Kerbborsch feiern 300 Jahre Kerb in DReieichenhain
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Kerbborsch feiern 300 Jahre Kerb in DReieichenhain

Jubiläum am Pfingstwochenende

Die Kerbborschen fiebern der 300. Kerb in Dreieichentgegen

  • VonNicole Jost
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Heute in vier Wochen ist die Dreieichenhainer Kerb schon in vollem Gange – dann wird sie zum 300. Mal gefeiert. Die FNP nimmt das Jubiläum zum Anlass für eine kleine Serie in loser Folge, die sich rund um die Traditionsveranstaltung dreht. Den Beginn machen die Kerbborschen als Herzstück der Kerb.

Keine Frage – es kommt etwas Großes auf sie zu. Gemeint sind die Kerbborschen. Ihr Dasein in Dreieichenhain ist grundsätzliche schon ein besonderes Ding – es geht schließlich um die Ehre, die Tradition und ganz Dreieichenhain blickt jedes Jahr aufs Neue auf die Jungs, die das Fest mit Schärpe, Hut und Fahne repräsentieren.

In diesem Jubiläumsjahr ist die Verantwortung ganz besonders groß – der komplette „Haa“ setzt all seine Erwartungen in Kerbvadder Robin Winkel und seine 29 Burschen. „Wir sind bereit für das große Ereignis, wir können die Lieder, wir sind gut organisiert. Es kann eigentlich losgehen“, sagt Robin mit blitzenden Augen.

Ist die Nervosität denn schon da? „Wenn ich daran denke, wie wir am Freitagabend ins Zelt einmarschieren, dann auf jeden Fall. Es ist eng, es ist heiß, und alle feuern uns an. Da kriecht mir die Gänsehaut den Nacken hoch“, so der Kerbvadder.

Alpträume vom Auftritt

Das bestätigt auch Lukas Wyschka. Der Fahnenträger des 2018er Jahrgangs hatte sogar schon Alpträume von seinem großen Auftritt im Festzelt der Hausmanns: „Ich hoffe, ich räume niemanden mit meiner Fahne von der Bank. Ich weiß, es ist unrealistisch, aber ich habe Angst, mich zu verheddern oder dass der Stab bricht“, sagt der junge Mann und schüttelt bei diesem Gedanken grinsend den Kopf über sich selbst.

Der besonderen Verantwortung sind sich die Burschen aber durchaus bewusst. „Die Zahl 300 schwebt riesig über uns. Wir stechen raus wie lange kein Jahrgang. Aber ich denke, wir haben bei unserer Vorkerb im vergangenen Jahr wichtige Erfahrungen gesammelt und auch einen guten Eindruck hinterlassen“, sagt Louis Brux.

Auch Simon Bär weiß, dass ganz Dreieichenhain auf eine hochwertige Kerb 2018 wartet, dass die Jubiläumsveranstaltungen noch ein paar mehr Zuschauer haben werden, und besonders die älteren Kerbborschen einen kritischen Blick auf die Jungs im Fokus werfen werden. „Aber wir geben alles. Wir laufen immer richtig, singen richtig und kommen – ganz wichtig! – vor allem nicht zu spät zu unseren Terminen“, verspricht Simon.

Ob Baumaufstellen, Bieranstich, Gottesdienst, oder die Kerbstaffel – alles ist schon ganz genau getaktet. Die Jungs fühlen sich gut beraten und sind überzeugt davon, dass die älteren Kerbborschen von der Interessengemeinschaft der Haaner Kerbborschen helfen, Fehler zu vermeiden.

In die Tracht schlüpfen

Bei einem Großteil der Jubiläumskerbborschen fließt die Haaner Tradition durch die Adern. „Mein Opa, mein Vater, mein Onkel, meine Cousins, mein Bruder – alles Kerbborschen. Es war keine Frage ob ich auch Kerbborsch werde. Das war klar, ich will diese Tradition weiter leben“, erzählt Marco Wiche. Florian Buch fiebert mindestens schon genauso lange auf seinen Auftritt in Hut und Schärpe hin: „Seit ich in der dritten Klasse der Ludwig-Erk-Schule Dreieichenhains Geschichte gelernt habe, will ich dabei sein. Außerdem erlebe ich meinen Vater Jahr für Jahr, wie er an Pfingsten voller Vorfreude wieder in diese Tracht schlüpft und die Tage genießt. Ich will das auch erleben. Ich habe jetzt so richtig Lust, dass es endlich los geht.“

Die jungen Männer können gar nicht sagen, worauf sie sich am meisten freuen. Schon das Baumaufstellen am Freitag wird eine Herausforderung, das größte Nervenflattern wird es wohl vor dem Zelteinmarsch vor dem Bieranstich am Freitagabend geben, ist Kerbvadder Robin überzeugt. „Ich freue mich auch schon auf das Kerbborschentreffen am Montagabend“, sagt Maximilian Wiche, “Es ist einfach schön, wie viele Männer sich Jahr für Jahr Zeit nehmen und zu diesem Treffen kommen – ganz egal wo sie jetzt in Deutschland leben.“ Und das wird auch den 2018er- Jahrgang später verbinden – das macht die Jungs schon jetzt ein kleines bisschen emotional: „Wir sind schon jetzt eine gute Gemeinschaft, aber diese unvergessliche Zeit, diese sechs Tage, werden uns für immer zusammenschweißen“, ist Fahnenträger Lukas überzeugt.

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