SPD Dreieich

Maik Zimmer zum neuen Parteichef gewählt

  • VonNicole Jost
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Im Jahr der Bürgermeister- und der Landtagswahl stellt sich die Dreieicher SPD in ihrer Jahreshauptversammlung personell auf, stimmt für die Unterstützung der Kandidatur Martin Burlons um den Chefsessel im Rathaus und offenbart dringenden Nachwuchsbedarf.

Thomas Vortmüller, vor zwei Jahren zum Nachfolger von Werner Müller gewählt, steht für den Vorsitz der SPD aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. Mit Maik Zimmer wählen die Mitglieder ein Dreieicher Eigengewächs der Partei zum neuen Chef. Seit 2006 in der Fraktion, hat der 32 Jahre alte Offenthaler ausreichend Parteierfahrung und ist auch beruflich als Geschäftsführer der SPD im Main-Kinzig-Kreis den Sozialdemokraten eng verbunden.

Er sieht sich als Teamplayer: „Politik ist für mich ein Mannschaftssport. Wir sind eine Solidargemeinschaft, haben die Politik in Dreieich positiv beeinflusst und sind ein wichtiges Gegengewicht zu den Populisten“, so Zimmer. Die Partei stehe aber vor wichtigen Herausforderungen. Nach 19 Jahren CDU-Regierung sei es in Hessen Zeit für einen Politikwechsel.

Strukturelle Weichen

„Die CDU ist ideen- und kraftlos und gehört abgesetzt“, sagt Maik Zimmer. Der für Dreieich noch viel wichtigere Gang zur Urne sei aber die Bürgermeisterwahl. Martin Burlon sieht Zimmer als einen Kandidaten mit Kompetenz und Sachverstand. Seine pragmatische Herangehensweise an die Probleme der Stadt decke sich mit der Politik der SPD. Nach der Unterstützung der Zusage durch den Parteivorstand, nutzt Martin Burlon die Versammlung der Sozialdemokraten, um sich und sein Programm vorzustellen. Er habe vertrauensvoll mit Zimmer zusammengearbeitet.

Der Rückzug des SPD Bürgermeisters habe ihn dann zur eigenen Kandidatur motiviert, erläutert der Erste Stadtrat. Gemeinsam hätten sie schwierige Entscheidungen getroffen, um Dreieich aus der schwierigen finanziellen Phase zu führen. „Wir sind einen steinigen Weg gegangen, das gilt es jetzt nicht wieder aus den Augen zu verlieren – die Finanzen müssen im Lot bleiben. Dafür haben wir strukturelle Weichen gestellt“, sagt Burlon.

Schulden machen

Die Gründung der DLB AöR mit Neu-Isenburg sei ein Beispiel, Neu-Organisation und Übergabe der Sportplätze in die Verantwortung der Vereine zu geben – als eine strukturelle Veränderung, die langfristig städtische Mittel spare.

Für die Zukunft hat Burlon das Thema Stadtentwicklung auf der Agenda. Das Thema müsse ganzheitlich betrachtet werden. Die interne Arbeitsgruppe tage im ersten Quartal 2019 zum letzten Mal, dann hoffe er mit den Ideen in die öffentliche Diskussion zu gehen. Auch in der Aufgabe des öffentlich geförderten Wohnungsbaus agiere die Stadt mit der Gründung des eigenen Wohnungsbauunternehmens aus eigener Hand.

„Ja, wir nehmen viel Geld in die Hand und ja, wir werden dafür auch Schulden machen. Aber wir schaffen auch Gegenwerte und können bezahlbaren Wohnraum anbieten. Das machen unsere Nachbarstädte Langen und Neu-Isenburg schon seit Jahrzehnten.“ Er kündigt an, weiter für eine attraktive Anbindung an die RTW zu streiten. Die Dreieichbahn fit für die Zukunft zu machen, sei eine wichtige Aufgabe der kommenden Jahre. Den Fragen der Mitglieder zum Wahlkampf und dem Aufreger Thema Lettkaut stellt sich Burlon ebenfalls: „Als Parteiloser wird der Wahlkampf ein wenig mehr Aufwand ohne Partei im Rücken. Aber ich habe ein gutes Team.“

Zum Thema Fußballakademie und Internationale Schule an der Lettkaut äußert sich der Bürgermeisterkandidat optimistisch: Es müsse Bürgern wie Hans Strothoff und Hans Nolte möglich sein, sich in ihrer Stadt zu engagieren. Es gebe jetzt einen Aufstellungsbeschluss für dieses Areal. „Es wäre ein Fehler gewesen, die Chance von vornherein abzulehnen. Das wäre mit einer verantwortlichen Stadtpolitik nicht zu vereinbaren gewesen.“ Er suche jetzt mit allen Beteiligten den Dialog. Es gelte nun Lösungen zu finden. Mit der personellen Neu-Aufstellung der Kleingärtner sieht Burlon eine „Konstellation“, mit der Dialog möglich sei.

Renate Borgwald und Max Schiemann wurden als stellvertretende Vorsitzende bestätigt. Peter Hunkel löst Simone Graser als Kassierer ab.

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