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Die Testphase bei der Dreieichbahn sollte eigentlich vorbei sein. Den Passagieren kommt?s anders vor.

Deutsche Bahn hat reagiert

Neue Züge der Dreieichbahn: Ärger über Pannen und Lärmbelästigung

Die DB-Pressestelle schreibt, sie nehme die Beschwerden der Fahrgäste sehr ernst. Die Mängel sollen schnellstmöglich behoben werden.

Dreieich - Die Deutsche Bahn hat reagiert: Zur Kritik von Bahnhofs-Anrainern und Passagieren der Dreieichbahn an den neuen Zügen des polnischen Herstellers Pesa liegt der Redaktion jetzt eine Antwort der DB-Pressestelle vor. „Wir nehmen die Beschwerden sehr ernst und arbeiten als Fahrzeugbetreiber kontinuierlich an Verbesserungen. Für die entstandenen Unannehmlichkeiten möchten wir uns entschuldigen“, heißt es. Und natürlich sei man bemüht, die Mängel so schnell wie möglich abzustellen.

30 Millionen Euro hat die Deutsche Bahn in zehn neue Triebwagen investiert, drei von ihnen sind inzwischen auf der Strecke zwischen Frankfurt und Dieburg unterwegs. Zwar gibt es vereinzelt Lob für den verbesserten Komfort, der Ärger über Pannen und Lärmbelästigung wiegt aber weitaus schwerer. Pendler klagen über Ausfälle und Verspätungen, Anwohner von Bahnhöfen nervt die Lautstärke der Züge.

Deutsche Bahn: Anfängliche Probleme der Dreieichbahn bereits beseitigt

„In der Einführungsphase neuer Fahrzeuge kommt es leider immer wieder zu Anlaufschwierigkeiten. DB Regio arbeitet im engen Austausch mit Pesa daran, diese schnellstmöglich und nachhaltig zu beseitigen“, teilt die Pressestelle mit. So sei der Personaleinsatz deutlich erhöht worden, und zwar sowohl im Betrieb durch zusätzliche Ausbilder in den Zügen als auch in der Werkstatt.

Anfängliche Probleme wie die ebenfalls kritisierte Lautstärke der Fahrgastinformationsanlagen an den Bahnhöfen seien bereits beseitigt worden. „An Themen wie Lüftungsgeräuschen oder sonstigen Störungen, die vereinzelt auch zu Zugverspätungen und -ausfällen führen, wird mit Hochdruck gearbeitet. Angesichts der aktuellen Beschwerden von Anwohnern legt DB Regio auch ein besonderes Augenmerk auf den wahrgenommenen Lärm, den die Fahrzeuge erzeugen.“

Deutsche Bahn betont: Polnische Züge vom Eisenbahn-Bundesamt zugelassen 

Die Bahn betont, dass die polnischen Fahrzeuge vom Eisenbahn-Bundesamt zugelassen seien und alle gesetzlichen Regelungen und Grenzwerte erfüllten – „dies gilt insbesondere für die Lärmemissionsgrenzwerte“. Aufgrund des Protests werde man das Lärmverhalten der Fahrzeuge noch einmal intensiv untersuchen.

Der Einsatz neuer Fahrzeuge auf der Dreieichbahn ist 2016 in einem Verkehrsvertrag mit dem RMV vereinbart worden. Vorangegangen war eine europaweite Ausschreibung, bei der DB Regio Mitte den Zuschlag erhalten hatte. Was folgten, waren Lieferschwierigkeiten des polnischen Herstellers und später Probleme bei der Zulassung auf einer anderen Strecke.

Deutsche Bahn hebt Vorzüge der neuen polnischen Züge hervor

Natürlich kommt die Mitteilung nicht ohne „Werbeblock“ aus. Die Pressestelle hebt fast schon schwärmerisch die Vorzüge des polnischen Modells hervor. Als da wären: eine großzügige Sitzlandschaft, optische und akustische Fahrgastinformation unter anderem mit Bildschirmen in jedem Einstiegsbereich, Steckdosen und klimatisierte Fahrgasträume, barrierefreies WC mit speziellen Stellflächen für Rollstuhlfahrer in der Nähe, eine Spaltüberbrückung an jeder Tür und stufenlose Einstiege an allen Bahnsteigen. Auch die Mitnahme von Fahrrädern sei einfacher möglich. Und Videokameras erhöhten das Sicherheitsgefühl der Nutzer.

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