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Drei Gemeinden feiern zusammen das Reformationsjubiläum

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Von: Nicole Jost

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Mit einem festlichen und sehr musikalischen Gottesdienst feierten drei Gemeinden zusammen 500 Jahre Reformation. Die Zahl der Besucher übertraf die Erwartungen der Pfarrer bei weitem.

Mit einem Sternenmarsch aus Dreieichenhain und Offenthal nach Götzenhain begingen die Protestanten aus den drei Dreieicher Stadtteilen das große Reformationsjubiläum. Wie einst Luther in Wittenberg, schlugen die Konfirmanden in Offenthal und Dreieichenhain gegen die Kirchentüren.

„Luther hat mit seinen Thesen den Nerv der Zeit getroffen“, erinnerte der Offenthaler Pfarrer Marcus Losch in einem kurzen Impulsgottesdienst an die 95 Thesen, bevor es gemeinsam raus in die Natur ging. Jeweils rund 50 Christen zogen los, um in Götzenhain aufeinander zu treffen und das große Jubiläum gemeinsam zu begehen.

Die Offenthaler blieben an der großen Eiche zwischen den beiden Ortsteilen noch einmal stehen, um gemeinsam zu singen. Die Dreieichenhainer sangen vor ihrer Burgkirche das klassische Luther-Lied „Ein feste Burg“. „Das klingt vor unserer Burgkirche natürlich besonders gut“, sagte Burgkirchenpfarrerin Barbara Schindler mit einem Lächeln.

In der Kirche angekommen wird es zunächst einmal eng: „Ich hatte gehofft, dass wir viele Leute aus allen Gemeinden gewinnen können – dass es dann so viele waren, ließ mein Herz beinahe in die Hose rutschen, weil gar nicht alle in unsere Kirche passen“, sagte Martina Schefzyk nach dem Gottesdienst. Aber letztlich schafften sich dann doch fast alle Platz. Mit einem festlichen und sehr musikalischen Gottesdienst feierten sie gemeinsam 500 Jahre Reformation. Mit Posaunenensemble, Kantoreichor, dem Chor der Burgkirchengemeinde, Voices, der Band Colors of Life und dem Ensemble für alte Musik gingen die zwei Gottesdienststunden wie im Flug vorbei. Vertreter aus allen Gemeinden berichteten, wo sie Gott neu entdeckt haben. Eine Konfirmandin erzählte, dass sie froh ist, den Glauben heute so offen leben zu können, eine andere Frau schilderte, wie ihr die Gospelmusik und die Kirche nach einem Burnout geholfen haben. Die Fürbitten kamen ebenfalls aus allen beteiligten Gemeinden.

„Es ist gut, dass es uns gelungen ist, die Reformation und das Jubiläum so weit in die Öffentlichkeit hinein zu tragen. Denn bis heute hat das, was unsere Kultur prägt, hier seine Wurzeln. Das sollten wir uns immer wieder ins Bewusstsein rufen“, sagte Pfarrer Marcus Losch. Es sei auch wichtig, den christlichen Kontrapunkt zu Halloween zu setzen – und das habe in dem Jubiläumsjahr mit all seinen Aktionen sehr gut geklappt.

Losch freute sich wie seine Kollegen Martina Schefzyk, Markus Buss, Barbara Schindler und der katholische Pfarrer Reinhold Massoth über den guten Besuch des Gottesdienstes. „Es ist wichtig, dass Reinhold Massoth dabei war, denn wir sollten unser Miteinander signalisieren. Es gibt schließlich sehr viel mehr was uns verbindet, als das, was uns trennt“, sagte Pfarrer Losch.

Für Barbara Schindler, Pfarrerin der Burgkirchengemeinde, war der Jubiläumsgottesdienst in vielerlei Hinsicht ein besonderer: „Es war schon schön, durch die frische Luft und die Stadt hierher zu laufen. Wir sind singend zwischen all den Radfahrern, Joggern und Autos schon aufgefallen. Es war gut zu zeigen, dass heute ein besonderer Tag ist“, so Schindler. Außerdem ist Götzenhain ihre Lehrkirche. Seit ihrem Vikariat konnte sie erstmals wieder in Götzenhain einen Gottesdienst mitgestalten. „Mir ist wirklich nach Feiern zumute. Gerade für uns Pfarrerinnen hat die Reformation eine tiefe Bedeutung, sonst wären wir heute gar nicht dort wo wir sind,“ sagte Schindler. Sie hofft auch, dass dieser gute Geist, das Miteinander unter den Gemeinden in Dreieich, eine gute Fortsetzung findet. „Wir haben eine Aufbruchstimmung erlebt. Es ist hoffentlich nicht Reformation und Punkt. Wir sollten Reformation und Doppelpunkt daraus machen.“

Nach dem Gottesdienst kamen alle noch im Gemeindehaus von Götzenhain zusammen und ließen sich die Köstlichkeiten schmecken, welche die kochenden Männer vorbereitet hatten. Zu Kürbis- und Kartoffelsuppe gab es Salate und – wie sollte es anders sein – ein Luther Bier.

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