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Bürger wollen die Linie 661 zurück

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Die Buslinie 661 wurde durch den Schnellbus X83 ersetzt. Das war nun Thema im Verkehrsausschuss. Die Stadt will sich dafür einsetzen, dass die Kreisverkehrsgesellschaft zur alten Linienführung zurückkehrt.

Seit Dezember ist die Linie 661 zur Schnellbuslinie X83 geworden, die nicht mehr die Haltestellen Heckenweg, Säuruh und Alter Friedhof in Dreieichenhain anfährt. Leidtragende sind die Anwohner, die den Bus bislang regelmäßig nutzten. Im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr machten einige Bürger nun ihrem Unmut Luft. Sie fühlen sich abgeschnitten. Das als Ersatz pendelnde Anrufsammeltaxi (AST) ist keinesfalls ein vollwertiger Ersatz.

Die Kommunalpolitiker befassten sich auf Antrag von Natascha Bingenheimer (Bürger für Dreieich) mit dem Thema. Sie fordert, dass sich der Magistrat bei der Kreisverkehrsgesellschaft dafür einsetzt, dass die durch die neue Linienführung weggefallenen Haltestellen in Dreieichenhain und Sprendlingen (Sudeten- und Kurt-Schumacher-Ring) wieder von einem Bus angefahren werden.

Im Ausschuss wurde deutlich, dass eine schnelle Umstellung zurück zur alten Route nahezu aussichtslos ist. „Wir waren schon bei der Kreisverkehrsgesellschaft und haben dabei nichts erreicht“, berichtete Siegfried Kolsch (SPD). Grünen-Fraktionssprecher Roland Kreyscher ist ebenfalls sicher, dass sich Dreieich von der Idee verabschieden muss, dass sich die Führung der ehemaligen Linie 661 vor dem nächsten Fahrplanwechsel noch einmal ändert. „Der schwarze Peter liegt nun bei der Stadt. Wir können jetzt nur die Anregungen und den Unwillen der Leute dokumentieren und jenen auf den Tisch kippen, die dafür verantwortlich sind“, sagte er.

In den Diskussionen der Politiker kam durch, dass die Veränderung der Linienführung nicht an mangelnden Fahrgastzahlen gelegen haben könne. Die Linie sei gut frequentiert gewesen. Die Verkehrsgesellschaft habe sie vielmehr der Schnellbuslinie X83 geopfert. „Und das zulasten der Bürger. Die Notlösung durch das AST lässt bestimmte Nutzergruppen wie Rollstuhlfahrer oder Nutzer von Rollatoren außer Acht“, monierte Natascha Bingenheimer.

Erster Stadtrat Martin Burlon (parteilos) erklärte, dass die Stadt sich vehement gegen die Veränderung ausgesprochen und bei den Verhandlungen frühzeitig Bedenken angemeldet habe. Er versicherte, dass er mit den Stadtwerken an einer Verbesserung der Streckenführung des AST arbeite, um es an die ehemalige B 3 anzubinden. Einen Bus der Stadtwerke ersatzweise durch die Wohngebiete pendeln zu lassen, sei aber keine Alternative, wie Siegfried Kolsch betonte: „Das ist einfach zu teuer.“

Die Fraktionen einigten sich darauf, dass Bingenheimer ihren Antrag bis zum Haupt- und Finanzausschuss am Dienstag, 6. Februar, in eine Resolution umarbeitet. Damit wollen die Politiker bei der Verkehrsgesellschaft für Aufmerksamkeit sorgen und so doch eine Änderung vor dem nächsten Fahrplanwechsel herbeiführen.

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