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Geflügelzüchter warnen vor Panik

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Von: Nicole Jost

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Die Geflügelzüchter aus Offenthal und Sprendlingen haben, wie geplant, ihre Schauen veranstaltet. Die Vogelgrippe bereitet ihnen wenig Kopfzerbrechen.

Die Seidenhühner in den kleinen Schaukäfigen schütteln ihr Gefieder, auf der anderen Seite der Schauhalle der Geflügelzuchtanlage Sprendlingen kräht lauthals ein Hahn. Durch die Reihen der Käfige flanieren die Gäste und schauen sich die Ergebnisse des Zuchtjahres 2016 interessiert an. „Es war bis zur letzten Minute spannend“, sagt Thomas Sachs, Vorsitzender der Sprendlinger Geflügelzüchter und Kreiszuchtwart.

Die Vogelgrippe bereitet den Geflügelzüchtern kein großes Kopfzerbrechen. Nach der großen H5N1 Pandemie im Jahr 2006 ist jetzt in einigen Orten der Influenza Virus H5N8 ausgebrochen. „Aus Sicherheitsgründen hat das Veterinärmt Stallpflicht für die Städte am Wasser, wie beispielsweise Seligenstadt, verhängt. Wir hier sind aber nicht betroffen und können auch unsere Ausstellungen veranstalten“, ist Sachs erleichtert. Aber er sagt auch, wenn in der Nähe eine tote Ente gefunden wird oder in einem Bestand das Virus ausbricht, ist sofort Stallpflicht angesagt. „Das Risiko ist bei uns auf der Anlage grundsätzlich sowieso nicht so groß, weil alle Volieren überdacht sind und die Tiere eigentlich keine Möglichkeit haben, mit Wildvögeln in Kontakt zu kommen“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Wenn die Anweisung vom Kreis zur Stallpflicht komme, dann werde er seine Mitglieder auch dazu verdonnern.

Besonders empfindlich

Aber gerade für die Wasservögel sei es eine mittlere Katastrophe. „Ich hatte im Jahr 2006 Enten. Die verteilen sofort das komplette Wasser im Stall, machen eine riesige Schweinerei und erkälten sich dann erst Recht durch die feuchtwarme Luft im Stall“, erläutert Sachs. Auch die Absage von Schauen sei für die Züchter alles andere als schön. Das komplette Zuchtjahr sei verloren, weil alle Mitglieder vom Ei bis zum Tier in der Schauvoliere darauf hinarbeiten. Hühner reagierten besonders empfindlich auf den Virus. „Deswegen ist es inzwischen Pflicht, bei der Gänsehaltung ein paar Hühner zu halten. Wenn sie den Virus haben, dann fallen die Hühner ziemlich sofort tot um. Dann wissen die Gänsehalter, dass sie das Virus im Bestand haben.“ Thomas Sachs hofft, dass der Kreis Offenbach verschont wird und die Vorsichtsmaßnahmen bei Entwarnung aufgehoben werden, denn in zwei Wochen ist in Langen die Kreisgeflügelschau geplant.

Regeln einhalten

Die Offenthaler Gefügelzüchter zeigte ihre Tiere am Wochenende in der Köppen-Halle. Vereinsvorsitzender Jürgen Lindner will zum Thema Vogelgrippe den Ball flach halten: „Wir haben keinen Grund zur Hysterie. Wir sind derzeit nicht betroffen“, betonte der erfahrene Geflügelzüchter. Er und seine Vorstandskollegen seien bei dem Ausbruch vor fast zehn Jahren umfassend vom Kreisveterinäramt geschult worden. „Wir halten uns an alle Regeln – aber jetzt Panik zu verbreiten, ist wahrlich nicht nötig.“ Solange vom Kreis keine Mitteilung komme, werde es die Geflügelausstellungen geben.

(njo)

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