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Eine Statue der Justitia.

Nach Urteilsverkündung

32-jähriger Angeklagter pöbelt den Richter an

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Die 14 einschlägigen Vorstrafen waren dem Angeklagten keine Lehre. Gestern wurde vor dem Amtsgericht Langen der 32-Jährige wegen Körperverletzung und Bedrohung zu drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Die 14 einschlägigen Vorstrafen waren dem Angeklagten keine Lehre. Gestern wurde vor dem Amtsgericht Langen der 32-Jährige wegen Körperverletzung und Bedrohung zu drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Doch das war in der Verhandlung vor Amtsgerichtsdirektor Volker Horn nicht alles an Strafen.

Der Angeklagte war im Dezember des vergangenen Jahres Vorarbeiter bei einer Sanierungsfirma. In deren Auftrag wurde ein ehemaliges Hotel in der Robert-Bosch-Straße in Dreieich-Sprendlingen geräumt. Dazu bekam der im Gericht immer wieder auf Vorhaltungen aufbrausende Mann Leiharbeiter als Helfer geschickt.

Weil ein 17-Jähriger bei seinem Praktikum nicht richtig zugepackt hätte, warf er ihn raus, sagte der Angeklagte in der Verhandlung aus. Dabei soll er ihm ein Tapeziermesser an den Hals gehalten haben. „Er hat ihn wie einen Hund mit Fußtritten von der Baustelle gejagt“, sagte ein Zeuge aus. Das Opfer erinnerte sich nur an einen Fußtritt.

„Seine Aussagen waren nicht von Belastungseifer getragen“, befand Richter Volker Horn in seiner Urteilsbegründung. Aber er befand auch, dass frühere Geldstrafen in gleichen Sachen bei dem Mann aus Frankfurt nichts gefruchtet haben.

Wenig Hoffnung hatten die am Prozess Beteiligten allerdings, dass die Haftstrafe etwas bewirken werde. Wegen seiner Pöbeleien während der Ausführungen des Richters und der Vertreterin der Staatsanwaltschaft, verhängte Richter Horn erst ein Ordnungsgeld von 150 Euro und dann drei Tage Ordnungshaft.

Weil der 32-jährige Angeklagte daraufhin den Richter als parteiisch und unfähig beschimpfte, ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft.

(sc)

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