Hessenliga

Hessen Dreieich will nicht in die Regionalliga aufsteigen

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Überraschender Paukenschlag am gestrigen Abend: Der SC Hessen Dreieich, Tabellenführer der Hessenliga, teilte mit, dass er „auch im Falle der sportlichen Qualifikation für die Spielzeit 2017/2018 keine Zulassung zur Fußball-Regionalliga Südwest beantragen“ werde.

„Der Zustand der Sportanlagen, die in Dreieich für den Breitensport und den Nachwuchsfußball zur Verfügung stehen, ist insgesamt so unbefriedigend, dass die Verwendung von Sponsoring-Geldern der Wirtschaft im hohen sechsstelligen Bereich ausschließlich für die Anforderungen einer 4. Fußball-Liga der Situation in unserer Stadt nicht angemessen wäre“, heißt es in einer Erklärung, die der Verein gestern Abend verschickte. „Der SC Hessen liefe mit einem Aufstieg schon in diesem Jahr Gefahr, sich dauerhaft von seiner Basis, den für die sportliche Grund-Ausbildung von weit mehr als 1000 Kindern und Jugendlichen verantwortlichen Vereinen in den Ortsteilen, zu entkoppeln“, wird Präsident Reinhold Gerhard weiter zitiert.

Auch Eintracht-Denkmal Karl-Heinz „Charly“ Körbel, als Vize-Präsident in Dreieich für die Ausrichtung im Jugendbereich verantwortlich, meldete sich in der Mitteilung zu Wort: „Gemeinsam mit der Dreieich Sportstätten Betriebs- und Marketing GmbH, der zentralen Sponsoring-Partnerin des SC Hessen, haben wir entschieden, in der kommenden Saison einen Betrag von einer Million Euro nicht dem Budget für den Spielbetrieb im bezahlten Fußball zuzuweisen, sondern mit Blick in die Zukunft gezielt für die Verbesserung der Nachwuchs-Infrastruktur in Dreieich einzusetzen.“

Schließlich sei der SC Hessen im Jahre 2013 mit dem Ziel gegründet worden, als „Dachmarke des Sports in den fünf Ortsteilen Dreieichs eine einigende und konsolidierende Funktion auszuüben“. Vize-Präsident Norbert Haller lässt zur Entscheidung verlauten: „Einerseits sind wir natürlich sehr stolz auf unser Aushängeschild, die Hessenliga-Mannschaft, andererseits haben wir eine Verantwortung für die Nachhaltigkeit der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im ganzen Ort, für die wir mit dem Projekt angetreten sind. Wir müssen darauf achten, dass wir die verfügbaren Gelder sinnvoll einsetzen.“

Zu Wort kommt auch noch der Erste Stadtrat Martin Burlon, auch Vorsitzender des Verwaltungsrats des Clubs: „Natürlich schlagen zwei Herzen auch in meiner Brust, und wir würden mit unserem SC Hessen den Namen der Stadt gerne schon in der kommenden Saison bekannter machen. Aber ich bin mir mit allen Verantwortlichen einig, dass wir die Prioritäten so beibehalten, wie sie seit Anbeginn gesetzt waren: Eine homogen wachsende Dachmarke, die strukturell konsolidiert und alle Beteiligten abholt, hat absoluten Vorrang.“

(wag)

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