Auch Einwände

Hainer Chaussee: Bebauungsplan beschlossen

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Im Stadtparlament wurde der Weg für das Bauvorhaben in der Hainer Chaussee geebnet. Einwände hatten FDP und FWG, aus unterschiedlichen Gründen.

Das Dreieicher Stadtparlament stimmte mit Ausnahme der FDP und der FWG am Dienstagabend dem Bebauungsplan für das Projekt an der Hainer Chaussee zu. Damit ist der Weg frei für den Bau von 84 Wohnungen der eigens neu gegründeten DreieichBau AöR.

Eine kleine Diskussion kam in der Sitzung dann aber doch auf, die FWG verwehrte sich aus Lärmschutzgründen gegen die Umwandlung der gewerblichen Baufläche in ein allgemeines Wohngebiet und die FDP fürchtet bei zu viel sozialem Wohnungsbau an dieser Stelle gar die Bildung eines „Ghettos“.

Holger Gros (FWG) zitierte aus der Stellungnahme des Regierungspräsidiums in Darmstadt, dass die Fläche in der Hainer Chaussee wegen erheblicher Immissionen und Geräusche sowie Abgase von der A 661, der Dreieichbahn und der Hainer Chaussee belastet sei, die sogar so weit gehe, dass das Regierungspräsidium rät, „die Planung noch einmal zu überdenken“.

„Den Einwendungen der Verlärmung will der Magistrat in seinem Abwägungsvorschlag mit der Anordnung der Gebäude sowie mit passivem Lärmschutz in Form von Schallschutzfenstern mit schallgedämmten Lüftungseinrichtungen und Fassadendämmungen begegnen“, sagte Gros. Er wies aber auch auf den Spielplatz an der Dreieichbahn hin, es erscheine ihm fragwürdig, einen Spielplatz in einer solchen Lärmzone einzurichten.

Die FWG fragt sich, ob das Wohngebiet den Anforderungen an gesunde Wohnverhältnisse für 300 Menschen gerecht wird. „Wir müssen die Menschen fair behandeln und ihnen Lebensraum anbieten, der lebenswert ist“, forderte Gros.

Die FDP hatte wiederum ein Problem mit der Festsetzung von 60 Prozent sozialem Wohnungsbau in dem neuen Wohngebiet. Alexander Kowalski forderte mehr frei finanzierten Wohnraum in der Hainer Chaussee. „Es ist kein kleines Wohngebiet, es soll kein soziales Ghetto werden und wir haben Sorge, dass es das werden könnte“, so Kowalski.

Bei diesem Argument hielt es Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD) nicht mehr auf dem Stuhl: „Wollen Sie damit sagen, bei sozialem Wohnungsbau entsteht ein Ghetto, wollen sie sagen, dass Menschen, die auf sozialen Wohnungsbau angewiesen sind, nicht friedlich zusammen wohnen können? Sozialer Wohnungsbau ist noch lange kein Ghetto. Vielleicht können Sie sich mit dieser Formulierung bitte ein bisschen zurückhalten“, forderte Zimmer Kowalski auf. Der fühlte sich falsch verstanden, wiederholte aber, dass seine Fraktion Gefahr für sozialen Unfrieden sehe.

Hartmut Honka (CDU) erläuterte, dass er im Hinblick auf die Lärmfrage wisse, dass das Grundstück an der Hainer Chausee nicht gerade beste Dreieicher Wohnlage ist. „Aber Herr Gros, es wird nicht leiser, wenn wir das Gebiet nicht als allgemeines Wohngebiet ausweisen. Es wird nicht einfach, aber die Lärmschutzvorkehrungen sind ja schon miteingepreist“, betonte Honka. Er warb noch einmal für das Projekt, dass den dringend benötigten Wohnraum kurzfristig und schnell realisierbar mache. Dreieich habe keine ähnlich große Fläche, auf der so viele Wohnungen geschaffen werden könnten.

Auch Holger Dechert (SPD) wunderte sich über die Ablehnung der FWG. Das Parlament habe im vergangenen Jahr einstimmig für den Bau der Wohnungen an dieser Stelle gestimmt – die FWG habe das Projekt sogar im Wahlkampf beworben, erinnerte Dechert die FWG Fraktionsmitglieder.

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