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László Boroffka (von links), Maxim Kuznetsov, Julian Schäfer und Jonah Quick von der AG Parkour sind im Bürgerpark auf der Suche nach dem perfekten Platz. Das Gelände in der Nähe des Spielplatzes wäre eine Option. 

Jugendparlament in Dreieich

Parkour-Park kann kommen: Jugendliche sammeln hohe Spende

Das „Großprojekt“ des Dreieicher Jugendparlaments geht an den Start: Das Geld für die Parkour-Anlage haben die Jugendlichen um László Boroffka zusammengesammelt. 

  • Seit einem Jahr sammelt das Jugendparlament in Dreieich Spenden.
  • Sie wollen einen neuen Parkour-Park errichten.
  • Nun ist eine irre Spende zusammen gekommen.

Dreieich – Fast 30.  000 Euro stehen auf dem Spendenkonto und die Stadt hält Wort, die Summe auf 60 .000 Euro aufzustocken.

Zum Jahresende gab es noch eine Überraschung. Die Flughafenstiftung stellt den Jugendlichen weitere 30 .000 Euro zur Verfügung – und damit stehen für den Bau der Sportanlage 90. 000 Euro zur Verfügung. „Das ist der absolute Hammer!“, ist Boroffka glücklich über diesen Erfolg. „Es war irre viel Arbeit und gefühlt haben wir das ganze vergangene Jahr Spenden gesammelt. Aber es hat sich gelohnt, mit dieser Summe können wir richtig viel anfangen – vielen Dank an alle, die uns unterstützt haben“, so der ehemalige Vorsitzende des Jugendparlaments.

Dreieich: Parkour-Park kann kommen - Flughafenstiftung mit großer Spende

Die Spende von der Flughafenstiftung sei die „Sahnehaube“ oben drauf. „Das ist Bürgermeister Martin Burlon zu verdanken, der uns bei der Flughafenstiftung ins Gespräch gebracht hat“, so Boroffka.

Jetzt gibt es aber immer noch die offene Frage zum perfekten Standort für die Anlage, damit die Sportler endlich loslegen können. Der städtische Dienstleistungsbetrieb für Dreieich und Neu-Isenburg (DLB) brachte den Bürgerpark in die Diskussion ein. Der zuerst ausgewählte Platz, am Spielplatz gegenüber vom Freibad, war nach Bedenken der Anwohner wieder verworfen worden. 

Jetzt also der Bürgerpark: „Der Generationenspielplatz, der in einem ersten Entwurf vorgesehen war, ist inzwischen an der Schleusenstraße verwirklicht. Damit entsteht wieder freier Platz im Bürgerparkkonzept, den jetzt vielleicht wir nutzen könnten“, hofft Boroffka auf einen positiven Entscheid. In der vergangenen Woche waren die Jugendlichen mit Vertretern des DLB und der Bürgerinitiative Freunde des Bürgerparks zu einer Ortsbegehung unterwegs.

Wo soll der Parkour-Park in Dreieich hin?

Die Grünfläche im Kreuzungsbereich zur Festwiese sei ein erster Favorit. „Ich kann es mir an dieser Stelle sehr gut vorstellen. Natürlich müssen wir das Konzept des Bürgerparks aufnehmen und die Materialien unserer Hindernisse an die vorhandenen Gerätschaften der Spielplätze und Bänke anpassen, damit es auch schön anzusehen ist“, erklärt Boroffka. Die Jugendlichen haben bereits Kontakte zu ausführenden Firmen, die Erfahrung im Bau der Anlagen haben und auf individuelle Wünsche eingehen können.

Boroffka hatte den Eindruck, dass die Anwohner ihrem Projekt grundsätzlich offen gegenüberstehen. „Aber sie haben auch deutlich gemacht, dass ihnen ein Standort weiter hinten Richtung Hallenbad lieber wäre“, erzählt der engagierte junge Mann. Gemeinsam hat die Gruppe drei mögliche Standorte im Park besichtigt. Jetzt lautet der Auftrag vom DLB, innerhalb des Teams einen der Standorte zu priorisieren.

Parkour-Park in Dreieich: Es gibt auch Gegner

Sylvio Jäckel, beim DLB für die Grünflächen zuständig, sieht den Parkour-Park im Bürgerpark grundsätzlich gut aufgehoben: „Sicher zieht eine solche Anlage Publikum und das ist gut für den Park. Es ist ein zentraler Punkt in der Stadt und gut zu erreichen. Aber natürlich müssen wir die Bedürfnisse der Anwohner berücksichtigen, die bei dem Rundgang die Sorge vor einer erhöhten Lärmbelästigung äußerten“, betont er.

Hans-Hartwig Löwenstein, Sprecher der Bürgerinitiative, bestätigt das. „Grundsätzlich begrüßen wir die Initiative der jungen Leute. Aber wir müssen schon sehen, dass der Bürgerpark eine Grünanlage ist, die den Erholungszwecken aller Bürger dient und nicht für Sport gedacht ist“, merkt der Anwohner an. Er sieht die Fläche an der Festwiese als nicht geeignet, und weist auf eine derzeit verbuschte Region in Richtung Hallenbad hin. In jedem Falle regt der unmittelbare Nachbar mobile Hindernisse an, die sich wieder wegräumen lassen, falls die Anlage eines Tages brach liege. 

Alternativer Ort für Parkour-Park in Dreieich

Grundsätzlich regt Löwenstein an, erst alle anderen Möglichkeiten zu prüfen, bevor Grünflächen des Parks genutzt werden. „Vielleicht ist der Bereich unter der Autobahnbrücke der A661 besser. Dort stört sich gar niemand und die Sportler wären auch bei Regen geschützt“, schlägt er vor.

Jäckel wünscht sich für die Jugendlichen eine schnelle Entscheidung für einen passenden Standort, damit das Projekt, für das sie sich so eingesetzt haben, bald umgesetzt werden kann. Bevor die Hindernisse aufgebaut werden, muss der gemeinsam bestimmte Ort für den Dreieicher Parkour-Park auch noch in den städtischen Gremien beraten werden.

VON NICOLE JOST 

In Dreieich haben Arbeiter einen Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Und gleich darauf machen sie wieder einen historischen Fund.

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