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Persönlicher Jahreshöhepunkt der Wildtierhilfe-Gründerin Tanja Schäfer war die Igelrettung in Langen: 500 Freiwillige suchten das künftige Neubaugebiet Liebigstraße nach stacheligen Bewohnern ab, um sie umzusiedeln.

Tierheim

Erfolgreiches Jahr: Wildtierhilfe von Tanja Schäfer hat 1200 Patienten versorgt

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Hinter Tanja Schäfer von der Wildtierhilfe Dreieich liegen anstrengende Monate. Rund 1200 Tiere hat sie in ihrer Station am Tierheim in Dreieichenhain versorgt. Dabei konnte sie auch auf die Hilfe vieler Freiwilliger zählen. Für das noch junge Jahr hat Schäfer auch schon Pläne geschmiedet.

Rund ein Dutzend Eichhörnchen springen durch die große Voliere hinter dem Bungalow der Wildtierhilfe Dreieich. In dem kleinen Empfangsraum halten einige Igel Winterschlaf, die zu klein waren, um sie in der Natur sich selbst zu überlassen. Tanja Schäfer bezeichnet diese eher ruhigen Wintertage als Urlaub. Kurz vor Jahresende kann sie in ihrer Wildtierstation am Dreieichenhainer Tierheim noch einen Gast begrüßen, der eine willkommene Spende mitbringt. Patrick Georg, Filialleiter der Sparda-Bank am Kickers-Stadion in Offenbach, bringt einen Scheck über 2000 Euro, den die Wildtierhilfe als Sieger der Aktion „Vereint für Deinen Verein!“ gewonnen hat.

Bei einem Online-Voting sammelte der Verein 6631 Stimmen innerhalb von vier Wochen. „Damit landete die Wildtierhilfe mit Abstand auf Platz eins“, berichtet Patrick Georg. Auf die Spendensumme hat dieser erste Platz keine Auswirkungen. Von den 128 teilnehmenden Vereinen bekommen die 30, die die meisten Stimmen gesammelt haben, je 2000 Euro.

Willkommen Hilfe

Tanja Schäfer kann das Geld für ihren Einsatz für Tiere gut gebrauchen. Denn gerade in den Sommermonaten ist die Station in Dreieich ein ehrenamtlicher 24-Stunden-Job, bei dem sie noch viel Geld mitbringen muss. Rund 1200 Wildtiere hat Schäfer in diesem Jahr versorgt. Viele Eichhörnchen, Vögel, Bilche und Igel rettete die Tierschützerin vor dem sicheren Tod, päppelte sie wieder auf und wilderte sie glücklich und gesund wieder aus.

„In den Frühjahrs- und Sommermonaten klingelt hier 80 Mal am Tag das Telefon“, berichtet Tanja Schäfer, die erst Ende 2017 aus dem Rodgau nach Dreieich umgezogen ist. Gerade die Zeit der Küken und der Eichhörnchen-Babys sei unfassbar anstrengend, alle zwei Stunden braucht ein noch nacktes Hörnchen Futter und hundert hungrige Jungvögel haben ihre Mäulchen aufgerissen.

„Wenn die kleinen Kerle es dann schaffen, dann macht mir all das gar nichts aus“, sagt Tanja Schäfer lächelnd. Aber sie ist auch Tag für Tag mit schlimmen Verletzungen konfrontiert und sieht mitunter sterbende Wildtiere, die der Arzt nur noch erlösen kann. „Das will halt niemand wissen. Alle wollen sie nur die niedlichen Eichhörnchen-Babys sehen, die dann glücklich durch die Voliere hüpfen“, ist sie manchmal auch ein bisschen frustriert.

Mehr Platz für den Winter

Aber 2018 war für die Chefin der Wildtierhilfe ein überaus erfolgreiches Jahr. Sie hat sich gut in der neuen Heimat eingerichtet. Etliche Volieren für die Wasservögel, Eichhörnchen und Bilche wurden gebaut. „Wir mussten noch viel improvisieren, jetzt wissen wir, was uns noch fehlt. Das Material für die nächste Voliere in der Größe drei auf zwei Meter liegt auch schon bereit, für einen Entenstall“, kündigt Schäfer an.

Sie wird auch mehr Platz für die Überwinterungsplätze für die Igel schaffen müssen. Schon im Mai habe sie gemerkt, dass sie all den Andrang der Tiere nicht mehr alleine bewältigen kann, und hat es nur dank der vielen ehrenamtlichen Helfer geschafft. Ein Mitarbeiter über den Bundesfreiwilligendienst ist für das nächste Jahr eingeplant. Und Tanja Schäfer träumt von einem Anbau an den Tierheim-Bungalow. „Wir müssen das auf eigene Kosten stemmen, aber vielleicht machen wir da noch einmal eine Aktion. Denn der Platz reicht hinten bis vorne nicht“, hofft sie, das schon in diesem Jahr angehen zu können.

Wenn Tanja Schäfer nach ihrem persönlichen Höhepunkt aus diesem Jahr gefragt wird, beginnen ihre Augen zu leuchten: „Da muss ich gar nicht überlegen. Das war eindeutig die Igelrettungsaktion im Neubaugebiet Liebigstraße in Langen“, erzählt die engagierte Tierschützerin. Mit 500 Menschen hatte sie eine schier unglaubliche Menge Helfer gewonnen, die in einer nächtlichen Aktion 14 Igel vor dem sicheren Tod durch die Rodungsbagger gerettet haben. „Das war so überwältigend, wie viele Leute da bereit waren, mit mir nach den Tieren zu suchen. Danke noch mal dafür“, sagt die Vorsitzende der Wildtierhilfe.

Informationen im Netz

Nähere Informationen zur Arbeit von Tanja Schäfer und der Wildtierhilfe Dreieich finden sich im Internet unter der Adresse www.wildtierhilfe.schaefer.de.

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