Neuer Bürgermeister

Burlon macht’s in Dreieich im ersten Wahlgang

  • schließen

Neben der Landtagswahl ging es gestern in den 34 Wahlbezirken in Dreieich – hinzu kamen 6 Briefwahlbezirke – auch um die Kür des Bürgermeisters. Vier Kandidaten hatten sich um dieses Amt beworben. Die meisten Dreieicher hatten wohl mit einer Stichwahl am 18. November gerechnet. Doch am Ende kam es anders.

Die Dreieicher Wahlhelfer hatten gestern ein strammes Programm zu bewältigen. Nicht nur die Landtagswahl und die Volksabstimmung zur Änderung des hessischen Verfassung galt es nach der Schließung der Wahllokale auszuzählen. Hinzu kam auch noch die Bürgermeisterwahl. Für dieses Amt hatten sich vier Kandidaten um die Gunst der 32 196 Wahlberechtigten beworben.

Das Besondere bei dieser Wahl: Nur eine Kandidatin gehört einer Partei an. Die 55-jährige Bettina Schmitt wurde von der CDU ins Rennen geschickt. Die anderen drei Kandidaten sind parteilos. Der populärste von ihnen ist Martin Burlon. Der 43-Jährige hat sich als Erster Stadtrat an der Seite von Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD), der nicht mehr zur Wahl antrat, auf der kommunalpolitischen Bühne längst einen Namen gemacht. Die beiden anderen Parteilosen, Christian Kurz und Thomas Schüller, hingegen galten als Außenseiter, die einzig dafür sorgen hätten können, dass es zu einer Stichwahl kommt.

Doch eine solche – für den Fall der Fälle auf Sonntag, 18. November, terminiert – wird es nach gestern Abend nicht geben. Bei Redaktionsschluss gegen 23.45 Uhr waren 39 von 40 Wahlbezirken ausgezählt. Und nach dem Zwischenergebnis sah alles danach aus, als ob Martin Burlon mit 59,1 Prozent durchaus überraschend bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreichen sollte. Seine aussichtsreichste Widersacherin Bettina Schmitt kam bis dahin auf 25,7 Prozent der Stimmen. Christian Kurz lag bei respektablen 11,1 Prozent, Thomas Schüller rangierte bei 4,1 Prozent.

Während der designierte Wahlsieger das Geschehen zunächst in der Halle der SKG Sprendlingen und in seinem Büro verfolgte, hatten sich Bettina Schmitt und Christian Kurz im Dreieicher Rathaus eingefunden, um die Ergebnisse via Leinwand zu beobachten. Um 21.35 Uhr betrat dann auch ein strahlender Martin Burlon das Parkett, dem anzusehen war, dass ihm der Wahlsieg nicht mehr zu nehmen war. Zu diesem Zeitpunkt hatte Bettina Schmitt den Saal bereits enttäuscht schon wieder verlassen.

Der Wahltag in Dreieich hatte überaus geruhsam begonnen. Bis 9 Uhr lag die Beteiligung in den meisten Wahllokalen noch unter drei Prozent. Kein Wunder, denn bei den frostigen Frühtemperaturen mochte wohl kaum jemand aus dem Haus. Den ersten großen Ruck gab es dann, wie üblich, nach dem Kirchgang. Da schnellte die Wahlbeteiligung rasant in die Höhe, etwa im Wahllokal des Wahlbezirks 31 in der Karl-Nahrgang-Schule in Götzenhain. Da machte sie einen satten Sprung von rund zehn Prozent nach oben. Den zweiten großen Schub verzeichneten die Wahlhelfer nach dem Mittagessen, wie Patrick Xylander im Wahllokal des Bezirks neun in der Heinrich-Heine-Schule in Sprendlingen erläuterte. Dort lag die Wahlbeteiligung um 15 Uhr bereits über 50 Prozent, wobei dem Wahlvorsteher auffiel, dass die Bürger keinerlei Probleme damit hatten, gleich mit drei Wahlzetteln in die Kabinen geschickt zu werden. „Es gab nur wenige Nachfragen“, sagte er.

Knapp 50 Prozent Beteiligung gab es im Wahlbezirk elf in der Heinrich-Heine-Schule. Spekulativ ähnlich lag der Wert auch im benachbarten Wahlbezirk acht, wie der stellvertretende Wahlvorsteher Rainer Klaue mitteilte. Dort erschien dann auch ein Wähler, der keine Wahlbenachrichtigung erhalten hatte. Doch dem Mann konnte rasch geholfen werden, indem das für ihn zuständige Wahllokal rausgesucht wurde.

Neben den beiden Wahl-Hochzeiten vormittags nach dem Kirchgang und nach dem Mittagessen verzeichnete der stellvertretende Wahlvorsteher Peter Dufke im Wahllokal des Bezirks 21 in der Ludwig-Erk-Schule in Dreieichenhain noch einen weiteren Schub: nach dem Ende des Spiels der Frankfurter Eintracht gegen Nürnberg, das mit einem Last-Minute-Tor der Eintracht 1:1 endete. Selbst an der Wahlurne war das Spiel noch Gesprächsthema.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare