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Mit 70 Schlägen beste Frankfurterin: Katharina Keilich.

Frankfurter Golferinnen

Chance verpasst

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Die favorisierten Frankfurter Zweitliga-Golferinnen ließen sich auf der Zielgerade die Aufstiegschance noch abjagen. Stuttgart triumphierte nach dem Sieg auf Hofgut Neuhof, Lokalmatadorin Laura Fünfstück war die beste Akteurin (siehe Extra), Kronberg und Freiburg steigen in die Regionalliga ab.

Es war ein Kopf an Kopf-Rennen, das auf dem Rot/Gelb-Meisterschaftskurs auf Hofgut Neuhof entschieden werden musste. Die beiden Erstliga-Absteiger, der Frankfurter GC und der Stuttgarter GC Solitude, gingen punktgleich in diese letzte Runde. Damit war klar: Wer besser abschneidet, ist Gewinner der Zweiten Bundesliga Mitte und darf den Süd-Meister GC München Valley in einem Aufstiegs-spiel auf neutralen Boden herausfordern.

Die beiden Kontrahenten dominierten die Liga, sie belegten bei allen Spieltagen die Plätze eins und zwei. Letztendlich entscheidend war, dass sich die Spielerinnen aus der Schwaben-Metropole ausgerechnet in Frankfurt und in Neuhof behaupteten, also auf den beiden Plätzen, die die Frankfurterinnen am besten kennen. „Die Plätze haben eine Gemeinsamkeit. Man muss genau abwägen, welchen Schläger man vom Tee benutzt. Wenn man mit dem Abschlag im Spiel bleibt, sind die Bahnen gut spielbar“, sagte die Stuttgarterin Anna-Lena Krämer, die mit Ausnahme des Heimatkurses am ersten Spieltag mit allen Anlagen gut zurechtkam.

Was gab den Ausschlag? Die größere Ausgeglichenheit im Stuttgarter Team. Bei Frankfurt klaffte hinter den drei Leistungsträgerinnen Marie Coors, Amina Wolf und Katharina Keilich leistungsmäßig doch eine Lücke. Auch ist es den Frankfurtern bis zum letzten Spieltag nicht gelungen, ein zweites Paar zu finden, dass in den Vierern glänzen könnte. An den vorherigen Spieltagen kam stets Keilich/Katharina Dorsheimer in die Wertung mit durchschnittlich sieben Schlägen über Par. In Neuhof überraschten Jette Ohlert/Catharina Graf mit einer tadellosen 74er Runde (+ 2) angenehm. „Das ist etwas für unsere Zukunft“, freute sich Trainer Michael Totzke.

Ansonsten hatten ihm beim letzten Durchgang nur noch drei Spielerinnen Freude bereitet. Katharina Keilich beendete ihre Runde trotz eines Doppelbogeys am achten Loch mit nur 70 Schlägen, das waren zwei unter Par. Besser absolvierte den anspruchsvollen Kurs keine Spielerin. Und auch Dorsheimer konnte mit ihrer 75er Runde (+ 3) zufrieden sein. Die erst 13-jährige Catharina Graf spielte eine für sie starke 77er Runde. Nicht optimal lief es bei Coors und Wolf. Coors benötigte wie Kreilich auf dem vom Wasser geschützten achten Grün sechs Schläge, spielte zudem sechs Bogeys und beendete ihre Runde mit 77 Schlägen (+ 5), die im Gegensatz zu Graf für sie kein so gutes Resultat sind. Noch einen Schlag mehr benötigte Wolf, die zwar das sechste Loch glänzend meistern konnte (Birdie), dafür aber zwei Doppelbogeys und vier Bogeys fabrizierte.

So kam es, dass am Mittag nach den Einzeln Stuttgart schon mit zehn Schlägen Vorsprung führte. Zwar wurde auch am Nachmittag in den abschließenden Vierern bis zum letzten Ball gekämpft, doch es war klar, dass bei nur zwei Vierern, die in die Wertung kommen, an mehr als eine Ergebniskorrektur nicht zu denken war. „Wir sind auf einen Gegner getroffen, der mindestens gleichstark, wenn nicht sogar etwas besser war. Wenn Stuttgart in Bestbesetzung antreten kann, wussten wir, dass es schwierig sein würde. Dennoch hatten wir eine echte Chance. Wir stecken den Kopf jetzt nicht in den Sand. Das Leben geht weiter und wir schauen nach vorne“, ist Michael Totzke schon gespannt, in welcher Gruppe der Zweiten Bundesliga Frankfurt im kommenden Jahr spielen wird.

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