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Kinder, Kinder – wo sind Pädagogen?

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Von: Nicole Jost

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CDU und SPD feierten am Wochenende ihre Neujahrsempfänge. Beide Parteien luden Vereinsvertreter in die Halle der Sprendlinger Sport- und Kulturgemeinschaft ein – und beide Parteien hatten die Tollitäten Prinzessin Nina und Prinz Nico zu Gast.

Die Sozialdemokraten verteilten die guten Wünsche zum neuen Jahr am Freitagabend. Fraktionschef Holger Dechert ließ vor doch so einigen leeren Tischen das Jahr 2017 Revue passieren und machte eine spannende Ankündigung: Wenn Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD) aus seiner Kur Anfang Februar wieder zurück ist, wird er sich dazu äußern, ob er sich zur in diesem Jahr anstehenden Bürgermeisterwahl noch einmal zur Kandidatur stellt. Das gab Applaus und ein bisschen Getuschel.

Angst vor Chinesen

Eine positive Bilanz zog Dechert zur fast abgeschlossenen Sportplatzdebatte, bei der drei Sportplätze in die Hände der Vereine übergehen, die Eröffnung des BIK-Hauses auf der Hainer Chaussee und die gute Entwicklung im Sprendlinger Norden mit dem so gut genutzten Stadtteilzentrum.

„Aber auch die Angst vor den Chinesen, die seit der legendären Hunnenrede von Kaiser Wilhelm II. wohl immer noch anhält, hat sich letztes Jahr in Dreieich gezeigt“, zog der Fraktionschef humorvoll einen geschichtlichen Vergleich. Habe doch der Einstieg chinesischer Investoren bei Biotest „die Panik geschürt, dass dieses florierende Unternehmen trotz der Investition mehrstelliger Millionenbeträge in Produktionsanlagen in Dreieich, eingepackt und nach China verschifft wird“. Und die Diskussion um die Lettkaut mit dem Bau einer deutsch-chinesischen Fussballakademie sei „unter anderem von der Angst vor den Chinesen“ geprägt gewesen.

Dechert erinnert, dass die Stadtverwaltung inzwischen eine Lösung für die Lettkaut gefunden habe, die hoffentlich mit den Interessen der Vereine in Einklang gebracht werden könne. Er wünscht sich künftig mehr Sachlichkeit in dieser Diskussion.

Die wichtigen Themen für 2018 benennt der SPD Fraktionschef mit der Schaffung von bezahlbaren Wohnungen und ausreichend Betreuungsplätzen für die jüngsten Dreieicher. „Mit dem ehemaligen Opel-Gelände und dem BIK-Haus-Gelände gehen die städtischen Grundstücke, auf denen wir Wohnungen bauen können, aber schon bereits fast zur Neige. Die Debatte wo unsere Stadt in welchem Maße wachsen kann und ob wir das überhaupt tun sollten, hat bereits im vergangenen Jahr begonnen und wird uns noch die nächsten Jahre begleiten und dazu werden auch noch umfangreiche Bürgerbeteiligungen nötig sein“, kündigte er außerdem an.

In der Frage der Kinderbetreuung löse der schnellstmögliche Bau von Kindertagesstätten wie im Heckenborn, an der Winkelsmühle und am Wilhelmshof das eigentliche Problem nicht. Das auf diesem Arbeitsmarkt kaum mehr vorhandene pädagogische Personal sei das eigentliche Thema. „Wir werden uns sehr bald die Frage stellen müssen, ob wir bereit sind, uns die Kinderbetreuung so viel kosten zu lassen, dass die Erziehungsberufe für alle wieder attraktiv werden“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende in die Runde.

„Causa Lettkaut“

Die Christdemokraten schenkten dann am Sonntagmorgen so manches Gläschen Sekt aus. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Hartmut Honka nahm sich ebenfalls die „Causa Lettkaut“ vor. Ein Thema, dass sehr unglücklich Wellen geschlagen habe, erklärte er. Mit diesem unschönen Umgang miteinander zerstörten die Akteure das gesellschaftliche Klima in der Stadt und auch deren guten Ruf. „Unterschiedliche Meinungen zu einem Thema wird es immer geben, aber man muss vernünftig miteinander umgehen“, fordert Honka die Rückkehr zu den Gesprächen, die Entwicklungsmöglichkeiten für den SC Hessen und die Internationale Schule zum Ziel haben sollte.

Kinderbetreuung wichtig

Die Kinderbetreuung liege der CDU außerordentlich am Herzen, erklärte Honka weiter. Und betonte, dass er das Unverständnis und den Unmut vieler Eltern darüber verstehe, dass im Neubaugebiet Heckenborn die Betreuungseinrichtungen selbst zwei Jahre nach Baubeginn noch nicht fertiggestellt sind.

Ebenso wunderte sich der CDU-Fraktionschef und schickte diese Botschaft in Richtung Stadtverwaltung, warum die Bauanträge für die Erweiterungsbauten der Kitas Am Wilhelmshof und An der Winkelsmühle noch immer fehlen.

Dem fehlenden Spielraum auf dem Wohnungsmarkt will die CDU in Dreieich mit der Ausweisung von Neubaugebieten entgegenwirken – unter der Beachtung der Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen und auch ausreichend Kapazitäten an den Schulen.

Die Stadtverordnetenvorsteherin Bettina Schmitt (CDU) lieferte den vielen Gästen nachfolgend noch einen Rückblick auf die erfolgreichen Jubiläumsfeierlichkeiten 2017 zum 40. Stadtgeburtstag.

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