"Tatort"-Dreharbeiten

In Buchschlag dreht sich derzeit alles um den Tatort

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Ein Mord in der schmucken Dreieicher Villenkolonie: Glücklicherweise nur im Frankfurt Tatort, der derzeit in Buchschlag gedreht wird.

Jan Krauters Hände sind schützend in Plastik verpackt, Maskenbildnerin Nicole hat sie in einem der großen Trucks des Hessischen Rundfunks (HR) effektvoll als angegammelte Leichenhände geschminkt. Jetzt wartet der 31-jährige Schauspieler auf seinen Einsatz am Drehort. Einmal mehr wurde Buchschlag als Kulisse eines Films ausgewählt, diesmal dreht der HR den Frankfurt Tatort in der schmucken Dreieicher Villenkolonie.

„Das ist allerdings nur Zufall. Wir haben für den Dreh einen Wendehammer und vier oder fünf Häuser gebraucht, und da sind unsere Location-Scouts hier fündig geworden“, erklärt Julia Boltz von der Aufnahmeleitung. Und der HR hat sogar einen eigenen Zaun um ein Haus gebaut – ein wichtiges Element für den Film. Was im Film später fast aussieht wie eine Hochsicherheitsbetonwand ist in der Realität nur eine Pressspanwand.

Es ist der vierte Frankfurt Tatort mit dem neuen Ermittler-Duo Anna Janneke (Margarita Broich) und Paul Brix (Wolfram Koch). Sie haben es mit dem Verschwinden von Herrn Abendroth zu tun. Seine Nachbarin Betti Graf meldet ihn aufgelöst als vermisst. Besonders verdächtigt, ihm etwas angetan zu haben, ist für sie Nils Engels (Jan Krauter). Alle drei wohnen in Einfamilienhäusern an besagtem Wendehammer. Nils ist Computer-Spezialist, und als solcher hat er sein Haus zu einem „Smart House“ umgebaut – es ist mit Überwachungskameras bestückt.

An seinen „analogen“ Nachbarn stört Nils von Grund auf alles. Diese wiederum machen Nils für das Verschwinden diverser Katzen und Hunde verantwortlich. Tatsächlich finden Janneke und Brix in Abendroths Haus Blutspuren. Dies könnte auf eine Gewalttat hindeuten. Mittlerweile jedoch stecken die Hauptkommissare schon tief in den Streitigkeiten der Wendehammer-Bewohner um die digitale und die analoge Welt. Der Schweizer Regisseur Markus Imboden hält die Fäden des Stücks fest in den Händen.

Während Schauspielerin Margarita Broich immer wieder mit ihrer eigenen Kamera Aufnahmen von ihren Kollegen macht, bereitet sich Jan Krauters darauf vor, als Leiche „gefunden“ zu werden. „Ich muss die Luft anhalten und ganz langsam wieder rauslassen – wie beim Tauchen, so dass man es möglichst nicht sieht“, erklärt er seine Taktik. Für ihn ist es bereits der zweite Tatort-Dreh. „Ich bin aber nicht nur tot – ich darf auch sprechen“, sagt der Schauspieler und erzählt. er habe Spaß daran, den paranoiden, neurotischen Charakter von Nils Engels zu spielen. 13 Drehtage ist er mit im Team des Frankfurter Tatorts, danach geht es wieder auf die Theaterbühne. Die Buchschlager können den Dreh im Milanweg bis Donnerstag beobachten, dann sind die Dreharbeiten in Dreieich abgeschlossen. Ausgestrahlt wird der „Wendehammer“-Tatort erst gegen Ende 2016.

(njo)

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