Mehr als 220 Helfer

Gemeinsam für eine saubere Stadt im Einsatz

  • vonNicole Jost
    schließen

Ob im Bürgerpark, an der Hainer Chaussee oder in der Burg: Am Samstag waren in Dreieich zahlreiche Helfer unterwegs, um die Stadt von achtlos weggeworfenem Müll zu befreien.

Flaschen, Zigarettenpäckchen, unzählige Süßigkeitenpapiere und eine alte Kittelschürze – die Mitglieder Ortsjugendgruppe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sind unermüdlich. Mit den Müllzangen greifen sie Schnipsel um Schnipsel auf und lassen den Unrat in den großen blauen Müllsäcke verschwinden. Schon seit vielen Jahren kann die Stadt Dreieich beim Frühjahrsputz auf die Jugendlichen zählen. Immer nehmen sie sich die Strecke entlang der Hainer Chaussee vor und säubern den Grünstreifen, das Gebüsch und die Flächen unter der A 661. „Am schlimmsten sieht es am Bahnhof und unter der Autobahnbrücke aus“, erzählt Stefanie Heinze von Jugendrotkreuz-Ortsleitung, „aber in diesem Jahr haben wir zumindest keine zurückgelassenen Drogentests der Polizei gefunden“, sagt sie schmunzelnd.

Die jugendlichen Ersthelfer waren nicht die Einzigen, die am Samstagmorgen bei schönem Wetter mit Mülltüten in die Gemarkung gezogen sind. Petra Klink, Chefin des Dienstleistungsbetriebs Dreieich und Neu-Isenburg, freut sich über 220 angemeldete Helfer. „Letztlich werden es auch noch mehr sein, weil sich doch einige bei dem schönen Wetter noch spontan zum Helfen entscheiden.“

„Es ist ja schade, dass wir das überhaupt machen müssen und dass bei diesen Aktionen immer wieder Waschmaschinen, Herde, Autoreifen und unzählige Flaschen aus den Gebüschen gezogen werden. Ich kann das nicht verstehen, wir bieten so bürgerfreundliche Öffnungszeiten auf dem Wertstoffhof an“, sagt Klink kopfschüttelnd.

Die Motivation zum Mitmachen ist bei vielen Helfern ähnlich: Sie wollen ein sauberes Dreieich. Das sagt auch Rolf Jacobson, der sich mit Sohn Aiden das Gebüsch im Sprendlinger Bürgerpark vorgenommen hat. „Wir haben uns bewusst für dieses Stück entschieden, weil wir den Park und die Tiere so gerne mögen“, sagt der Vater. „Es ist einfach zu traurig, wenn die ganzen jungen Tiere, die jetzt in den nächsten Woche zur Welt kommen, durch die Glasscherben und das Plastik laufen müssen.“

An der Burg in Dreieichenhain sammelt die kleine Viola mit Papa Markus Köhlerschmidt sowie mit Nadine und Björn Walter. Das kleine Mädchen hält eine stinkende Bierflasche in der Zange und deutet schon auf den nächsten Fund im Gebüsch. Noch eine Flasche. „Es tut einfach weh, zu sehen, wie manche Menschen mit solch wertvollen Orten wie der Burg umgehen“, moniert Köhlerschmidt.

15 Hektar Unrat, so schätzt Petra Klink, haben die Dreieicher am Ende des Tages gesammelt. Die Belohnung im Sprendlinger Bürgerhaus – das gemeinsame Würstchen- und Kartoffelsuppe essen – haben sich also alle redlich verdient. Enttäuschend ist übrigens die Ausbeute in Offenthal: Niemand hat hier die Müllzange geschwungen.

(njo)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare