Kommt die Leinenpflicht für Hunde?

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Wildlebende Tiere sollen besser vor Hunden geschützt werden. Daher wurde ein Antrag auf Leinenzwang während der Brut- und Setzzeit gestellt.

Bello muss wohl künftig an die Leine. Die Stadt Dreieich plant – wie übrigens in Rödermark, Heusenstamm oder Seligenstadt schon üblich –, einen Leinenzwang während der Brut- und Setzzeit. In der kommenden Gremienrunde vom 20. Januar an entscheiden die Parlamentarier, ob die Hundebesitzer ihre Lieblinge künftig zwischen dem 1. März und dem 15. Juni in Feld, Wald und Wiese in der Dreieicher Gemarkung an die Leine nehmen müssen. In der Vergangenheit war ein Leinenzwang schon öfter im Gespräch. Die städtische Arbeitsgemeinschaft Umwelt und Naturschutz, in der die anerkannten Naturschutzverbände vertreten sind, hat das Thema erneut auf die politische Agenda gebracht.

Die Naturschutzverbände forderten seit Jahren eine Regelung zur Leinenpflicht von Hunden während der Brut- und Setzzeiten in der Gemarkung Dreieich, so Manfred Brandmaier vom Naturschutzbund (Nabu). „Wir müssen immer wieder erkennen, dass einige Hundehalter leider wenig verantwortungsbewusst mit der Natur und hier insbesondere mit anderen frei- und wildlebenden Tieren umgehen.“ Hierbei deckten sich die Forderungen des Nabu mit denen des Forstamts Langen.

Besonders gravierend sei es, wenn Hunde etwa zum Schwimmen in speziell für den Artenschutz geschaffene Feuchtbiotope geschickt werden. Glücklicherweise sei bereits aufgrund der im vergangenen Jahr begonnenen Aufklärung und Prävention von der Naturschule Hessen ein wesentlicher Ansatz zur Verbesserung der Situation in Angriff genommen worden. „Dennoch werden manche uneinsichtige Hundehalter leider nur mit einer Satzung einschließlich der Sanktionsmöglichkeiten angesprochen werden können“, meinte Brandmaier.

Diese Anleinpflicht würde im gesamten Gemarkungsgebiet der Stadt Dreieich gelten, demnach insbesondere in den Feldgemarkungen. Hunde wären in dieser Zeit an einer maximal zehn Meter langen Leinen zu führen. Wer gegen Tatbestände verstößt, könnte dann mit einer Geldbuße von bis zu 1000 Euro belegt werden.

„Der Magistrat hat lange und intensiv diskutiert, bevor er diesen Vorschlag in die politische Diskussion gegeben hat“, so Erster Stadtrat Martin Burlon (parteilos), der betont, „dass allen Beteiligten bewusst ist, dass die allermeisten Hundehalter sehr verantwortungsvoll und gewissenhaft mit ihrem eigenen Tier sowie allen anderen Tieren umgehen.“ In den vergangenen Jahren sei es jedoch immer wieder zu Vorfällen gekommen, in denen frei laufende Hunde wildlebende Tiere, insbesondere Rehe, gehetzt hätten. Zwar sei hier keine Steigerung zu verzeichnen, jedoch sei jeder einzelne Fall sehr bedrückend.

Dennoch ist auch dem Magistrat sehr wichtig, zunächst weiterhin auf Prävention und Aufklärung statt auf „Knöllchen“ zu setzen. Dafür hat die Stadt Dreieich in diesem Jahr 10 000 Euro für die Naturschule Hessen im Haushalt eingestellt. Die Dreieichlotsen Stephanie König und Torsten Jens kommen wieder zur Beratung. „Zudem gibt es bereits Gespräche mit der Unteren Naturschutzbehörde im Hinblick auf die Ausweisung einer ersten Hundewiese in Dreieich im Bereich der Baierhansenwiesen“, erläutert Burlon.

Die Entscheidung über die Einführung einer Leinenpflicht in der Brut- und Setzzeit liegt somit nun bei der Dreieicher Stadtverordnetenversammlung. Eine erste Beratung ist im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie am Mittwoch, 20. Januar um 19.30 Uhr im Rathaus. Wenn die Parlamentarier für die Leinenpflicht stimmen, gilt diese schon vom 1. März an.

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