Umstrittener Bau

Die Lettkaut-Pläne sind geplatzt

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Es waren hochtrabende und gleichermaßen umstrittene Pläne für das Areal an der Lettkaut: Dort sollte ein internationaler Sport- und Bildungscampus entstehen. Doch diese Pläne sind nun vom Tisch – auch, wegen der Widerstände gegen das Vorhaben.

Der große Plan, mit der Strothoff International School und einer deutsch-chinesischen Fußballakademie angrenzend an das Gelände des SC Hessen Dreieich einen Sport- und Bildungscampus zu errichten, ist ad acta gelegt. Für den Bau der internationalen Schule hätte der Großteil der Gärten weichen müssen. Im September 2017 hatten die Stadtverordneten mit den Stimmen von CDU, SPD und FWG einen Grundsatzbeschluss über die Entwicklung von Bildungs- und Sportflächen an der Lettkaut gefasst. Zuvor hatte es massive Proteste und Demonstrationen der Sprendlinger Kleingärtner und Geflügelzüchter gegen das Projekt gegeben. Ein angestrebtes Bürgerbegehren war aufgrund von Formfehlern gescheitert.

Gestern teilte Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD) mit, dass Unternehmer Hans Strothoff ihn darüber informiert habe, dass seine Schule zunächst am Standort des Haus des Lebenslangen Lernens (HLL) in Sprendlingen bleibe. Er hat die Option zur Verlängerung des Mietvertrages mit dem Kreis Offenbach gezogen, so können die Schüler weitere zehn Jahre am HLL unterrichtet werden.

Damit scheitern alle großen Pläne für die Lettkaut, und die Gärten können bleiben. „Leider kann damit die eigentlich sinnvolle und notwendige Erweiterung der internationalen Schule nicht so erfolgen“, bedauert Zimmer. Er sieht den ausschlaggebenden Grund für das Scheitern in den „erkennbaren Widerständen“ gegen die Planungen. „Es ist nicht mehr damit zu rechnen, dass der enge Zeitplan für die Realisierung des Projektes eingehalten werden kann“, so Zimmer.

Die Dauer des Bebauungsplanverfahrens sei von Anfang an auf gut zwei Jahre ausgelegt gewesen. Davon sei nun schon ein Jahr vergangenen. „Es ist sehr fraglich, ob auch bei Abarbeitung und Ausräumen der planungsrechtlichen Bedenken nach Ende des Bauleitplanverfahrens mit einem zeitnahen Baubeginn zu rechnen ist, da weitere planungsrechtlichen Auseinandersetzungen bis hin zu Klageverfahren möglich sind“, erläutert der Rathauschef. Er betont, dass die öffentlich geführte Diskussion sowie die „Art und Weise der Auseinandersetzung“ dazu geführt hätten, dass bei den Dreieicher Unternehmern Hans Strothoff und Hans Nolte und ihren Partnern viel Vertrauen verloren gegangen sei. „Das waren zum Teil Hetz- und Hasskampagnen in einem so mir bislang in Dreieich nicht bekannten Ausmaß. Da hätte ich mir auch mehr Unterstützung aus der Politik gewünscht“, moniert Zimmer.

Ohne die internationale Schule werde es keine chinesische Fußballakademie an dem Standort geben. „Ob die alternative Idee einer internationalen Fußballakademie als gemeinsame Konzeption mit Eintracht Frankfurt weiterverfolgt wird, ist offen. Es wird letztlich aber davon abhängig sein, ob das Gelände ohne internationale Schule als Sport- und Freizeitgelände politisch gewollt ist und planungsrechtlich weiterentwickelt werden kann,“ so Zimmer. Daher werde diese Frage die politischen Entscheidungsträger wohl in nächster Zeit beschäftigen, damit Hans Nolte und Eintracht Frankfurt durch ein eindeutiges Votum der städtischen Gremien Planungssicherheit erhalten. Dies sei auch ohne das Gelände des Kleingartenvereins realisierbar, keiner der Gärtner müsste dafür sein Grundstück räumen. Ein Bebauungsplan sei für das Areal an der Lettkaut auch ohne jede Veränderung nötig, denn Teile der Kleingartenanlage hätten bis heute keine planungsrechtliche Genehmigung.

Zimmer ist froh, dass sich Strothoff trotz der Schwierigkeiten weiter klar mit seiner Schule zu Dreieich bekenne. Und das, obwohl die nötige Erweiterung am Standort HLL nicht umzusetzen ist. Nach dem Gespräch mit Strothoff informierte Zimmer den Magistrat, dass der Sport- und Bildungscampus in Dreieich nicht realisiert werden soll. Ebenso teilte er den Kleingärtner die Änderung der Pläne mit.

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