenden Pavillons an der Hainer Chaussee. Sie werden in Kürze abgerissen. Dann ist der Weg frei zum Bau von 100 Wohnungen auf dem früheren Opel-Gelände. Der Startschuss soll noch im Sommer fallen.

Die Arbeiten im Haus sind so gut wie abgeschlossen, auch die meisten Möbel sind schon da. Was noch fehlt, trifft in den nächsten ein bis zwei Wochen ein. Die ersten Bewohner sollen noch im Mai von der Hainer Chaussee in die Schlagfeldstraße umziehen. Nach derzeitigem Stand sind das zwölf Personen, im November waren es noch 19. "Es ist uns gelungen, einige in Mietverhältnisse zu vermitteln", sagt Ellen Grohe, städtische Fachbereichsleiterin Soziales, Schule und Integration.

Büro für Sozialarbeiter

Am neuen Standort, in dessen Nachbarschaft in nicht allzu ferner Zukunft sozialer Wohnungsbau entwickelt werden soll, sind auf einer Gesamtfläche von 610 Quadratmetern acht mit Doppelstockbetten ausgestattete Wohneinheiten entstanden: drei mit fünf, drei mit drei und zwei mit zwei Zimmern. Auf jeder Etage gibt es einen Hauswirtschaftsraum mit Waschmaschinen und Wäschetrocknern. Die großen Einheiten verfügen über eine Küchenzeile und Sanitäranlagen mit Duschkabinen und WCs. Sie sind für die Belegung mit Einzelpersonen gedacht. Die kleinen Apartments haben eine Kochnische sowie ein Duschbad mit WC und Waschtisch. Hier können Familien oder Alleinerziehende mit Kindern untergebracht werden. Prinzipiell ist die Unterkunft für 28 Bewohner ausgelegt. Wenn's hart auf hart kommt, ist aber Platz für 42 Männer, Frauen und Kinder.

Hier wird bald gekocht: Bürgermeister Martin Burlon (rechts) und Dirk Böttcher, Technischer Vorstand der DreieichBau AöR, beim Rundgang.

Im Erdgeschoss nutzt der Fachbereich Soziales einen Raum als Büro für einen Sozialarbeiter. Er soll Ansprechpartner für die Bewohner sein, aber auch ein Auge auf den Eingangsbereich haben. Um reinzukommen, braucht man übrigens keinen Schlüssel, sondern eine Chipkarte. Das Haus hat ein elektronisches Zutrittskontrollsystem.

Dramatische Entwicklung

"Die Wohnräume sind mit strapazierfähigen PVC-Belägen ausgestattet. Farblich dazu passend wurden Fliesen und die Ausstattung der Dusch- und Waschräume gewählt", sagt Dirk Böttcher, Technischer Vorstand der DreieichBau AöR. Bei der Wahl der Materialien sei insbesondere darauf geachtet worden, dass sie widerstandsfähig und gut zu reinigen seien.

Beim Rundgang wird deutlich: Die Unterkunft ist schmucklos, aber funktional. "Das Gebäude bietet Menschen in schwierigen Lebenssituationen ein würdiges Zuhause", meint Bürgermeister Martin Burlon. "Dabei ist natürlich zu berücksichtigen, dass das Wohnen dort nur auf einen kurzen Zeitraum ausgelegt ist." Die Realität sieht freilich oft anders aus. "Angesichts der dramatischen Entwicklung bei den Mieten kann es auch für Normalverdiener schwierig sein, eine bezahlbare Wohnung zu finden", sagt der Rathauschef.

Mit Kosten von knapp 1,9 Millionen Euro ist die DreieichBau nur unwesentlich vom vorgegebenen Rahmen abgewichen. Ein weitaus größeres Volumen hat das Projekt, das die AöR als nächstes vor der Brust hat. An der Hainer Chaussee entstehen in zwei Bauabschnitten 100 Wohnungen, 80 davon öffentlich gefördert. Im ersten Schritt werden 37 Wohnungen gebaut, die Arbeiten sollen Ende August beginnen. Der Einzug der ersten Bewohner ist für Sommer 2020 geplant. Den Auftrag hat die DreieichBau an die ALHO-Systembau vergeben. Mit dem Unternehmen haben Stadt und AöR gute Erfahrungen gemacht - beim Bau der Obdachlosenunterkunft und den Erweiterungen der Kitas an der Winkelsmühle und am Wilhelmshof.

von Frank Mahn

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