Bahnsteig ist Problem

Dreieich will bei der Regionaltangente West mehr mitreden

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Mittelbahnsteig oder Außenbahnsteig, das ist die Frage. Dabei geht es um die Einsparung von vier Millionen Euro und einen 70 Meter langen Fußweg für den Umstieg in die Dreieichbahn.

Die Dreieicher Stadtverordneten waren sich im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie einig: Über die Planung für die Regionaltangente West (RTW) und die Anbindung des Buchschlager Bahnhofs soll noch einmal nachgedacht werden.

Hintergrund ist die Informationsveranstaltung vergangene Woche im Bürgerhaus Sprendlingen, bei der Horst Amann, Geschäftsführer der Planungsgesellschaft, die Entwürfe präsentiert hatte. Dabei wurde deutlich, dass die Regionaltangente nicht wie zunächst vorgesehen an einem Mittelbahnsteig in Buchschlag einfahren, sondern einen eigenen Außenbahnsteig erhalten soll.

Kerstin Langstroff, Mitarbeiterin des Dreieicher Bauamts, hatte die aktuellen Planungen noch einmal an einigen Skizzen erläutert. Der Außenbahnsteig in östlicher Richtung vor Buchschlag wäre 1,80 breit und 105 Meter lang – mit diesem Neubau, solitär außen angelegt, ist ein direkter Umstieg auf die Dreieichbahn nicht mehr möglich. Dafür wäre diese Variante rund vier Millionen Euro günstiger.

Für die von den Stadtverordneten präferierte Mittelbahnsteigvariante müsste das RTW- und das Dreieichbahngleis aufwendiger verlegt werden und auch zwei denkmalgeschützte Bahnsteigdächer müssten versetzt werden. Dafür würde die RTW einen direkten Anschluss an die Dreieichbahn erhalten, und die Passagiere könnten auf einem Bahnsteig von der einen in die andere Bahn leicht umsteigen.

„Bei der neuen Planung endet die RTW außen auf einem Stumpfgleis. Es gibt keine Verbindung zur Dreieichbahn, und sie ist auch nicht vorgesehen. Damit müssen die Passagiere den Bahnsteig wechseln und mindestens 70 Meter Fußweg in Kauf nehmen“, erläutert Langstroff.

Die eigentliche Stellungnahme der Stadt Dreieich an die RTW Planungsgesellschaft ist noch nicht fertig. „Wir legen sie aber bis zum 20. März im Haupt- und Finanzausschuss vor“, versprach Erster Stadtrat Martin Burlon (parteilos). Bei dem Wunsch nach dem Mittelbahnsteig lasse sich mit dem Wunsch nach der Zukunftsfähigkeit der RTW argumentieren. Die Stadt werde auch die Aufnahme der Park-and-Ride-Fläche in Buchschlag in das Planfeststellungsverfahren fordern, um eine Lösung für die angespannte Parkplatzsituation zu bekommen.

Holger Groß von der FWG äußerte die Sorge, dass bei zu viel Kritik und Forderungen Dreieich abgehängt wird: „Es darf keinesfalls passieren, dass die RTW nur bis Isenburg fährt. Günther Gericke (FDP) regte an, doch noch einmal zu überlegen, ob Dreieich nicht Gesellschafter der Planungsgesellschaft wird. „Wir hätten vielleicht eine bessere Verhandlungsposition. Wenn wir nach Neu-Isenburg schauen, können wir ja sehen, wie schnell die Trasse bis ins Birkengewann reicht.“

Martin Burlon regte dazu weitere Gespräche an: „Vielleicht stärkt es die Verhandlungsposition, aber wir müssen uns auch im Klaren darüber sein, dass wir dann mit einem gewissen Prozentsatz an der Finanzierung der RTW beteiligt sind.“ Die Ausschussmitglieder stimmten einstimmig einem interfraktionellen Antrag zu, den Magistrat damit zu beauftragen, sich für einen Mittelbahnsteig einzusetzen.

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