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700 Jahre Götzenhain: Kunst und Gesang am Dorfbrunnen

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Von: Nicole Jost

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Ein Engel thront über dem Taufbecken-Stein des Dorfbrunnens und drumherum amüsieren sich die Gäste bei Gesprächen, kalten Getränken und leckeren Speisen. Das Dorfbrunnenfest war erneut ein Besuchermagnet.

Die Kinder amüsieren sich beim Dosenwerfen und basteln, die Eltern genießen Kaffee und Kuchen rund um den Dorfbrunnen. Schon am Samstagnachmittag ist es auf dem gemütlichen Platz vor der evangelischen Kirche in Götzenhain sehr voll, kaum ein Plätzchen ist an den zahlreichen Bierzeltgarnituren mehr zu ergattern. Die Arbeitsgemeinschaft der Götzenhainer Vereine feiert ihr Dorfbrunnenfest und die Götzenhainer kommen in Scharen.

Das Fest steht in diesem Jahr unter dem Motto „700 Jahre Götzenhain“. Klaus Klepper, Vorsitzender der AG, erläutert bei der offiziellen Festeröffnung am Samstagabend, warum dieses Jubiläum aber nicht allzu wichtig genommen werden sollte: „Götzenhain ist doch schon viel älter. Lediglich die erste urkundliche Nennung fällt auf das Jahr 1318. Damals bekam der Abt von Fulda Ländereien geschenkt und Götzenhain gehörte eben dazu. Aber unser Ort ist doch eigentlich viel älter“, ist Klepper überzeugt. Schon die Kelten und Römer hätten den wunderschönen Landstrich besiedelt, erklärt der Vereinsvorsitzende, und es gebe sogar Funde aus der Steinzeit, die beweisen, dass es Leben in der Dreieich gab. Diese Schenkungsurkunde an den Abt von Fulda habe er übrigens als Fotografie vorliegen. „Sie wurde schon anlässlich des 675. Jubiläums im Archiv des Hauses von Ysenburg abfotografiert. Wir haben erst überlegt, die Reproduktion des Dokumentes auszustellen, aber die Idee dann wieder verworfen“, berichtet Klaus Klepper.

Schwerelose Kunst

Die Götzenhainer vermissen es nicht, sie genießen vielmehr den Tag und den Abend unter dem freien Himmel. Kunstweihnachtsbaum-Initiatorin Margarete Habernoll hat sich anlässlich des Festes auch wieder eine besondere Kunstinstallation überlegt. Saßen vor zwei Jahren die Frösche von Ottmar Hörl rund um den Brunnen, thront jetzt einer der originalen Engel vom Engelsbaum im Jahr 2009 über dem alten Taufbecken-Stein. Scheinbar schwerelos schwebt das goldene Kunstobjekt über das darunter rauschende Wasser. „Ich wollte den Dorfbrunnen als Mittelpunkt dieses Platzes wieder einmal inszenieren“, sagt Habernoll. Sie erinnert auch an die Tatsache, dass der Platz vor 26 Jahren beinahe bebaut worden wäre – zum Glück gab es die Initiative, die diese Pläne verhinderte.

Ist es in den Nachmittagsstunden beschaulich vor der evangelischen Kirche, lassen es abends die „Mixed Pack“ ordentlich krachen. Die Band begeistert die Besucher mit ordentlichem Gitarren-Sound und rockigen Covern. Nicht jedem gefällt die Lautstärke der Band – aber es ist eher vereinzelte Kritik, und so bleibt es eng rund um den Brunnen. Die kulinarische Versorgung haben wie gehabt die Vereine übernommen.

Beim VdK gibt’s Fischbrötchen, der Lionsclub bietet den Wein an. Die Handballer versorgen die Besucher mit Salaten, die Sänger mit Kuchen. Der Obst- und Gartenbauverein verwöhnt die Götzenhainer mit Handkäs und Ebbelwoi und Kerbverein und Feuerwehr übernehmen den Dienst am Bierausschank. Wer Cocktails mag, geht am besten an den Stand der evangelischen Kirche.

Am Sonntagmittag wird es dann wieder beschaulich. Die Schlepperfreunde haben ihre glänzenden Prachtstücke aus den Garagen gefahren, und besonders die Kinder und Männer erfreuen sich an den zum Teil wertvollen und schön restaurierten Sammlerstücken.

Großereignis geplant

Der Kerbverein nutzt die Gelegenheit, um auf dem Dorfbrunnenfest schon für das nächste Großereignis in Götzenhain zu werben: Die engagierten Mitglieder rund um Frank Grunert starten am Samstag inmitten des Festtrubels den Vorverkauf für die Tickets für ihren Kerbrock am 13. September. „Anlässlich 700 Jahre Götzenhain und anlässlich 30 Jahre Kerbverein, machen wir uns und den Götzenhainern ein Geschenk in der Form eines Abends mit den Quietschboys“, kündigt Robert Schöne vom Kerbverein an.

Die Party soll dann auch schon – wenn denn alles mit den Umbauarbeiten des Hainer Wegs glattgeht – auf dem neu gestalteten Dallas auf der Straße steigen. Es wird also weiter gefeiert in Götzenhain.

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