Ehemaliges Opel-Gelände

Bauzäune sollen zum Hingucker werden

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„Kunst am Bau“: Die Baustelle auf dem einstigen Opel-Gelände soll sich bald in eine Open-Air-Galerie verwandeln. An den Bauzäunen werden großformatige Kunstwerke gezeigt.

Oft sind sie grau oder grün, leicht schmuddelig und trist: Bauzäune und die dazugehörigen Planen sind nicht unbedingt ein Hingucker. Bei der ersten Baustelle der Dreieich Bau AöR (Anstalt öffentlichen Rechts) an der Hainer Chaussee soll das ganz anders werden. Ilse Dreher, Kuratorin der Dreieicher Kunsttage, hatte die zündende Idee, die große Baustelle an der Straße zwischen Dreieichenhain und Sprendlingen für die lange Bauphase optisch reizvoll in Szene zu setzen.

Pünktlich zu den 28. Dreieicher Kunsttagen wird die rund 120 Meter lange Strecke mit insgesamt 40 bedruckten Bauzaunplanen geschmückt. Die „Kunst am Bau“ zeigt Werke Dreieicher Kreativer, die das Gelände farbenfroh und auffällig aufwerten sollen. „Wir freuen uns immer, wenn wir die Gelegenheit haben, Kunst im öffentlichen Raum zu installieren“, betont Ilse Dreher. Dies sei schon 2015 mit einem Kunstwerk am Egenberger Parkplatz gut gelungen – dieses neue Projekt werde noch viel größer und auffälliger.

Arbeiten von Tobias Ballweg, Barbara Beisinghoff, Esther Bott, Gloria Brandt, Walter Diewok, Tanja Hofmann, Norbert Holick, Hanne F. Juritz (Gedichte), Robert Kögel, Waltraud Munz-Heiliger, Ilse Dreher und dem gestorbenen Robert Chariot werden entlang der Straße zu sehen sein. Das meiste sind Malereien, zum Teil mit direktem Bezug zum Bau, wie die Bagger von Chariot, aber auch typische Dreieicher Motive, wie eine Abbildung der Nymphen von Tanja Hoffmann, die im vergangenen Jahr im Burgweiher für eine schöne Atmosphäre sorgten.

Dreher hat die Originaldaten von Fotografien der Bilder und Skulpturen auf „Mesh-Material“, einen luftdurchlässigen Netzstoff, drucken lassen. 25 große Planen, 3,45 Meter auf 1,75 Meter, werden rechts vom Eingang zur Baustelle hängen, 15 mit 2.40 Meter auf 1,75 Meter große Planen links vom Eingang. „Das wird toll aussehen, ich hoffe, dass es nicht zu Staus kommt“, meint Ilse Dreher schmunzelnd. 100 Geschosswohnungen sollen ab Mai 2019 bis 2021 an der Hainer Chaussee entstehen, geförderter Wohnraum für Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen. Die Investition von 21 Millionen Euro auf dem ehemaligen Opel-Gelände ist die erste Bautätigkeit der 100-prozentigen Stadttochter Dreieich Bau AöR. Deren technischer Vorstand, Dirk Böttcher, ist begeistert von der künstlerischen Idee: „Die Bauplanen hätten wir ohnehin anbringen müssen, um die Baustelle zu sichern. Es ist eine gute Gelegenheit für das junge Unternehmen, sich zu präsentieren“, sagt er und sichert zu, dass Dreieich Bau die Kunstaktion auch finanziell unterstützt.

(njo)

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