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Symbolbild: Rewe hat die Neue Mitte in Dreieich nicht mehr auf dem Schirm.

BfD-Fraktion kritisiert Investor

Geändertes Konzept für „Neue Mitte“ nach Rewe-Absage

Der Bericht, dass Rewe nicht in die "Neue Mitte" zieht, beschwört jede Menge Spekulationen herauf. Auch aus den Reihen des Stadtparlaments kommt eine erste Reaktion.

Dreieich – Der Absprung von Rewe und die Verzögerungen auf der Baustelle in der Hauptstraße seien erklärungsbedürftig, meint Natascha Bingenheimer, Vorsitzende der zweiköpfigen Fraktion Bürger für Dreieich (BfD). Der Projektfortgang sei „besorgniserregend“, sagt sie und prangert die Kommunikationspolitik der Schoofs Immobilien GmbH an.

Im Vergleich zum ursprünglichen Konzept, das einen Vollsortimenter mit einer Verkaufsfläche von etwa 1 500 Quadratmetern vorsah, hat der Investor nach der Absage von Rewe ein bisschen „gestückelt“. So soll, wie gestern berichtet, eine Drogerie angedockt werden. Auf der Homepage von Schoofs ist jetzt zudem von der Ansiedlung eines Biomarktes und – noch eine Überraschung – einer Bank die Rede. In der Tat sei man auf der Suche nach einem Biomarkt-Betreiber und in Gesprächen mit zwei Kreditinstituten, bestätigt Schoofs-Sprecher Steffen Ball auf Nachfrage.

"Immer wieder versichert, dass Rewe kommt" – BfD-Chef übt Kritik

„Die Kommunikationsstrategie des Betreibers ist als mangelhaft zu bezeichnen. Angesichts der Größe des Projektes und dessen Bedeutung für die Zukunft der Sprendlinger Innenstadt ist diese Art des Agierens völlig unverständlich. So schafft man kein Vertrauen in eine Bauplanung. Mehr noch: Auf dem beplanten Gebiet scheint sich überhaupt sehr wenig zu tun“, moniert BfD-Chefin Bingenheimer. 

Dass sogar Bürgermeister Martin Burlon verwundert auf die Entwicklung reagiert habe, lässt nach ihrer Auffassung tief blicken. Bürger und Stadtverordnete, die aus der Zeitung davon erfahren haben, „dürften ebenfalls sehr überrascht sein, zumal Schoofs Immobilien immer wieder versichert hat, dass Rewe kommen werde“, ärgert sich Bingenheimer.

Ist ein weiterer Bio-Markt in der Neuen Mitte überflüssig?

Die Kommunalpolitikerin ist zudem der Meinung, dass Schoofs-Geschäftsführer Mohamed Younis mit seiner Kursänderung auf dem Holzweg ist. Bingenheimer erinnert an den Tegut, der die von Rewe vor mehr als drei Jahren in der Frankfurter Straße hinterlassene Lücke geschlossen hat, und das Naturwarenzentrum in der Fichtestraße – sie deckten das Bio-Sortiment „mehr als gut ab“. Ihre Schlussfolgerung: Ein weiterer Biomarkt in der Neuen Mitte ist schlicht überflüssig.

„Schoofs Immobilien ist angehalten, alles zu tun, damit das Projekt nicht aus dem Ruder läuft, da dies die ohnehin geringe Akzeptanz der Planung in der Bevölkerung und bei den Anwohnern gewiss nicht erhöhen wird“, so Bingenheimer.

Von Frank Mahn


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