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Mehr Power für Batterien in Elektroautos – das war das Forschungsziel von Annika Jäger am WWF 2 Grad Campus. In Profi-Laboren durfte die Dreieicherin versuchen, Silizium umweltfreundlich aus altem Glas zu gewinnen.

Prototypen für Elektroauto-Batterien

Diese Dreieicher Studentin forscht für den Klimaschutz

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Die Dreieicher Studentin Annika Jäger war am WWF 2 Grad Campus an einem erfolgreichen Forschungsprojekt beteiligt, das Lösungen erarbeitet, wie Batterien in Elektroautos längere Reichweiten erzielen. Dafür wollen die jungen Forscher Silizium nutzen - das sie nachhaltig aus Glasabfällen gewinnen.

Klimaschutz interessiert Annika Jäger schon lange: „Jeder von uns hat eine Verantwortung. Der heiße Sommer in diesem Jahr ist nur ein Beispiel, dass es nicht so weitergehen kann“, sagt die Dreieicher Studentin. Sie will nicht bloß düstere Zukunftsprognosen über die Erderwärmung lesen – sie ist aktiv für den Klimaschutz eingetreten. Schon in ihrem letzten Jahr an der Weibelfeldschule war sie Teil des 2 Grad Campus der Naturschutzorganisation WWF (World Wide Fund For Nature).

Gerade mal 18 Jahre alt

Die Voraussetzungen dafür bringt sie mit: Interesse an und Begabung für Naturwissenschaften und Spaß daran, die Theorien im Labor in die Tat umzusetzen. „Freunde von mir, die ich über Jugend forscht kennengelernt hatte, waren zwei Jahre zuvor Teil des Zwei-Grad-Projekts und haben so davon geschwärmt“, erzählt die 18-Jährige, wie sie dazu kam, sich beim WWF zu bewerben.

Sie ist damit Teil einer bundesweit zusammengesetzten, 20-köpfigen Forschungsgruppe, die sich im abgelaufenen Jahr damit beschäftigt hat, wie die weitere Erderwärmung eingedämmt werden kann – um das festgelegte Klimaziel von maximal zwei Grad plus zu erreichen. „Ich war in der Gruppe Mobilität“, berichtet die Mathe-Studentin der TU Darmstadt. Der Ansatz war es, die Alternativen von Verbrennungsmotoren zu verbessern – konkret: die Laufzeiten von Elektro-Autos zu verlängern. „Das ist ja heute das große Manko der Lithium-Ionen-Batterien in den Autos, dass sie einfach nicht lange genug laufen. Man weiß heute schon, dass die Beigabe von Silizium die Laufzeiten verbessert“, sagt die Nachwuchsforscherin. Neue Erkenntnisse

Am Batterie-Forschungsinstitut „MEET“ der Universität in Münster bekamen die Schüler zwei Doktoranden zur Seite gestellt. „Das war so spannend. Es ist ein absolutes Privileg, sich mit Wissenschaftlern auszutauschen und an so hochwertigen Geräten wie einem Elektronenraster-Mikroskop arbeiten zu dürfen“, sagt die Sprendlingerin über die Zeit im Labor.

Batterien für Elektroautos

Aber wie funktioniert die Batterie eines Elektroautos? „Auf der einen Seite der Batterie, der Anode, sind ganz viele Lithium-Ionen. Soll das Auto fahren, die Batterie sich also entladen, dann wandern die Lithium-Ionen auf die andere Seite der Batterie, zur Kathode“, erklärt Annika. Das Auto kann länger fahren, wenn mehr Lithium-Ionen in der Anode umherwandern können. „Silizium hat eine höhere Kapazität als Grafit, das in den Batterien verbaut ist, und kann damit mehr Lithium-Ionen um sich platzieren“, erläutert sie.

Um die Untersuchungen nachhaltiger zu gestalten, haben die Schüler das Silizium aus Sand und in einem zweiten Versuch aus Glasabfällen selbst gewonnen. Die Ergebnisse waren positiv: „Wir waren die einzige Gruppe, bei denen die Forschung wirklich total schief hätte gehen können. Es bestand die Gefahr, dass wir die Batterie gar nicht zum Laufen bekommen. Aber es hat funktioniert“, erzählt Annika begeistert. Schüler aus dem Saarland, Neuss und die Dreieicherin haben Prototypen von Batterien gebaut und getestet. „In unseren Vergleichsversuchen haben wir gesehen, dass reines Silizium besser funktioniert als unser nachhaltiger Recycling-Stoff. Aber wir sind überzeugt, wenn wir Sand oder Glas noch sorgfältiger reinigen würden, funktioniert das genauso und ist noch besser für die Umwelt, weil wir es aus dem Abfallprodukt gewinnen.“ Jetzt hoffen die Jugendlichen, dass die Hersteller von Autobatterien diese Forschung auch aufnehmen und die neuen Erkenntnisse der Schüler weiterentwickeln. Radiobeitrag erstellt

Annika und ihre Mitforscher haben das Projekt beim WWF bereits präsentiert und die Studentin hat auch einen Radiobeitrag dazu erstellt. „Als Gruppe bleibt der WWF 2 Grad Campus bestehen“, erzählt Annika. Wenn die Umweltorganisation ein studentisches Forschungsprogramm auflegt, ist sie in jedem Fall interessiert. Aber an Langeweile leidet Annika nicht. Sie hat viel mit ihrem Mathematik-Studium zu tun, engagiert sich an der Uni in ihrer Fachschaft, sie liebt es, Konzerte zu besuchen und im Sommer spielt sie gerne auf den Plätzen des TC Rot-Weiß Sprendlingen Tennis.

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