Genuss-Messe

Keramikblüten und selbst gemachter Gin

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Die wichtigste Zutat, das Wetter, spielte mit. Köstlichkeiten zum Essen und Trinken sowie Trends für die Gartenkultur ließen sich um die alte Burg entdecken.

Sarah Ludwig flaniert durch den Dreieichenhainer Burggarten. Die junge Frau aus Kelkheim hat schon zwei prall gefüllte Tüten an ihrem Arm: köstliche Trüffelsalami aus Turin, Olivenöl aus den Abruzzen und einen Strauß Keramikblüten, die den Frühling im Vorgarten einläuten sollen. „Ich werde ja schon immer fündig, aber eigentlich habe ich gedacht, ich finde hier ein paar schöne Stauden und Rosenstöcke für meinen Garten. Zum Glück habe ich meinen Mann nicht überredet mitzukommen, der wäre jetzt nämlich sauer“, sagt Sarah Ludwig. Sie kann die abwechslungsreichen Stände genießen, obwohl es eben kein neues Grünzeug fürs heimische Paradies gibt.

Der Name der Veranstaltung rund um die alte Burg in Dreieichenhain ist ein bisschen verwirrend: „Rhein-Main Genuss- und Gartenlust“ suggeriert ein Gärtnerparadies. Das ist die Messe, die Jens Nippen zum vierten Mal organisiert, nicht. Aber Genuss und schöne Dinge werden am Wochenende inmitten der 100 Messestände im Burggarten, auf dem Pallas, im Burggraben und im Burgkeller schon großgeschrieben.

Andrang gibt es im Burgkeller bei Sebastian Seib aus dem Rodgau. Mit seinem Unternehmen Shipit präsentiert er ein Gin-Kit, mit dem Fans das angesagte Trend Getränk selber machen können. „Das gab es vorher auch, allerdings musste man immer den Alkohol selbst besorgen, und das ist nicht ganz so einfach“, erklärt der Gin-Fachmann.

Der 43-prozentige Alkohol wird 24 Stunden mit Wacholder angesetzt. „Da kann schon jeder selbst entscheiden, wie viel Wacholder er in den Alkohol gibt. Je mehr, desto herber wird das Getränk“, erklärt Seib. Im zweiten Schritt, der weitere 24 Stunden Zeit kostet, wird mit Gewürzen verfeinert. Als geschmacklich toll habe sich die Kombination aus Zitrone, Orange und Pfeffer erwiesen. „Dann muss der Gin nur noch zwei Stunden in den Kühlschrank und unsere Kunden haben in 50 Stunden ihren ganz individuellen Gin hergestellt“, verrät Sebastian Seib. Die zweite Neuentwicklung ist ein „BembelGin“, in dem die innovativen Erfinder 50 Prozent Wacholder mit Apfelbrand ersetzt haben. Der Geruch des Gebräus ist verlockend, frisch und fruchtig duftet es aus der Flasche. „Unser Bembel-Gin ist milder und lässt sich auch pur trinken“, wirbt Seib.

Direkt neben dem Gin-Verkäufer hat Philipp Kendzior seinen Stand aufgebaut. Er vertritt seine Frau Julia, die

„Crunchy Queen“

aus Frankfurt Heddernheim. Sie hat nach einer Ernährungsumstellung wegen gesundheitlicher Beschwerden ein Müsli mit wenig Zucker gesucht. Das handelsübliche hat nämlich 24 Gramm Zucker aus 100 Gramm Produkt – reichlich viel. Die Suche war vergebens und dann blieb nur noch selber machen. „Das Grundprodukt ist gleich, Haferflocken, etwas Sonnenblumenöl und Agavendicksaft und dann in den Backofen. Die Zutaten sind dann ganz unterschiedlich“, erläutert der Ehemann. Die leckere Sorte „gebrannte Mandel“ hat noch 15 Gramm Zucker, die gesündere Variante „Sportliches Protein“ kommt mit acht Gramm Zucker aus.

Ja, Essen und Trinken wird am Wochenende in der Burg großgeschrieben, und auch wenn Pflanzenhändler bei rund 100 Händlern die Ausnahme bleiben, ist die Resonanz auf die Messe schon am Samstag groß.

„Wir hatten schätzungsweise 2000 Besucher, damit sind wir schon sehr zufrieden. Der Haupttag ist der Sonntag“, ist Jens Nippen guter Dinge. Er will allen Besuchern etwas bieten, den Damen Schmuck und Mode, den Herren die Feinkoststände und den Gin, und auch an die Kinder ist mit einem kleinen Programm gedacht. Und Feinkost und Essen, das ja immer gefragt ist, gibt es in Hülle und Fülle. „Die Messe hat sich inzwischen etabliert. Es hat ein bisschen gedauert, aber ich habe immer an diesen Standort geglaubt“, so der Organisator.

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