Grünen-Antrag

Ausschuss plädiert für Leinenpflicht

  • VonNicole Jost
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Um die Natur zu schützen, soll nach dem Willen der Grünen eine Leinenpflicht eingeführt werden. Es wird spannend, wenn darüber abgestimmt wird, weil die SPD den Fraktionszwang gelöst hat.

Die Grünen haben im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie ihren Antrag zur Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit knapp durchbekommen. Rund 20 Hundebesitzer, die ins Rathaus gekommen waren, erlebten mit, wie jeweils drei Vertreter von SPD und Grünen dafür stimmten, die Natur stärker zu schützen und den Hunden in den empfindlichen dreieinhalb Monaten im Frühjahr den Freilauf in Wald und Feld zu verwehren. Drei Vertreter der CDU und ein Vertreter stimmten dagegen, und jeweils ein Vertreter von CDU, FWG und FDP enthielten sich ihrer Stimme.

Grünen-Fraktionssprecherin Heidi Soboll erläuterte vor der Diskussion noch einmal die Gründe für den Antrag ihrer Partei. Es gehe ihnen ausschließlich um den Naturschutz. Ein Magistratsantrag zur Anleinpflicht während der Brut- und Setzzeit habe schon vor Jahren keine Mehrheit gefunden, aber sie wollten den Vorstoß doch noch einmal wagen: „Es geht uns um den Schutz der Biodiversität, wir wollen die Vielfalt und Schönheit der Natur für die kommenden Generationen erhalten“, erläuterte Soboll. Feldhasen, Rebhühner und Wildenten würden deutlich seltener in der Gemarkung Dreieich gesichtet.

Leise Tragödien

„Die Tiere werden leicht gestört von den freilaufenden Hunden. Und mit einem jagenden Hund spielen sich die leisen Tragödien ab, weil Eier auskühlen oder Gelege verlassen werden“, sagte die Grünen-Sprecherin. Zudem gebe es vermehrt Hundetourismus in Dreieich, weil die umliegenden Städte mit Ausnahme von Dietzenbach alle eine Leinenpflicht hätten. Sie halte die Leinenpflicht für die begrenzte Zeit in den Frühjahrsmonaten für sinnvoll und zumutbar, und die AG Umwelt- und Naturschutz habe das Thema am 8. Mai ebenfalls auf ihrer Tagesordnung.

Karin Holste-Flinspach erklärte, dass die CDU dem Antrag nicht zustimmen werde. „Wir sind dem Naturschutz verbunden, aber wir halten eine Pflicht für nicht durchsetzbar. Außerdem denken wir, dass sich viele Hundebesitzer schon jetzt an die Regeln halten“, erklärte die Kommunalpolitikerin. Holger Dechert stellte klar, dass es in seiner SPD-Fraktion keinen Fraktionszwang in der Abstimmung geben werde. „Ich persönlich halte eine Leinenpflicht für sinnvoll, aber jeder soll das für sich entscheiden.“

Ein Modellversuch

Günter Gericke von der FDP regte einen Modellversuch über ein oder zwei Jahre an, um zu schauen, ob ein Leinenzwang tatsächlich Verbesserung bringe. Natascha Bingenheimer von Bürgern für Dreieich hat selbst kein Stimmrecht im Ausschuss, sprach sich aber für die Hunde an der Leine aus.

Auch wenn der Antrag jetzt im Ausschuss angenommen wurde, ist die Frage wohl noch nicht abschließend geklärt. Da die SPD den Fraktionszwang gelöst habe, bleibt es spannend zu sehen, wie sich die 13 Stadtverordneten der Sozialdemokraten dann positionieren. Am 15. Mai steht der Antrag im Stadtparlament zur Abstimmung. Danach ist klar, ob die Hunde künftig zwischen dem 1. März und 15. Juni in Feld und Wald nur noch an der Leine laufen dürfen.

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