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Wie hier am östlichen Odenwaldring sollen Einfamilien- und Reihenhäuser künftig durch Dachaufbauten erweitert werden können.

Bebauungsplan wird geändert

Häuser in Dreieich den Ansprüchen anpassen

Ein neuer Bebauungsplan soll dafür sorgen, dass die Häuser den heutigen Ansprüchen gemäß umgebaut werden können. Darunter fällt zum Beispiel die Anhebung der Dächer.

Die Stadt Dreieich beabsichtigt, für das bereits durchweg bebaute innerörtliche Wohnquartier zwischen den östlichen Abschnitten der Phillip-Holzmann-Straße und der Kennedystraße sowie entlang des gesamten Straßenzuges der Nahrgangstraße und des Odenwaldringes im Stadtteil Dreieichenhain einen sogenannten „einfachen Bebauungsplan“ aufzustellen. Der Bebauungsplan erhält die Bezeichnung „Nr. 2/17 Auf die Hohl in den Kellersbüschen Dreieichenhain“ und ersetzt den bisher dort bestehenden Bebauungsplan „D 3“.

„Ziel der Bebauungsplanaufstellung ist die Sicherung einer geordneten weiteren städtebaulichen Entwicklung“, erklärt Erster Stadtrat Martin Burlon (parteilos). Bebauungspläne regeln die Zulässigkeit und Gestaltung baulicher Vorhaben. Im Gebiet der Stadt Dreieich besteht eine Vielzahl von Plänen, die im Laufe der Jahre oftmals den jeweiligen städtebaulichen Erfordernissen und Vorstellungen angepasst wurden. Viele dieser Pläne entsprechen aber inzwischen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Zudem leiden einige an inzwischen erkannten Rechtsmängeln – ein Problem, das bundesweit eine Vielzahl älterer Bebauungspläne betrifft. Die Stadtverwaltung überprüft daher nach und nach alle Bebauungspläne, die vor dem Jahre 1977 aufgestellt wurden, auf ihre Rechtssicherheit und inwieweit sie heute noch zur Wahrung der städtebaulichen Entwicklung angewandt werden können.

„Im Rahmen dieser Überprüfung ist aufgefallen, dass auch der Bebauungsplan D 3 an einem sogenannten Hauptsatzungsmangel leidet und mithin keine rechtssichere Entscheidungsgrundlage für die Beurteilung von Bauvorhaben darstellt. Dieser Rechtsmangel betrifft auch die im Jahr 1981 erfolgte erste Änderung des Bebauungsplanes D 3“, erklärt Burlon.

Zudem hat sich in den vergangenen Jahren in dem zu beplanenden, etwa 16 Hektar großen Gebiet ein deutlicher Generationenwechsel vollzogen. Die Baustruktur kann aufgrund der bestehenden planungsrechtlichen Rahmenbedingungen der Entwicklung der Ansprüche heutiger Bewohner kaum noch angepasst werden. So reicht zum Beispiel in den Reihenhäusern oftmals der Platz für die nun dort wohnenden Familien mit kleinen Kindern ohne die Nutzung der Dachgeschosse nicht mehr aus. Die bestehenden Vorschriften lassen aber einen Umbau oder Ausbau der Dachgeschosse nicht zu.

Durch die Aufstellung des einfachen Bebauungsplanes Nr. 2/17 soll eine moderate Erweiterung der Wohnflächen durch Anhebung der Dächer und die Ausbildung von Gauben ermöglicht werden.

„Der künftige einfache Bebauungsplan für den geplanten Geltungsbereich soll insbesondere Regelungen für die Zahl der Vollgeschosse, Dachneigungen, Drempelhöhen und Dachaufbauten für die einzelnen Hausarten und Hausgruppen beinhalten. Dabei soll die Erhaltung und Fortführung der ortstypischen Bebauung sichergestellt werden“, so Burlon.

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