Im Baum verfangen

Feuerwehr rettet Uhu

Schlimm hätte es für das schöne Federtier enden können, wäre es nicht von einer beherzten Spaziergängerin in einem Baum hängend entdeckt worden, Sie alarmierte die Feuerwehr. Diese befreite den Uhu und brachte ihn in die Egelsbacher Tierklinik. Da zur Freude aller keine Verletzungen vorlagen, wurde er wieder freigelassen.

Ein etwas anderer Einsatz hat sich bei der Feuerwehr Götzenhain am vergangen Wochenende ereignet, die zur Kleintierrettung alarmiert worden war. Dabei handelte es sich diesmal nicht um den „Klasssiker“: Katze auf dem Baum.

Einer Spaziergängerin und einem Kameraden der Offenthaler Feuerwehr war beim Sonntagsspaziergang ein Greifvogel in den Bäumen nahe dem landwirtschaftlichen Betrieb Lenhardt aufgefallen. Der Vogel hing – gefangen in einer alten Drachenschnur – kopfüber an einem großen Ast. In seiner misslichen Lage wurde das Tier bereits von einem Raubvogel attackiert. Die Spaziergängerin entschied sich schließlich, die Feuerwehr zu verständigen.

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stellte sich schnell heraus, dass es sich nicht um einen Greifvogel, sondern um eine Eule oder einen Kauz – ein schönes, großes Tier – handelte. Es hatte sich in einer Drachenschnur im Baum verfangen und hing in etwa acht Metern Höhe kopfüber an einer Schnur.

Anleitern war nicht möglich und die Einsatzkräfte mochten auch nicht extra die Kameraden aus Sprendlingen mit der Drehleiter nach Götzenhain bemühen. So entschieden sie sich, mit dem Löschfahrzeug unter den Baum zu fahren und vom Dach aus mittels Messer am Einreißhaken die Drachenschnur zu durchtrennen. Vier weitere Feuerwehrleute spannten – ganz wie in alten Zeiten – ein Sprungtuch in Form einer Wolldecke unter dem Vogel aus.

Da sich die Schnur nicht nur um die Beine, sondern auch mehrfach in das Gefieder und um die Flügel des Tiers gewickelt hatte, entschlossen sich die Retter, es in die Tierklinik nach Egelsbach zu fahren. Eine auf Wildtiere spezialisiere Einrichtung war nicht zu erreichen.

In Egelsbach entpuppte sich das Tier als schöner, großer Uhu. Eine Ärztin übergab es in einem Transportbehälter zurück an die Feuerwehr – sichtlich begeistert von so einem seltenen und schönen Gast. „So ein schönes Tier, ich hätte mich beinahe verliebt“, waren ihre Worte. In der Tierklinik war die Schnur entfernt und die Flügel geröntgt worden. Weil der Uhu sehr erschöpft war, musste er noch nicht mal betäubt werden.

Da keine Verletzungen vorlagen, wies sie die Feuerwehr an, das Tier in freier Wildbahn auszusetzen. Er werde sich erholen und gegen Abend, wenn seine Zeit käme, durchstarten. Dies war ein Einsatz, der Abwechslung in die Arbeit der Feuerwehr brachte. Den Blauröcken hat es viel Spaß gemacht.

(fnp)

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