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Applaus der Polit-Prominenz gab es für das Dreieicher Prinzenpaar: Holger Dechert (links), dahinter Tuna Firat, Thomas Borgmüller (von rechts), Marc Schiemann, Dieter Zimmer, Uta Zapf, Serpil Sarikaya und Ralf Kunert.

Neujahrsempfang der SPD

Dreieicher Genossen unter sich

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Die SPD-Dreieich hatte zum Neujahrsempfang eingeladen. Dieser diente mehr dazu, mit Bürgern und Vereinen im Gespräch zu bleiben. Der politische Gedanke war den Genossen dabei weniger wichtig.

Empfänge zum Jahresbeginn gehören zum Ritual – auch von politischen Parteien. Am Freitagabend hatte die Dreieicher SPD zum Neujahrsempfang in den Saal der Sport- und Kulturgemeinschaft (SKG) Sprendlingen eingeladen. Als Gastredner wurde der SPD-Bundestagskandidat Tuna Firat angekündigt, aber auch Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD) ließ es sich nicht nehmen, eine Neujahrsrede zu halten. Dafür hatte er sich gegen Wind und Schnee von Sylt bis nach Dreieich gekämpft.

„Uns ist dieser Empfang weniger aus politischer Sicht wichtig, vielmehr wollen wir den Kontakt mit der Stadt, den Vereinen und allen Bürgern herstellen“, betonte Dreieichs SPD-Ortsvereinsvorsitzender Thomas Vortmüller. Er brach damit gleichzeitig eine Lanze für das besondere Engagement der vielen freiwilligen Helfer, die es ermöglicht hätten, den Flüchtlingen eine angemessene Empfangskultur zu bieten. „Wir haben die Weichen für eine Wohnungsbaugesellschaft gestellt und einen Haushalt ohne effektive Neuverschuldung vorzuweisen“, verwies Vortmüller auf die richtungsweisenden Beschlüsse des neu gewählten Dreieicher Parlaments. Die Integration der Asylsuchenden sah Thomas Vortmüller als eine große Herausforderung, hier leisteten die Vereine seiner Meinung nach einen besonderen Beitrag.

Für den kürzlich zum SPD-Kandidaten für den Wahlkreis 185 gewählten Rechtsanwalt Tuna Firat aus Dietzenbach waren Sicherheit, soziale Gerechtigkeit und Erhalt der freiheitlich-demokratischen Grundausrichtung des Gesellschaftsystems Kernpunkte seiner Rede. „Ich möchte als Ihr gewählter Kandidat in Berlin für alle Themen ein kompetenter Ansprechpartner sein – Nichtzuständigkeiten gibt es für mich nicht“, betonte Firat.

Firat selbst sah keinen weiteren Bedarf an einer Verschärfung von Gesetzen. Die vorhandenen Gesetze müssten nur konsequent angewendet werden. Gleichzeitig forderte er, Behörden und Polizei handlungsfähig auszustatten und in Technik und Personal zu investieren und nicht Steuergeschenke zu machen, wie sie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble vorhabe.

„Wir brauchen eine sozial-gerechtere Gesellschaft, um Unzufriedenheit in bestimmten, insbesondere jungen Bevölkerungsschichten zu vermeiden“, sagte Tuna Firat. Er wolle nicht zu jenen gehören, an welche die Problemthemen herangetragen, aber in Berlin ausgesessen werden. Außerdem warnte der Gastredner davor, die Wähler von Rechtspopulisten abzustempeln. Die SPD müsse ihre Bedenken ernst nehmen. „Denken Sie bei Ihrer Stimmabgabe bei der Bundestagswahl im September daran, ob Sie einen Kandidaten mit Anstand, Haltung und dem Streben nach Sicherheit wählen oder sich für das zerstörerische „einfach weiter so“ entscheiden“, sagte Firat.

Dreieichs SPD-Fraktionschef Holger Dechert, der mit seinem Kollegen Rainer Jakobi nach dessen Genesung eine Doppelspitze im Fraktionsvorstand bildet, erinnerte an die vergangene Kommunalwahl, bei der die Dreieicher SPD für einen Tag lang sogar die stärkste Partei war. „Wir halten Regieren mit wechselnden Mehrheiten für die beste Form für Dreieich, um auch das Beste zu erreichen“, betonte Dechert. Mit Spannung erwartet er daher die Entscheidung für die Gestaltung der Stadtmitte.

Bürgermeister Dieter Zimmer betonte in seiner Rede, dass es im kommenden September um mehr gehe als die Wahl des 19. Bundestags. „Es geht um unsere Zukunft“, sagte Zimmer. Dreieich sieht der Rathauschef – 40 Jahre nach Zusammenführung von fünf Kommunen – als eine Stadt, in der es sich gut leben lässt. „Nach Zeiten von schmerzlichen Einschnitten, um den städtischen Haushalt zu konsolidieren, können wir nun wieder Investitionen von rund zehn Millionen Euro tätigen“, sagte Zimmer sichtlich erfreut darüber. Und das Jahr 2017 bringe die größten baulichen Investitionen seit langen. Hauptanteil liege hier beim Kanal- und Straßenbau des Hainer Wegs.

Als weitere große Herausforderung unterstrich Zimmer die Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen in allen Dreieicher Stadtteilen sowie den Ausbau der Kinderbetreuung und bezahlbaren Wohnungen. Den Vereinen sprach er ein großes Lob bei der Bewältigung vieler gesellschaftlicher Herausforderungen aus und erinnerte voll des Lobes an den gestorbenen SKG-Vorsitzenden Lothar Langen.

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