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David Blischke von der HSV-Öffentlichkeitsarbeit und Waltraud Kalusa, stellvertretende Vorsitzende, freuen sich auf das Fest.

Erinnerung an bewegte Zeiten

Halle des Handballsportvereins Götzenhain feiert 50-jähriges Bestehen

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100 Mitglieder des HSV Götzenhain steuerten das Startkapital für die erste Halle bei. Doch im Jahr 1990 gab es ein Unglück, so dass der Verein praktisch vor dem Nichts stand.

Die große Sporthalle in der Langener Straße hat bewegte Zeiten hinter sich. Prominente Handballer haben darin geworfen – unter anderen Ex-Bundestrainer Heiner Brand – spannende Spiele wurden hier ausgespielt, und natürlich haben unzählige Kinder das Handballspiel gelernt. Als der Handballsportverein (HSV) Götzenhain 1954 gegründet wurde, war das Bild des Vereinsgeländes vom Sportplatz und einer ersten Holzbaracke geprägt. „Wir haben ja noch Feldhandball unter freiem Himmel gespielt“, erinnert sich die stellvertretende Vorsitzende Waltraud Kalusa.

1965, nach der Entscheidung des Deutschen Handballverbands, den Sport in eine Indoor-Sportart zu wandeln, entschieden die Mitglieder unter dem damaligen Vorstand Friedrich Klepper und Georg Müller, mit viel Mut eine eigene Handballhalle mit Gaststätte auf dem Vereinsgelände zu bauen. „Das war ein riesiges Wagnis, wir haben alle 100 Mark beigesteuert. Bei 100 Mitgliedern war das unser Startkapital“, berichtet Waltraud Kalusa. Da half dann nur selbst mit anpacken. Mit Hilfe einer Hallenbaufirma und mehr als 40 000 Stunden harter und ehrenamtlicher Arbeit konnte 1967 die erste Handballhalle in Götzenhain eingeweiht werden.

„Ich erinnere mich noch, dass die Frauen jeden Abend in den Baracken gekocht haben, weil die Männer direkt nach der Arbeit auf den Bau gegangen sind. Das war eigentlich eine schöne Zeit. Wir haben alle mit angepackt und dann alle zusammen gegessen“, berichtet Kalusa von dem riesigen ehrenamtlichen Engagement. Damit konnten die aktiven Spieler künftig auf einem Feld mit internationalen Maßen spielen. Dazu gab es eine Gaststätte sowie Dusch-, Umkleideräume und eine Kegelbahn im Keller. „Wir hatten viele Gastmannschaften hier und sogar einige Bundesligamannschaften trainierten regelmäßig bei uns, weil sie selbst keine eigene Halle hatten“, erinnert sich Kalusa noch gut.

Der Mitgliederzuwachs in den folgenden Jahren bestätigte die Götzenhainer Handballer in ihrem Wagemut und 1989 vermeldete der HSV-Vorstand: „Wir sind fast schuldenfrei!“ Die Freude darüber währte leider nicht lange, denn am 3. Februar 1990 tobte der Orkan „Wiebke“ über Hessen. Um 19.50 Uhr, während eines Handballspiels, hob der Sturm das Dach regelrecht an: Eine Hälfte stürzte auf den Sportplatz, die andere wurde durch die Holzbalken aufgefangen. Dämmmaterial und Holz verteilten sich um das Sportgelände des HSV.

Glück im Unglück hatten alle Besucher der Halle, trotz der enormen Schäden wurden nur wenige Menschen leicht verletzt. “ „Es ist wirklich ein Wunder, dass uns allen kaum etwas passiert ist. Seitdem habe ich Angst vor Wind“, gibt Waltraud Kalusa zu.

Der Verein stand vor dem Nichts. Aber noch in der gleichen Nacht wurden die ersten Pläne für den Wiederaufbau der Sporthalle geschmiedet. Dank der Unterstützung der umliegenden Vereine, der Stadt Dreieich und allen politischen Parteien konnte der Spielbetrieb beim HSV aufrechterhalten werden. Nach gut anderthalb Jahren Bauzeit wurde die zweite HSV-Halle im Januar 1991 eingeweiht. Der HSV hat sich nach der Wiedereröffnung schrittweise für neue Sportarten geöffnet und beheimatete in den 2000er Jahren fast 700 Mitglieder.

Nach der Kündigung des Pachtvertrags für den Fußballplatz auf dem HSV-Gelände musste dieser mit vereinten Kräften in Ordnung gehalten werden, zusätzlich belasteten die Ausfälle der Pachteinnahmen die klamme Kasse des Vereins.

Dennoch blicken die Verantwortlichen in eine gute Zukunft: „Es ist nicht leicht, aber wir haben zum Glück viele engagierte und junge Mitglieder. Wir haben noch gute Ideen, bauen demnächst noch einen Gymnastikraum aus“, kündigt Kalusa an. Der Verein hat 450 Mitglieder und sportlich spielen die Herren in der nächsten Saison in der Bezirksoberliga und die Damen in der A-Klasse. Das 50-jährige Bestehen ihrer Halle wollen die Handballer am Wochenende, 24. und 25. Juni, feiern. Am Samstag stellen sich die Jugendabteilungen der Rugby- und Handballteams vor, außerdem wird es ein Schauschießen und Probetraining der Bogensportler geben, auch die Gymnastikabteilung präsentiert sich.

Am Sonntag gibt beim Frühschoppen neben Ehrungen auch Live-Musik mit Leonie Jakobi und Marc Zimmer. Weitere Infos zum Programm gibt es unter .

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