Schüler des Ricarda-Huch-Gymnasiums

Sie engagieren sich für einen geeinten Kontinent

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Gleich sechs Bundespreise und weitere Auszeichnungen: Die Bilanz der Ricarda-Huch-Schule beim Europäischen Wettbewerb kann sich sehen lassen.

Die Baaltempel in der syrischen Stadt Palmyra gehörten einst zum Weltkulturerbe. Bis die Terrormiliz „Islamischer Staat“ das wichtige religiöse Bauwerk im August 2015 mit einer Sprengung zerstörte. Nur wenige Mauern blieben stehen. Diese Geschichte haben Lazlo Boroffka, Patrick Schädlich und Tabish Kharr zum Thema ihres Kunstwerks für den Europäischen Wettbewerb gemacht.

Die Abiturienten der Ricarda-Huch-Schule ließen die Baaltempel in roten Skizzen auf handgeschöpftem Papier wieder auferstehen und malten die noch bestehenden Reste in schwarzer Tusche. Dieses Kunstwerk mit dem Titel „Hier fehlt ein Stück Syrien“ beeindruckte die bundesweite Jury des Wettbewerbs so sehr, dass das Bild mit dem Bundespreis des Europäischen Wettbewerbs ausgezeichnet wurde.

„Europa ist ein wichtiges Thema und Gemeinschaftsgut, gerade für junge Menschen. Das gilt es zu erhalten“, findet Lazlo Boroffka. Er ist vorsichtig optimistisch für die Zukunft der Europäischen Union (EU): „Ich glaube, die Menschen haben gelernt, das haben die Wahlen in Frankreich und den Niederlanden gezeigt. Auch bei uns ist die populistische AfD auf dem absteigenden Ast“, sagt der Abiturient und hofft auf mehr Zusammenhalt in der EU.

Die Oberstufenschüler waren nicht die einzigen, die einen Bundespreis nach Dreieich holten. Von insgesamt 59 hessischen Bundessiegern stellte das Ricarda-Huch-Gymnasium sogar sechs. Patrizia Falk aus der 7 b gewann für ihre Collage zum Sonderthema „In Europa angekommen – und nun?“ ebenfalls einen Bundespreis. Die 13-Jährige hatte ein weinendes Flüchtlingsmädchen gezeichnet und mit Zeitungsausschnitten und Sprechblasen umrahmt, die das Schicksal, die Hoffnungen,

Ängste und Träume

des Flüchtlingskindes erzählen.

„Wir haben überproportional viele gute Ergebnisse beim Wettbewerb erzielt“, freute sich auch Fabian Klaes. Der Lehrer der Ricarda-Huch-Schule betreut den Wettbewerb für das ganze Bundesland. „Bei uns an der Schule hat der Wettbewerb Tradition und ist fest verankert“, erläutert der engagierte Pädagoge. Die Schüler von Jahrgang 5 bis 13 hatten an insgesamt 13 Modulen gearbeitet und viele Bilder, Collagen und sogar Filme für den Wettbewerb eingereicht. Das hohe Engagement liege auch an der starken Europa Union in Dreieich.

Deren Vertreter Claus Liewerkus überbrachte all die Urkunden für die erfolgreichen Schüler mit den Landes- und Anerkennungspreisen. Die Bundessieger durften ihre Urkunden zuvor schon persönlich in Wiesbaden bei einem kleinen Empfang abholen. Die Vorbereitungen für den nächsten Europawettbewerb sind schon in vollem Gange. Dann sind unter anderem der „Traum von Europa“ oder auch „500 Jahre Reformation“ ein Thema.

(njo)

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