1. Startseite
  2. Region
  3. Kreis Offenbach
  4. Dreieich

Diese Kerbborsche gehen für die Kerb durchs Feuer

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Nicole Jost

Kommentare

Die „Schobbebobbe“ wurde zu Grabe getragen und verbrannt. Damit ist die 300. Haaner Kerb zu Ende. Schön war’s, darin sind sich alle Akteure und auch die Besucher einig.

Das hoch lodernde Feuer, die brennende Puppe und die Kerbborsche, die in ihren weißen Hemden mit den bunten Schärpen Hand in Hand mit einem großen Satz über die Flamme springen und dazu der Jubel der Dreieichenhainer: Die Kerbverbrennung im Burggarten ist ein emotionaler Schlusspunkt unter eine grandiose Jubiläumskerb. Offensichtlich ist halb Dreieichenhain vor die alte Naturbühne gekommen, um auch noch den allerletzten Akkord dieser 300. Kerb für sich mitzunehmen.

Kerbvadder Robin Winkel lässt vor dem großen Feuer die vergangenen Tage mit einer berührenden Rede Revue passieren bevor die Jungs dann die „Schobbebobbe“, die schon am Freitagabend vom Baum geklaubt wurde, zu Grabe zu tragen. Danach geht’s noch auf eine letzte Runde auf die schönen Pferdchen der Hayner Reitschul’.

Allen, die an diesem Abend dicht gedrängt im Burggarten stehen, ist sehr bewusst, dass die 300. Kerb von Dreieichenhain in die Geschichte des Ortsteils eingehen wird. „Es war rundherum fantastisch, der liebe Gott ist einfach ein Haaner“, sagt Kerbvadder Robin ein bisschen gerührt. Auch wenn die Jungs jetzt reichlich müde von den Feier-Strapazen sind, haben sie es doch in vollen Zügen genossen. „Der größte Moment war der Einmarsch ins Zelt am Freitagabend“, sagt Fahnenträger Lukas Wyschka, „alle Blicke auf uns, mit riesig viel Adrenalin – das war einmalig.“

Auch Bürgermeister Dieter Zimmer war so oft wie selten zuvor auf dem Festplatz anzutreffen. „Es war rundherum eine super Kerb. Aber mein persönlicher Höhepunkt war der Gottesdienst am Sonntagmorgen im Zelt“, sagt der Rathauschef. Nicht nur die Kerbborsche, auch das Orga-Team der IG Haaner Kerbborsche, brauchen jetzt eine kurze Atempause. „Klar, es war mega-anstrengend, wir waren irgendwie das Mädchen für alles“, sagt Michael Hampel, „aber es hat sich so dermaßen gelohnt, weil einfach alles gepasst hat, wir ein grandioses Fest hatten. Sogar das Wetter hat an allen Tagen mitgespielt.“ Seinen „Lieblingsmoment“ konnte er gar nicht so richtig benennen. Der Kerbgottesdienst mit dem vollen Zelt sei sehr berührend gewesen, die geniale Abschlussparty bei der Haaner Rocknacht hat den Organisatoren sehr gut gefallen.

„Wenn ich etwas benennen müsste, dann war das wohl unsere Aktion ,Tisch und Bank – die Fahrgass ist gedeckt‘. Wir haben da einen Ort geschaffen, von den Haanern, für die Haaner und die Atmosphäre in der Fahrgasse war wirklich besonders und sehr schön“, ist Hampel hochzufrieden.

Und was ist dann nächstes Jahr, nach diesem Fest-Feuerwerk zum Jubiläum? „Ich mach gar nix mehr“, sagt Hampel lachend, mit deutlich heiserer Stimme. Aber er nimmt es gleich zurück: „Wir können uns schon vorstellen, gerade die Aktion auf der Fahrgasse zu wiederholen. Da war die Resonanz so positiv.“ Auch die schön geschmückte Altstadt soll künftig zur Kerb so sein und auch für den Gottesdienst im Zelt sieht Michael Hampel für die Zukunft gute Vorzeichen.

(njo)

Auch interessant

Kommentare